Studienarbeit, 2011
17 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Begriffliche Abgrenzung
3. Parteien in Deutschland
3.1 Inkorporierung der Parteien in die Verfassung
3.2 Einschränkung der Freiheit von Mandatsträgern
3.3 Wahlen sind Parteienwahlen?
3.4 Einfluss von Parteien außerhalb des politischen Systems
3.5 Parteienfinanzierung
4. Fazit
5. Literaturverzeichnis
5.1 Internetquellen
Die vorliegende Arbeit analysiert die Rolle und den Einfluss politischer Parteien in der Bundesrepublik Deutschland, um zu untersuchen, ob die Charakterisierung der BRD als „Parteienstaat“ gerechtfertigt ist.
3.2 Einschränkung der Freiheit von Mandatsträgern
Bei sog. „Gewissensfragen“ (z.B. Sterbehilfe, PID) ist in der Presse verstärkt vom Fraktionszwang oder von der Fraktionsdisziplin zu lesen. Beide Begriffe beschreiben das Phänomen, dass Abgeordnete in ihrer Abstimmungshaltung im Plenum durch ihre Fraktion beeinflusst werden. Denn gerade bei den erwähnten elementaren und wichtigen Grundfragen fordern viele Vertreter der Presse, Wissenschaftler und einige Politiker regelmäßig den Fraktionszwang aufzuheben. Auch Leibholz kritisiert in „Verfassungsstaat – Verfassungsrecht“, dass die Abgeordneten im Parlament „einer Fülle von parteimäßigen Bindungen“ unterworfen sind und deren Abstimmungsverhalten wesentlich durch die Haltung der Parteien beeinflusst wird. Im Folgenden wird diese These auf deren Aktualität und Relevanz geprüft.
„Nach dem Grundgedanken des parlamentarischen Repräsentativsystems sollen im Parlament Persönlichkeiten zur Entfaltung gelangen, die die Qualitäten eines Herrn und nicht eines Dieners besitzen.“ Leibholz hebt hiermit den Art. 38 GG, der – isoliert betrachtet – ein klares Indiz für eine repräsentative Demokratie ist, hervor. Art. 38 GG dient als Gegenpol zu Art. 21 GG, um den verfassungsrechtlichen Einfluss der Parteien zu relativieren bzw. auszubalancieren. Die Abgeordneten sind gemäß Art. 38, Abs. 1 GG an Aufträge und Weisungen zwar nicht gebunden und nur ihrem eigenen Gewissen unterworfen. Theoretisch würde dies bedeuten, dass jeder einzelne Abgeordnete bei allen Beschlüssen - z.B. im Bundestag – so abstimmt, wie er es persönlich für richtig empfindet. In der Praxis zeigt sich jedoch ein deutliches Spannungsverhältnis von Parteizugehörigkeit und freiem Mandat auf Bundestagsebene: Die Bundestagsfraktionen warten oftmals Beschlüsse der Parteitage ab um auf diese Weise eine gemeinsame Haltung im Parlament einzunehmen.
1. Einleitung: Einführung in die Bedeutung von Parteien in einer modernen Demokratie sowie Darstellung der kritischen Parteienstaatslehre von Gerhard Leibholz.
2. Begriffliche Abgrenzung: Klärung des Parteienbegriffs durch das Parteiengesetz sowie theoretische Differenzierung zwischen Parteiendemokratie und Parteienstaat.
3. Parteien in Deutschland: Detaillierte Untersuchung des Parteieneinflusses in den Bereichen Verfassung, parlamentarische Freiheit, Wahlen, öffentliche Verwaltung und Finanzierung.
3.1 Inkorporierung der Parteien in die Verfassung: Analyse der verfassungsrechtlichen Sonderstellung der Parteien gemäß Art. 21 GG im historischen Kontext.
3.2 Einschränkung der Freiheit von Mandatsträgern: Diskussion des Spannungsfeldes zwischen dem freien Mandat nach Art. 38 GG und der faktischen Bindung durch Fraktionsdisziplin.
3.3 Wahlen sind Parteienwahlen?: Untersuchung der Dominanz von Parteien bei der Rekrutierung von politischem Personal und der Strukturierung der Wählerentscheidung.
3.4 Einfluss von Parteien außerhalb des politischen Systems: Beleuchtung der zunehmenden Politisierung von Verwaltungs- und sonstigen öffentlichen Ämtern durch parteipolitische Patronage.
3.5 Parteienfinanzierung: Analyse der staatlichen Finanzierung als notwendiges, aber spannungsreiches Instrument zur Sicherung der demokratischen Funktionsfähigkeit.
4. Fazit: Zusammenfassende Bewertung des Parteieneinflusses in der BRD und Ausblick auf die zukünftige Entwicklung politischer Beteiligungsformen.
5. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Internetquellen.
5.1 Internetquellen: Verzeichnis der direkt zitierten digitalen Quellen.
Parteienstaat, Parteiendemokratie, Art. 21 GG, Art. 38 GG, Fraktionszwang, Parteienfinanzierung, Parteienpatronage, Repräsentative Demokratie, Gerhard Leibholz, Volkswille, Mandatsträger, politische Willensbildung, Parteienrecht, Ämterpatronage, politisches System.
Die Arbeit untersucht, inwieweit die Bundesrepublik Deutschland als Parteienstaat bezeichnet werden kann und welchen Einfluss politische Parteien auf das gesellschaftliche und staatliche Leben ausüben.
Die Schwerpunkte liegen auf der verfassungsrechtlichen Rolle der Parteien, der Unabhängigkeit von Abgeordneten, dem Einfluss auf Wahlen und öffentliche Ämter sowie der staatlichen Parteienfinanzierung.
Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen der verfassungsrechtlichen Theorie (freies Mandat, repräsentative Demokratie) und der politischen Praxis der Parteienherrschaft zu analysieren.
Der Autor führt eine theoretische Auseinandersetzung mit der Parteienstaatslehre sowie eine Analyse der verfassungsrechtlichen und praktischen Bedingungen politischer Parteien in Deutschland durch.
Im Hauptteil werden die Inkorporierung der Parteien, die Einschränkung der Abgeordnetenfreiheit, die Dominanz bei Wahlen, die Ämterpatronage und die Finanzierungsstrukturen detailliert betrachtet.
Die zentralen Begriffe umfassen Parteienstaat, Art. 21 GG, Art. 38 GG, Fraktionszwang, Parteienfinanzierung und Ämterpatronage.
Es besteht ein Konflikt zwischen der verfassungsrechtlich verankerten Rolle der Parteien als Mitwirkende an der Willensbildung (Art. 21) und dem Anspruch des Abgeordneten, nur seinem Gewissen und nicht den Parteivorgaben verpflichtet zu sein (Art. 38).
Der Autor sieht die staatliche Finanzierung als unabdingbar an, um die Funktionsfähigkeit des Parteiwesens zu sichern und eine Abhängigkeit von privaten Großspendern zu begrenzen, wenngleich sie eine Herausforderung für die Parteienstaats-Kritik darstellt.
Laut Autor neigen Regierungsparteien dazu, Personen aus den eigenen Reihen in wichtigen Ämtern (auch außerhalb der reinen Politik) zu platzieren, um ihre Ideale und Ziele effektiver durchzusetzen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

