Examensarbeit, 2012
61 Seiten, Note: 1,5
2 Einleitung
3 Geschichte, Bedeutung, Rezeption des Inklusionsbegriffs
3.1 Fünf Entwicklungsstufen nach Sander
3.2 Vorläufer der Inklusion: Integration
3.3 Bestandsaufnahme schulischer und didaktischer Modelle
3.3.1 „Eine Schule für Alle“
3.3.2 Annedore Prengels „Pädagogik der Vielfalt“
3.3.3 Georg Feusers Modell der entwicklungslogischen Didaktik
3.4 Gesetze und Konventionen, die den Paradigmenwechsel einleiten
3.4.1 UN- Kinderrechtskonvention 1989
3.4.2 Salamanca - Erklärung 10.6.1994
3.4.3 Behindertenrechtskonvention (BRK) 2006
3.4.4 WHO „World Report On Disability“ 2011
3.5 Übergangsphase - Von der Integration zur Inklusion
3.6 Inklusionskonzepte
3.7 Inklusion im weiter gefassten Sinn
3.7.1 Luhmann
3.7.2 Behindertenrechtskonvention 2006
3.8 Index für Inklusion- ein Instrument zur Umsetzung
3.9 Inklusion aus theologischer und anthropologischer Sichtweise
3.10 Fazit zur Inklusion
4 Inklusive Religionspädagogische Konzepte
4.1 Stefan Anderssohns Entwurf eines didaktischen Symbolkonzeptes
4.2 Stärken wahrnehmen und entfalten: ein inklusives Konzept von Franz Feiner
4.3 Das Hamburger Modell. Religionsunterricht für alle in einer Schule für alle, Inklusion statt Separation
5 Das „Tübinger Elementarisierungsmodell“- ein inklusiver „Anwärter“
5.1 Basiskomponente: Klafkis „Konzept der kategorialen Bildung“
5.2 Die Herausbildung des Tübinger Ansatzes der Elementarisierung
5.3 Der Elementarisierungsansatz und die Inklusion
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Umsetzung des Inklusionsgedankens im Kontext religionspädagogischer Konzepte in Deutschland. Ziel ist es zu klären, ob gegenwärtig existierende Ansätze den Anforderungen einer inklusiven Schule gerecht werden und wie religiöse Bildung gestaltet sein muss, um alle Schülerinnen und Schüler unabhängig von individuellen Voraussetzungen am Unterricht zu beteiligen.
3.3.2 Annedore Prengels „Pädagogik der Vielfalt“
Mit der Herausgabe der „Pädagogik der Vielfalt“ nimmt Prengel eingangs grundlegende Begriffsbestimmungen vor. Mit Windelband sagt sie: „Gleichheit ist ein Verhältnis, worin Verschiedenes zueinander steht.“
Mit Lyotard, einem der Begründer der Philosophie der Differenz, beschreibt sie radikale Pluralität im Sinne absoluter Heterogenität. „Zwischen den heterogenen Bereichen, die wie Inseln voneinander getrennt sind, kann es nach Lyotard keine Gemeinsamkeit geben. Es geht vielmehr darum, daß sich die Philosophie zum Anwalt des Heterogenen macht, das nicht einfach da ist, sondern immer neu zu entdecken und zu seiner Sprache und zu seinem Recht zuzulassen ist. Dieser Prozeß ist immer unvollendet und wir müssen uns dieser Begrenztheit bewußt sein.“
Mit Honneth unterscheidet sie drei Formen der Anerkennung: die emotionale Achtung (Liebe), die rechtliche Anerkennung sich selbst und anderen gegenüber (gleiche Rechte) und wechselseitige Anerkennung zwischen soziokulturell unterschiedlich individuierten Personen (Solidarität bzw. egalitäre Differenz).
Mit diesem Fundament erörtert Prengel in einer analytischen Zusammenschau drei gegenwärtig (1993) unabhängig voneinander arbeitende pädagogische Bewegungen, die die Verschiedenheit von Kindern und Jugendlichen auf neue Weise thematisiert haben. „Die Interkulturelle Pädagogik, als pädagogischer Beitrag zur multikulturellen Gesellschaft, die Feministische Pädagogik, als pädagogischer Beitrag zur Neugestaltung des Geschlechterverhältnisses und die Integrative Pädagogik, als pädagogischer Beitrag zur Nichtaussonderung von Menschen mit Behinderungen.“ Daraus entwickelt sie 17 Thesen, wie sich Schulbildung mit gleichberechtigtem Zugang für Alle in einer Pädagogik der Vielfalt entwickeln kann. Nach Sander (Vgl. Kap 3.6) erfuhr die Pädagogik der Vielfalt besonders nach der Salamanca- Erklärung 1994 verstärkte Rezeption.
2 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit neuer religionspädagogischer Konzepte angesichts der UN-Behindertenrechtskonvention und der Heterogenität im deutschen Schulsystem.
3 Geschichte, Bedeutung, Rezeption des Inklusionsbegriffs: Dieses Kapitel arbeitet die historische Genese des Inklusionsbegriffs auf und analysiert einschlägige Gesetze sowie theoretische Inklusionsmodelle.
4 Inklusive Religionspädagogische Konzepte: Hier werden spezifische religionspädagogische Modelle vorgestellt, die Ansätze für inklusiven Unterricht in heterogenen Lerngruppen bieten.
5 Das „Tübinger Elementarisierungsmodell“- ein inklusiver „Anwärter“: Das Kapitel untersucht den Tübinger Elementarisierungsansatz auf seine Eignung für eine inklusive Religionspädagogik.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die Anwendbarkeit der untersuchten Konzepte auf die Praxis des modernen Religionsunterrichts.
Inklusion, Integration, Religionspädagogik, Heterogenität, Pädagogik der Vielfalt, Elementarisierung, Kategoriale Bildung, Behindertenrechtskonvention, Dialogischer Religionsunterricht, Entwicklungslogische Didaktik, Anerkennung, Symbolkonzept, Multiple Intelligenzen, Gemeinsamer Gegenstand, Schulentwicklung
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie Inklusion im Kontext des deutschen Religionsunterrichts theoretisch fundiert und praktisch umgesetzt werden kann.
Zentrale Felder sind die historische Entwicklung des Inklusionsbegriffs, die Analyse bestehender didaktischer Modelle und die Frage nach einer gerechten Teilhabe aller Schülerinnen und Schüler am Religionsunterricht.
Die Arbeit hinterfragt, ob bestehende religionspädagogische Konzepte in Deutschland den Inklusionsgedanken ausreichend integrieren und wie eine inklusive Gestaltung des Religionsunterrichts aussehen muss.
Es handelt sich um eine theoriegeleitete Arbeit, die einschlägige Fachliteratur sowie rechtliche Grundlagen analysiert und verschiedene didaktische Konzepte vergleichend gegenüberstellt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung der Begriffsgeschichte, die Vorstellung konkreter inklusiver Unterrichtsmodelle und die spezifische Prüfung des Tübinger Elementarisierungsmodells.
Wichtige Begriffe sind Inklusion, Heterogenität, Elementarisierung, pädagogische Anerkennung und die Frage nach einem gemeinsamen Bildungsgegenstand.
Prengel setzt Inklusion mit einer radikalen Anerkennung von Verschiedenheit gleich und stützt sich dabei auf die Philosophie der Differenz und die Theorie der Anerkennung von Axel Honneth.
Es wird als besonders flexibler Ansatz gewürdigt, der durch seine Strukturierung von Inhalten (Objektseite) und individuellen Lernvoraussetzungen (Subjektseite) einen inklusiven Zugang zu religiösen Themen ermöglichen kann.
Er beschreibt das Ziel, dass Schülerinnen und Schüler trotz unterschiedlicher Lernvoraussetzungen an einem gemeinsamen inhaltlichen Thema arbeiten, welches individuell durch verschiedene Zugänge erschlossen wird.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

