Examensarbeit, 2003
112 Seiten, Note: 1.0
1 Vorbemerkung
2 Einleitung
2. 1 Armut und Reichtum
2. 1. 1 Eindimensionale Armutsdefinitionen
2. 1. 2 Mehrdimensionale Armutsdefinition
2. 1. 3 Fazit
2. 2 Facetten der Armut
2. 2. 1 Betroffene oder gefährdete Bevölkerungsgruppen
2. 2. 1. 1 Geringverdiener und Arbeitslose
2. 2. 1. 2 Kinder und Jugendliche
2. 2. 1. 3 Straßenkinder
2. 2. 1. 4 Ausländer
2. 2. 1. 5 Alleinerziehende
2. 2. 1. 6 Kinderreiche Familien
2. 2. 2 Symptome von Armut
2. 2. 2. 1 Wohnen
2. 2. 2. 2 Gesundheit
2. 2. 2. 3 Ernährung
2. 2. 2. 4 Kleidung und Konsum
2. 2. 2. 5 Psychosoziale Aspekte
2. 2. 2. 6 Kriminalität
2. 2. 3 Fazit
3 Ursachen der Armut
3. 1 Kinderreichtum und Konsum
3. 2 Bildung
3. 3 Straßenkinder
3. 4 Arbeit
3. 5 Alleinerziehung
3. 6 Wohnen
3. 7 System der Hilfe
3. 8 Fazit
4 Konsequenzen von Armutsbetroffenheit oder Armutsgefährdung: Auswirkungen
4. 1 Dauer der Armutsbetroffenheit oder Armutsgefährdung
4. 2 Bildung und Entwicklung
4. 3 Wohnen
4. 4 Gesundheit
4. 4. 1 Zum Gesundheitsbegriff
4. 4. 2 Morbidität
4. 4. 2. 1 Typische Krankheitsbilder
4. 4. 2. 2 Beschädigung des Selbstwertgefühls
4. 4. 2. 3 Gesundheitsrisiko durch Kinderarbeit
4. 4. 2. 4 Kindesmisshandlungen
4. 4. 2. 5 Sozio – emotionale Armutsfolgen
4. 4. 2. 6 Gesundheitsverhalten
4. 4. 2. 7 Ernährungsverhalten
4. 4. 2. 8 Zahnstatus
4. 4. 3 Mortalität
4. 5 Straßenkinder
4. 6 Kriminalität
4. 7 Fazit
4. 8 Exkurs: Infantilisierung der Armut
4. 9 Zwischenergebnis
5 Konsequenzen von Armutsbetroffenheit oder Armutsgefährdung: Reaktion
5. 1 Reaktionen der Armutsbetroffenen und Armutsgefährdeten
5. 1. 1 Das soziale Netzwerk
5. 1. 1. 1 Familiale Ressourcen
5. 1. 1. 2 Individuelle Ressourcen
5. 1. 1. 3 Gleichaltrigengruppe
5. 1. 2 Bewältigungsstrategien
5. 1. 3 Zusammenfassung
5. 2 Staatliche Reaktionen
5. 2. 1 Sozialhilfe als Grundsicherungssystem
5. 2. 2 Kritik am bestehenden Sozialversicherungssystem
5. 2. 3 Reformperspektiven
5. 3 Fazit
6 Konsequenzen von Armutsbetroffenheit oder Armutsgefährdung: Prävention
6. 1 Ökonomische Aspekte der Armutsprävention
6. 1. 1 Arbeitsmarkt
6. 1. 2 Ungleichbehandlung von Frauen
6. 1. 3 Kinderbetreuung
6. 1. 4 Abschaffung der Prämierung von Kinderlosigkeit
6. 1. 5 Einkommens- und Budgetberatung
6. 2 Sozio – emotionale Aspekte der Armutsprävention
6. 3 Armutsprävention durch Bildung
6. 4 Armutsprävention durch Wohnen
6. 5 Armutsprävention und Gesundheit
6. 6 Struktur der Hilfsangebote
6. 7 Fazit
7 Zusammenfassung und Ausblick
7. 1 Zusammenfassung
7. 2 Ergebnisse für eine Tätigkeit als Lehrer
Die Arbeit untersucht das vielschichtige Phänomen der Kinderarmut in Deutschland, beleuchtet deren Ursachen und Konsequenzen und diskutiert präventive sowie reaktive Handlungsmöglichkeiten. Die Forschungsfrage fokussiert darauf, wie Armut das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen prägt und welche Bedeutung dies für das Handeln von Lehrkräften hat.
2. 1 Armut und Reichtum
In einer ersten Annäherung soll versucht werden, den Armuts- und Reichtumsbegriff möglichst neutral zu definieren.12
Zunächst kann man festhalten, dass „Armut ein gesellschaftlich zugewiesener Ort [ist], der innerhalb je einer Gesellschaft relativ bestimmt wird.13“ Anders gesagt: wer in unserer Wohlstandsgesellschaft als arm eingestuft wird, wird in einem anderen gesellschaftlichen Kontext aufgrund seiner persönlichen materiellen wie immateriellen Ressourcen nicht zwingend ebenfalls als arm eingestuft.
Neben der Relativität von Armut wird hier eine zweite Besonderheit deutlich, die sich als Teil einer Armutsdefinition eignet. Innerhalb einer Gesellschaft lassen sich Personen als arm bezeichnen, deren Ressourcen nicht zur Bedürfnisbefriedigung ausreichen.14 Dabei ist die Feststellung wichtig, dass die Einschätzung der Wichtigkeit der einzelnen Bedürfnisse zwischen verschiedenen Gesellschaften unterschiedlich ist.
Wenn, wie gerade beschrieben, eine unzulängliche Bedürfnisbefriedigung Indiz für Armut ist, lässt sich ein weiterer Aspekt von Armut definieren: Armut ist für die Betroffenen in jedem Fall eine Form des Ausgegrenztseins –wovon auch immer. Sie bedeutet Isolation in einem Umfeld, von dem die Betroffenen zugleich –zumindest in unseren hochentwickelten Gesellschaften– ein Teil sind.15 Denn aufgrund mangelnder Ressourcen sind sie zumindest von der Befriedigung jener Bedürfnisse ausgegrenzt, für die zu wenig Ressourcen zur Befriedigung zu Verfügung stehen.
1 Vorbemerkung: Einführung in die Problematik der Armut in Deutschland und die Relevanz der Kinderarmut als zentrales soziales Problem.
2 Einleitung: Begriffsbestimmung von Armut und Reichtum sowie Vorstellung der methodischen Ansätze zur kindgerechten Erfassung von Armutslagen.
3 Ursachen der Armut: Analyse von Faktoren wie Kinderreichtum, Bildungsdefiziten, Wohnsituation und Arbeitslosigkeit als potenzielle Armutsauslöser.
4 Konsequenzen von Armutsbetroffenheit oder Armutsgefährdung: Auswirkungen: Detaillierte Untersuchung der gesundheitlichen, bildungsbezogenen und psychosozialen Folgen für betroffene Kinder.
5 Konsequenzen von Armutsbetroffenheit oder Armutsgefährdung: Reaktion: Erörterung der Bewältigungsstrategien Betroffener sowie staatlicher Reaktionen und Sozialhilfesysteme.
6 Konsequenzen von Armutsbetroffenheit oder Armutsgefährdung: Prävention: Darstellung präventiver Handlungsansätze in den Bereichen Arbeit, Bildung, Gesundheit und Wohnen.
7 Zusammenfassung und Ausblick: Resümee der Ergebnisse und Diskussion der pädagogischen Relevanz für das Handeln von Lehrkräften.
Kinderarmut, Armutsprävention, Sozialhilfe, Lebenslagenkonzept, Bildungsbenachteiligung, Arbeitslosigkeit, Soziale Segregation, Gesundheitsrisiken, Familienpolitik, Armutsforschung, Verarmungsprozesse, Soziale Exklusion, Bewältigungsstrategien, Kinderbetreuung, Humankapital.
Die Arbeit gibt einen umfassenden Überblick über Ursachen, Symptome und Folgen von Armut in Deutschland mit speziellem Fokus auf Kinder und Jugendliche.
Die Arbeit behandelt die Definition von Armut, die Identifikation gefährdeter Gruppen, die Auswirkungen auf Gesundheit und Bildung sowie präventive Maßnahmen.
Wie Armut die Entwicklungsmöglichkeiten von Kindern einschränkt und welche Handlungsmöglichkeiten für Staat, Gesellschaft und insbesondere für Lehrer bestehen.
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf der Auswertung sozialwissenschaftlicher Literatur und Berichte basiert, um das komplexe Phänomen der Kinderarmut einzuordnen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Armutsursachen, die detaillierte Darstellung von Armutsfolgen und eine kritische Diskussion von Reaktions- und Präventionsstrategien.
Die zentralen Aspekte umfassen Kinderarmut, soziale Exklusion, Bildungschancen, Prävention, das Lebenslagenkonzept und Bewältigungsstrategien.
Armut korreliert mit höherer Morbidität, ungesundem Ernährungsverhalten, psychosozialen Belastungen und einer schlechteren Inanspruchnahme von Gesundheitsvorsorge.
Die Schule wird als zentraler Ort definiert, der durch Kompetenzvermittlung, Unterstützung und ein positives Lernklima den negativen Folgen von Armut entgegenwirken kann.
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