Essay, 2011
6 Seiten, Note: 2,0
1. Das Jüdische Museum in Frankfurt am Main
1.1 Dauerausstellung über die Frankfurter Juden
1.2 Diskussion mit Raphael Gross
2. Der erste Frankfurter Auschwitzprozess
2.1 Juristische Herausforderungen und Prozessverlauf
2.2 Urteile und gesellschaftliche Bedeutung
3. Zusammenfassende Betrachtung
Das Essay analysiert die historischen Lebensumstände der jüdischen Bevölkerung in Frankfurt am Main anhand einer Exkursion ins Jüdische Museum sowie die juristische und gesellschaftliche Aufarbeitung der NS-Verbrechen im ersten Frankfurter Auschwitzprozess.
Der erste Frankfurter Auschwitzprozess
Zunächst einige Informationen zu ebendiesem: Der erste Auschwitzprozess fand im Zeitraum von 20. Dezember 1963 bis zum 21. August 1965 statt. Die Vorbereitung gestaltete sich als sehr schwierig, da es noch keine vergleichbaren Verbrechen gab und es sich daher als dementsprechend kompliziert herausstellte, eine passende Anklage zu formulieren. Für die Ermittlungen musste man auf eine neu gegründete Behörde zurückgreifen, welche einen Zusammenschluss zwischen den Landesjustizverwaltungen darstellte, die Recherchen zu den Kriegsverbrechen koordinierte und Beweise zusammentrug.
Die Komprimierung der verschiedenen Verfahren zu einem einzelnen großen Prozess stellte sich als schwierig heraus und wurde maßgeblich von Fritz Bauer, dem hessischen Generalstaatsanwalt, in die Wege geleitet. Interessant ist jedoch auch die Tatsache, dass der Prozess, anders als der Eichmann-Prozess, keine geheimdienstlichen Aktivitäten erforderte, sondern man sich auf Akten beziehungsweise Zeugenaussagen berufen konnte.
Für die Juristen stellte es eine juristische Herausforderung sowie ein Problem dar, eine Anklage gegen Täter zu formulieren, welche nur indirekt an Auschwitz beteiligt waren bzw. die Morde nicht persönlich begangen haben. Sogenannte „Schreibtischtäter“ waren juristisch also dementsprechend schwer zu fassen. Der vorstehend erwähnte Eichmannprozess, welcher 1961 stattfand, war mit einer ähnlichen Problematik behaftet und dementsprechend kontrovers diskutiert. Hinzu kommt der von der Verteidigung der Täter als Legitimation angeführte „Befehlsnotstand“, welcher die Staatsanwaltschaft und die Richter vor Probleme stellte.
1. Das Jüdische Museum in Frankfurt am Main: Dieses Kapitel thematisiert die Dauerausstellung des Museums, die den historischen Leidensweg und die Isolation der Frankfurter jüdischen Gemeinde über Jahrhunderte aufzeigt.
2. Der erste Frankfurter Auschwitzprozess: Dieser Abschnitt erläutert die schwierigen juristischen Rahmenbedingungen sowie den Prozessverlauf gegen die NS-Täter und analysiert deren Urteilsverkündungen.
3. Zusammenfassende Betrachtung: Das abschließende Kapitel reflektiert den Wissenszuwachs durch die Exkursion und die Lektüre und bewertet deren Nutzen für die zukünftige Unterrichtsplanung.
Jüdisches Museum, Frankfurt, Auschwitzprozess, Nationalsozialismus, Antisemitismus, NS-Moral, Raphael Gross, Fritz Bauer, Schreibtischtäter, Befehlsnotstand, Vergangenheitsbewältigung, Zeitgeschichte, Shoah, Justizgeschichte, Demokratie.
Die Arbeit verknüpft eine museumsgestützte historische Analyse jüdischen Lebens in Frankfurt mit der juristischen Aufarbeitung des Holocaust im ersten Frankfurter Auschwitzprozess.
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung von Antisemitismus in Deutschland, der nationalsozialistischen Moral als Verfolgungsinstrument und der juristischen Bewältigung von NS-Verbrechen durch die bundesdeutsche Justiz.
Ziel ist es, die historischen Rahmenbedingungen jüdischer Unterdrückung sowie die Schwierigkeiten der Aufarbeitung von NS-Verbrechen in den 1960er Jahren darzulegen und kritisch zu reflektieren.
Die Arbeit basiert auf einer Kombination aus empirischer Exkursion (Dauerausstellung) und der Analyse von Fachliteratur sowie historischen Prozessdaten.
Im Hauptteil werden die Ausstellungsberichte des Jüdischen Museums, die Reflexionen über das Werk von Raphael Gross und eine detaillierte Aufarbeitung des ersten Auschwitzprozesses thematisiert.
Die zentralen Begriffe sind Vergangenheitsbewältigung, Antisemitismus, NS-Moral, Auschwitzprozess, Jüdisches Museum und juristische Aufarbeitung.
Da es sich um beispiellose Verbrechen handelte und viele Angeklagte nur indirekt beteiligt waren ("Schreibtischtäter"), musste die Anklage juristisches Neuland betreten.
Der Befehlsnotstand wurde von der Verteidigung als Legitimationsstrategie angeführt, wirkte sich in einigen Fällen zwar strafmildernd aus, führte jedoch zu keinem Freispruch.
Der Autor sieht den Prozess trotz der Problematik der "Schreibtischtäter" und der teilweise geringen Strafen als einen wichtigen Erfolg für Demokratie und die Bewusstmachung der NS-Vergangenheit an.
Das Modell der Judengasse aus dem Jahr 1711 verdeutlicht die historische Isolation der jüdischen Gemeinde durch staatliche und religiöse Willkür.
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