Seminararbeit, 2012
8 Seiten
1 Einleitung
1.1 Kurzzusammenfassung des Romanes Berlin Alexanderplatz
2 Montagetechniken
2.1 Literatur und Montage
2.2 Montagetechnik in Berlin Alexanderplatz
3 Die Bedeutung des Stilmittels der Montagetechnik für den modernen Roman
3.1 Die Krise des Romans
4 Fazit
Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die Anwendung der Montagetechnik in Alfred Döblins Roman "Berlin Alexanderplatz" und analysiert deren zentrale Bedeutung für die ästhetische Gestaltung des Werkes im Kontext der literarischen Moderne. Dabei steht die Frage im Fokus, inwieweit Döblin durch die filmisch inspirierte Schnitt- und Montagetechnik eine realistische Abbildung des großstädtischen Lebens in den zwanziger Jahren erreichte und somit eine neue Form des modernen Romans begründete.
Montagetechnik in Berlin Alexanderplatz
Das Prinzip der Montagetechnik in Berlin Alexanderplatz versucht die Hektik und das Chaos der zeitgenössischen Großstadt darzustellen. Berlin gehörte um den Wechsel des 19. zum 20. Jahrhunderts zu den am rapide wachsenden Städten der Welt. Döblin kannte die sozialen Brennpunkte und das Treiben um den Berlin Alexanderplatz, da er als Kassenarzt in der Nähe des Standortes ansässig war. Der Autor arbeitet mit verschiedenen Handlungssträngen und einem andauernden Wechsel zwischen den sprachlichen Mitteln. Hierbei bietet er ein intensives Mosaik unermesslicher Vielfalt. Unter anderem werden Börsenberichte, amtliche Publikationen, Zeitungsartikel, Reklametafelsprüche, Schlagertextfragmente, medizinische Abhandlungen, Bibelzitate „sprach Jeremia, wir wollen Babylon heilen“, Berliner Jargon „Wo soll ick armer Deibel hin“, Werbeslogans, Statistiken und Kommentare des Autors zusammengesetzt.
Die Hauptgeschichte Biberkopfs wird nicht nur um eigenständige und parallele Szenen ergänzt, sondern diese werden in die Handlung hineingeschoben und konstruktiv zusammengefügt. Döblin sammelte zur Entstehungsgeschichte des Romanes diverse Zeitungsausschnitte und montierte diese in Anlehnung an die Dada Kunst in sein Manuskript. Der rote Faden des Romanes, die Geschichte vom Franz Biberkopf, wird gepolstert und gesplittet durch die Montageelemente. Dieses äußerste Verfahren der Montage ist die Technik der Collage. Das Collageprinzip montiert Texte zusammen, die verschiedene Bedeutungsebenen in den Text einbringen. Die Textmontage erhält dadurch einen „atmosphärischen Charakter“. Das Symbol der Stadt wird durch die Collagetechnik als melting pot der Kräfte und Energien, welche Berlin Ende der Zwanziger Jahre dominierten, darstellbar.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung von Alfred Döblins "Berlin Alexanderplatz" als bedeutenden Großstadtroman ein und gibt einen kurzen Überblick über die Handlung um Franz Biberkopf.
1.1 Kurzzusammenfassung des Romanes Berlin Alexanderplatz: Dieser Abschnitt skizziert den Leidensweg und die charakterliche Entwicklung des Protagonisten Franz Biberkopf nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis bis zur Erlangung seiner neuen kritischen Weltsicht.
2 Montagetechniken: Das Kapitel erläutert das literarische Prinzip der Montage als eine Methode, vorgefertigte Teile zu einem Ganzen zusammenzusetzen, und verortet sie in der literaturgeschichtlichen Entwicklung.
2.1 Literatur und Montage: Hier wird der Bruch mit der Tradition durch die moderne Montage beleuchtet und der Einfluss auf die Rezeption, etwa durch James Joyces "Ulysses", aufgezeigt.
2.2 Montagetechnik in Berlin Alexanderplatz: Der Fokus liegt hier auf der konkreten Umsetzung der Montage bei Döblin, um die Vielschichtigkeit des Berliner Lebens durch ein Mosaik aus verschiedensten Sprachstilen und Fragmenten abzubilden.
3 Die Bedeutung des Stilmittels der Montagetechnik für den modernen Roman: Dieses Kapitel untersucht die Funktion der Montage als Antwort auf die formale Krise des Romans in den 1920er Jahren.
3.1 Die Krise des Romans: Hier wird analysiert, wie Döblin durch die Übertragung filmischer Schnitttechniken auf die Literatur einen neuen, modernen "Kinostil" entwickelte, um das epische Werk zu erneuern.
4 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Döblins Werk durch die innovative Textmontage ein historisch prägendes Meisterwerk geschaffen hat, das trotz seiner Komplexität einen roten Faden bietet.
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Die Arbeit analysiert die spezifische Schreibweise von Alfred Döblins "Berlin Alexanderplatz" und untersucht, wie der Einsatz der Montagetechnik zur Darstellung der modernen Großstadt beiträgt.
Die Themenfelder umfassen die literarische Montagetechnik, die Krise des klassischen Romans nach dem Ersten Weltkrieg, die filmischen Einflüsse auf die Literatur sowie die erzähltechnische Gestaltung bei Döblin.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Döblin durch die Montage verschiedener Sprachstile und medialer Versatzstücke die chaotische Realität des modernen Berlin in ein literarisches Kunstwerk überführt hat.
Die Arbeit basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Analyse, die theoretische Konzepte zur Montage und Collage mit der praktischen Untersuchung des Textes von "Berlin Alexanderplatz" verknüpft.
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition und Herkunft der Montagetechnik, der praktischen Anwendung dieses Stilmittels im Roman und der theoretischen Einbettung in den Kontext der damaligen Romankrise.
Die wichtigsten Begriffe sind Montagetechnik, Moderne, Berlin Alexanderplatz, Kinostil, Collage, Romankrise und Alfred Döblin.
Franz Biberkopf dient als roter Faden der Handlung, während seine Geschichte durch die Montageelemente "gepolstert und gesplittet" wird, was die Zerrissenheit des Individuums in der Großstadt verdeutlicht.
Der "Kinostil" bezieht sich auf Döblins Übertragung filmischer Schnitttechniken in die Literatur, um durch schnelle Wechsel und eine Montage der Eindrücke die Dynamik der modernen Welt abzubilden.
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