Hausarbeit, 2007
16 Seiten, Note: 2,0
1. Zwei Seiten der Globalisierung
2. „(East) Asian Miracle“
2.1 Interne Einflussfaktoren
2.2 Externe Einflussfaktoren
3. Die Asienkrise
3.1 Ursachen
3.1.1 Mangelnde Funktionalität des Finanzsektors
3.1.2 Externe Einflussfaktoren
3.1.3 Von der Zahlungsbilanz
3.1.4 Schwächen im Unternehmenssektor
3.1.5 Boom im Bausektor und Bubble Economy
3.2 Verlauf der Krise
4. Die Rolle des IWF
4.1 Kritik
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Hintergründe der Asienkrise ab 1997, analysiert deren Ursachen im Kontext der Globalisierung und bewertet die Rolle des Internationalen Währungsfonds (IWF) bei der Bewältigung dieser wirtschaftlichen Instabilität, wobei Thailand als Fallbeispiel dient.
3.1.1 Mangelnde Funktionalität des Finanzsektors
Ein gut funktionierender Finanzsektor ist die Voraussetzung für die wirtschaftliche Stabilität eines Landes. Dies war bei den asiatischen Staaten eher weniger der Fall. Es waren viele informelle Finanzierungswerke vorhanden, notleidende Kredite mit kurzer Laufzeit wurden im Überfluss gewährt (vgl. KRAAS 1998:146).
Es herrschte kaum Bankenaufsicht, einheitliche Vorschriften fehlten gänzlich. Auch an Transparenz mangelte es. In diesem Zusammenhang taucht oft der Begriff „crony economy“ oder gar „crony capitalism“ auf. Darunter versteht man Korruption und Günstlings-/ Vetternwirtschaft, die eben durch die geringe Transparenz im Finanzsektor ermöglicht wurden (vgl. WEDER 1999:111-114).
Vielfach kommt es zu dem sogenannten „moral-hazard“ – Verhalten, bei dem das Ergebnis einer Aktion nicht für alle Beteiligten gleichermaßen offensichtlich ist. Hierbei trägt das Risiko des Kapitalverlusts der Kreditgeber, welcher, hätte er von dem Risiko gewusst, vielleicht anders gehandelt hätte (vgl. BERENSMANN 22/23).
Es wird vermutet, dass gerade korrupte Systeme entscheidende Informationen vor Investoren lange Zeit versteckt hielten, und als eben diese bekannt wurden ein großer Vertrauensverlust entstand.
Aus diesem Hintergrund heraus kann die Krise somit als größtenteils selbstverschuldet („mainly homegrown“) betrachtet werden (vgl. HUSA 1999:221).
1. Zwei Seiten der Globalisierung: Einleitung in die wirtschaftliche Erfolgsgeschichte Asiens und die unerwartete Kehrseite durch die Asienkrise ab 1997.
2. „(East) Asian Miracle“: Darstellung der Faktoren für das schnelle Wirtschaftswachstum der Tigerstaaten und die Bedeutung der internen sowie externen ökonomischen Rahmenbedingungen.
3. Die Asienkrise: Analyse der Ursachen der Krise, wie strukturelle Schwächen im Finanzsektor und Bausektor, sowie eine detaillierte Beschreibung des Krisenverlaufs.
4. Die Rolle des IWF: Untersuchung der Interventionen des IWF und eine kritische Auseinandersetzung mit der Angemessenheit der Auflagen und Maßnahmen.
5. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Lehren aus der Krise und der Abhängigkeiten durch globalisierte Wirtschaftsbeziehungen.
Asienkrise, Globalisierung, Tigerstaaten, Finanzsektor, IWF, Wirtschaftswachstum, Thailand, Kapitalabfluss, Währungsabwertung, crony capitalism, Zahlungsbilanz, Strukturwandel, Auslandsschulden, Investorenvertrauen, Immobilienmarkt.
Die Arbeit behandelt die ökonomischen Hintergründe und Ursachen der Asienkrise von 1997, ausgehend vom vorangegangenen Wirtschaftswunder der Region.
Die zentralen Themen sind das wirtschaftliche Wachstum der asiatischen Tigerstaaten, die strukturellen Defizite im Finanzsektor sowie die Auswirkungen und die Rolle internationaler Akteure wie des IWF.
Ziel ist es, die Gründe für den Umschwung von einer Phase des rasanten Wachstums hin zu einer tiefen Finanz- und Währungskrise zu analysieren.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse wirtschaftsgeographischer Konzepte und ökonomischer Theorien zur Erklärung der Krisenentstehung unter Einbeziehung von Fallbeispielen.
Der Hauptteil analysiert die internen und externen Faktoren des asiatischen Booms, die spezifischen Ursachen der Krise in Finanz- und Unternehmenssektoren sowie den Verlauf der Krise.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Asienkrise, Tigerstaaten, Finanzsektor, IWF, Strukturwandel und crony capitalism.
Thailand wird als Fallbeispiel gewählt, da hier die Krise ihren Ursprung nahm und das Land, neben Indonesien, besonders stark betroffen war.
Sie werden als Begriff für die Zusammenfassung entwicklungsfördernder Faktoren wie hohe Sparquoten, soziale Stabilität und enge familiäre Bindungen innerhalb der asiatischen Wirtschaftsstruktur angeführt.
Die Rolle des IWF wird kritisch gesehen, da dem Fonds vorgeworfen wird, mit seinen Maßnahmenpaketen die Krise teilweise eher verschärft als gelöst zu haben.
Staaten wie Kambodscha, Laos oder Vietnam waren weniger stark betroffen, da sie geringere internationale Finanzverflechtungen und weniger kurzfristige Auslandskredite aufwiesen.
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