Hausarbeit (Hauptseminar), 2010
11 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Eine kurze formelle Analyse
3. Anton Weberns Musik im Vergleich zu dem Gedicht
4. Analyse der schizophrenen Aspekte des Gedichts im Vergleich zu Adolf Wölflis „Wiigen=Lied“
5. Bibliographie
Die vorliegende Arbeit untersucht das Gedicht „Beim Anhören von vier Stücken für Violine und Klavier von Anton von Webern“ von Heinar Kipphardt auf seine strukturellen und inhaltlichen Parallelen zur Schizophrenie sowie zur Musik von Anton von Webern.
Anton Weberns Musik im Vergleich zu dem Gedicht
Anton Webern war ein österreichischer Komponist und Sohn von Karl Freiherr von Webern. Den Namenszusatz „von“ musste er 1919 im Rahmen des Adelsaufhebungsgesetzes aufgeben. Er lebte von 1883 bis 1945. Seine ersten musikalischen Instruktionen erhielt er von seiner Mutter, einer (laienhaften) Pianistin. Die erste professionelle Musiktheorie-, sowie Piano-Ausbildung bekam er von Edwin Komauer in Klagenfurt. Außerdem lernte er das Violoncello-Spiel. Aus dieser Zeit in Klagenfurt stammen seine ersten zwei Kompositionen für Cello und Klavier. Es folgte 1902 bis 1906 ein Musikwissenschaftsstudium an der Wiener Universität, wo er unter anderen Arnold Schönberg kennen lernte, bei dem er 1904 bis 1908 Unterricht nahm. Eine weitere Bekanntschaft im Zusammenhang mit Schönberg war Alban Berg. Diese Zusammenarbeit führte letztendlich zu einem Durchbruch in der Musik, mit der Entwicklung der „Atonalität“. Die Idee dieser Musik ist es, dass die Töne eines Stückes nicht unbedingt, wie damals üblich in einem melodisch kohärenten Zusammenhang stehen müssen, sondern durchaus dissonant sein können.
1. Einleitung: Vorstellung des Autors Heinar Kipphardt, seines biographischen Hintergrunds und der zentralen Forschungsfrage nach der Schizophrenie in seinen Werken.
2. Eine kurze formelle Analyse: Untersuchung der formalen Struktur, der Rhythmik, der rhetorischen Figuren und der sprachlichen Dichte des Gedichts.
3. Anton Weberns Musik im Vergleich zu dem Gedicht: Betrachtung der biographischen und musikalischen Hintergründe von Anton Webern sowie deren Einfluss auf die Struktur von Kipphardts Gedicht.
4. Analyse der schizophrenen Aspekte des Gedichts im Vergleich zu Adolf Wölflis „Wiigen=Lied“: Vergleich der lyrischen Merkmale (Subjektlosigkeit, Neologismen, Syntax) bei Kipphardt mit denen des als schizophren diagnostizierten Autors Adolf Wölfli.
5. Bibliographie: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur sowie Internetquellen.
Heinar Kipphardt, Anton von Webern, Schizophrenie, Lyrik, Adolf Wölfli, Wiigen=Lied, Atonalität, Zwölftontechnik, Neologismen, Subjektlosigkeit, Sprachanalyse, Literaturwissenschaft, Moderne Lyrik, Struktur, Dissonanz
Die Arbeit analysiert das Gedicht von Heinar Kipphardt über die Musik von Anton von Webern und untersucht, inwieweit dieses Werk Merkmale schizophrener Lyrik aufweist.
Die zentralen Themen sind das Verhältnis zwischen Musiktheorie (Atonalität/Zwölftontechnik) und Lyrik sowie die sprachlichen Indikatoren, die typischerweise mit schizophrenem Schreiben assoziiert werden.
Ziel ist es zu klären, ob Kipphardt in seinem Gedicht eine authentische schizophrene Sprache konstruiert oder ob das Gedicht lediglich oberflächlich strukturelle Anleihen bei schizopherner Lyrik nimmt.
Es wird eine komparative Methode verwendet, bei der sowohl formale Textanalysen durchgeführt als auch Vergleiche zu musikwissenschaftlichen Konzepten und Werken anderer Autoren (Adolf Wölfli) gezogen werden.
Im Hauptteil werden zunächst die formale Analyse des Gedichts, die musikgeschichtliche Einordnung Weberns und schließlich der direkte Vergleich der Textstrukturen mit Wölflis „Wiigen=Lied“ behandelt.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Schizophrenie, Atonalität, Neologismen, Subjektlosigkeit sowie die spezifische Schreibweise von Kipphardt und Wölfli.
Während Wölflis Texte oft durch radikale Regelbrüche und eine eigene Logik geprägt sind, zeigt die Analyse, dass Kipphardts Gedicht trotz der bewussten Wahl „schizophrener“ Stilelemente eine tiefere, bewusste Konstruktion aufweist.
Die Musik von Webern dient als Vorbild für die Lakonie und formale Verdichtung des Gedichts, da Kipphardt versuchte, die ästhetischen Prinzipien der Atonalität in sprachliche Form zu übertragen.
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