Diplomarbeit, 2010
271 Seiten, Note: 1,2
1 Einleitung
2 Untersuchungsrahmen
2.1 Fragestellung
2.2 Begründungszusammenhang
2.2.1 Demokratietheoretische Ansätze
2.2.2 Drei Konzepte innerparteilicher Demokratie
2.2.3 Drei Organisationsmodelle von Parteien
2.2.3.1 Michels: Das „eherne Gesetz der Oligarchie“
2.2.3.2 Eldersveld: Das „Stratarchie-Modell“
2.2.3.3 Wiesendahl: Die Partei „als lose verkoppelte, organisierte Anarchie“
2.2.4 Rahmenbedingungen
2.2.4.1 Verfassungsrechtliche Aspekte innerparteilicher Demokratie
2.2.4.2 Der Organisationsaufbau der Parteien
2.2.4.3 Politische Parteien als Organisationen
2.2.4.4 Partei als Organisation von freiwilligen Sympathisanten
2.2.4.5 Die Mitglieder der Parteien
2.2.4.6 Die Parteiführung
2.2.5 Forschungsstand: Innerparteiliche Willensbildung in der politikwissenschaftlichen Diskussion
2.2.6 Forschungslücke
2.2.7 Konzeptspezifikation
2.2.7.1 Konzept 1: Das „eherne Gesetz der Oligarchie“
2.2.7.2 Konzept 2: Das Stratarchie-Modell
2.2.7.3 Konzept 3: Das Modell der „lose verkoppelten, organisierten Anarchie“
2.2.7.4 Konzept 4: Innerparteiliche Willensbildung
2.2.7.5 Konzept 5: Der Idealtyp innerparteilicher Demokratie
2.3 Methode: Inhaltsanalyse
2.3.1 Gegenstand und Ziel
2.3.2 Inhaltsanalyse in der Praxis
2.4 Medienauswahl
2.4.1 Printmedien
2.4.2 Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ)
2.4.3 Die Westdeutschen Allgemeine Zeitung (WAZ)
2.4.4 Die BILD-Zeitung (Bild)
2.4.5 Begründung: Warum diese Stichprobe?
3 Zwischenfazit
4 Analyse: Ablauf und Aufbau
4.1 Materialbeschaffung
4.2 Artikelauswahl
4.3 Analyseeinheiten
4.4 Entwicklungsphase: Definition des Kategoriensystems
4.4.1 Konzeptualisierung der inhaltlichen Kategorien
4.4.2 Konzeptualisierung der Kategorienausprägungen
4.5 Anwendungsphase: Reliabilitätstest und Codierung
4.6 Auswertungsphase: Datentransformation
4.7 Zwei Untersuchungszeiträume
4.7.1 Untersuchungszeitraum 1: Gegenstand der medialen Berichterstattung
4.7.2 Untersuchungszeitraum 2: Gegenstand der medialen Berichterstattung
5 Analyse: Ergebnisdarstellung
5.1 Analyse: Ergebnisdarstellung - Teil 1
5.1.1 Intensität der Berichterstattung: Die Artikelstruktur
5.1.2 Intensität der Berichterstattung: Die Aussagenstruktur
5.1.3 Zwischenfazit: FAZ setzt die Maßstäbe
5.1.4 Die Aussagenstruktur der Medientitel nach Tagen
5.1.5 Platzierung und Darstellungsform der Aussagen: Ressort, Bedeutung und journalistische Darstellungsform
5.1.6 Fazit: Personalisiert, meinungsbetont und analytisch
5.1.7 Die Urheberstruktur der Aussagen
5.1.8 Die Themenstruktur der Aussagen
5.2 Analyse: Ergebnisdarstellung- Teil 2
5.2.1 „Oligarchie“ oder „lose verkoppelte Anarchie“? Die Organisationsanatomie der SPD im Spiegelbild der Medienberichterstattung
5.2.2 Die Organisationsanatomie der SPD nach der Berichterstattung in der Bild
5.2.3 Die Organisationsanatomie der SPD nach der Berichterstattung in der WAZ
5.2.4 Die Organisationsanatomie der SPD nach der Berichterstattung in der FAZ
5.2.5 Gesamtergebnis: Drei Mal „Stratarchie/Anarchie“ mit „Oligarchie- Einschlag“
5.2.6 Ergebnisinterpretation und Fazit
5.3 Analyse: Ergebnisdarstellung- Teil 3
5.3.1 Basisdemokratisch oder elitenzentriert? Die Einflussmöglichkeiten der Parteibasis auf die innerparteiliche Willensbildung
5.3.2 Vergleich der Kategorie „Innerparteiliche Willensbildung“ mit der Kategorie „Oligarchie-Modell“
5.3.3 Vergleich der Kategorie „Innerparteiliche Willensbildung“ mit der Kategorie „Stratarchie/Anarchie-Modell“
5.3.4 Vergleich der Kategorie „Innerparteiliche Willensbildung“ mit der Kategorie „Idealmodell innerparteilicher Demokratie“
5.3.5 Gesamtergebnis
5.3.6 Ergebnisinterpretation und Fazit
6 Schlussbetrachtung
Ziel der vorliegenden Diplom-Arbeit ist die Rekonstruktion des Bildes, das durch die Berichterstattung in drei meinungsbildenden Tageszeitungen (FAZ, WAZ, Bild) über die innerparteilichen Willensbildungs- und Entscheidungsprozesse in der SPD gezeichnet wird. Dabei wird untersucht, welchem Organisationsmodell von Parteien die SPD aus medialer Sicht zuzuordnen ist und welche Einflussmöglichkeiten der Parteibasis in der Berichterstattung thematisiert werden.
2.2.3.1 Michels: Das „eherne Gesetz der Oligarchie“
Die Beantwortung der Frage, wie die unterschiedlichen Gruppen in einer Partei miteinander verbunden sind, ist in den frühen Studien zur Parteiensoziologie maßgeblich unter der Verwendung von Anleihen aus Michels „ehernem Gesetz der Oligarchie“ erfolgt. Seine „Abrechnung“ mit den Parteien, hier im speziellen mit der SPD, die explizit das Forschungsobjekt seiner Beobachtungen war, birgt jene These, die den Ausgangspunkt der Forschung zur innerparteilichen Demokratie darstellt. Ausgehend von einem basisdemokratischen Konzept Rousseauscher Prägung attestiert Michels neuzeitlichen politischen Organisationen mit Blick auf die innerparteiliche Demokratie eine zutiefst defizitäre Organisationswirklichkeit. Für die repräsentativdemokratische Organisation gilt nach Meinung des Autors, dass sich innerhalb eines auf dem Prinzip der Repräsentation beruhenden Zusammenschlusses zwangsläufig eine stabile, sich abkapselnde Führungselite herausbildet. Die Herausbildung oligarchischer Tendenzen betrachtet Michels dabei nicht als ein Spezifikum politischer Parteien, vielmehr sei die Oligarchietendenz demnach ein grundsätzliches Charakteristikum aller menschlichen Zweckorganisation. In einer häufig zitierten Sequenz lautet Michels These schlussfolgernd:
„Das soziologische Grundgesetz, dem die politischen Parteien (…) bedingungslos unterworfen sind, mag auf seine kürzeste Formel gebracht, etwa so lauten: Die Organisation ist die Mutter der Herrschaft der Gewählten über die Wähler, der Beauftragten über die Auftraggeber, der Delegierten über die Delegierenden. Die Bildung von Oligarchien im Schoße der mannigfaltigen Formen der Demokratien ist eine organische, also eine Tendenz, der jede Organisation, auch die sozialistische, selbst die libertäre, notwendigerweise unterliegt.“
1 Einleitung: Das Kapitel führt in die Problematik der innerparteilichen Willensbildung bei der SPD ein und fixiert das Erkenntnisinteresse der Arbeit auf das medial gezeichnete Bild dieser Prozesse.
2 Untersuchungsrahmen: Dieser Abschnitt fundiert die Arbeit theoretisch durch die Darstellung von Organisationsmodellen und rahmt die methodische Vorgehensweise der Medieninhaltsanalyse ein.
3 Zwischenfazit: Das Kapitel fasst die theoretischen und methodischen Überlegungen zusammen und bereitet den Übergang zur empirischen Analyse vor.
4 Analyse: Ablauf und Aufbau: Hier werden das methodische Vorgehen bei der Materialbeschaffung, die Auswahl der Artikel sowie die Operationalisierung des Kategoriensystems detailliert dargelegt.
5 Analyse: Ergebnisdarstellung: Der Hauptteil präsentiert und interpretiert die Ergebnisse der Inhaltsanalyse, unterteilt in die Intensität der Berichterstattung, die Organisationsanatomie der SPD und die Einflussmöglichkeiten der Parteibasis.
6 Schlussbetrachtung: Das letzte Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, interpretiert diese im Kontext der forschungsleitenden Fragen und ordnet die Arbeit in den politikwissenschaftlichen Diskurs ein.
SPD, innerparteiliche Willensbildung, Medieninhaltsanalyse, ehernes Gesetz der Oligarchie, Stratarchie, organisierte Anarchie, Parteireform, politische Berichterstattung, Personalentscheidungen, Parteidemokratie, Zeitungen, FAZ, WAZ, Bild.
Die Diplom-Arbeit untersucht das medial vermittelte Bild von innerparteilichen Willensbildungs- und Entscheidungsprozessen der SPD im Spiegel der Berichterstattung von drei deutschen Tageszeitungen.
Die zentralen Felder sind die Organisationssoziologie von Parteien, demokratietheoretische Ansätze zur innerparteilichen Willensbildung sowie die Rolle der Massenmedien bei der Konstruktion politischer Realität.
Das primäre Ziel ist es, zu ermitteln, welchem Organisationsmodell (z.B. Oligarchie oder lose verkoppelte Anarchie) die SPD in der medialen Darstellung entspricht und inwieweit Einflussmöglichkeiten der Parteibasis abgebildet werden.
Die Arbeit nutzt die qualitative Medieninhaltsanalyse, um das Untersuchungsmaterial (Zeitungsartikel) systematisch zu erfassen, zu codieren und auszuwerten.
Im Hauptteil werden zunächst der methodische Ablauf, dann die Ergebnisse hinsichtlich der Berichterstattungsintensität, der Organisationsanatomie der SPD und der Mitgestaltungsmöglichkeiten der Parteibasis dargestellt.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Parteidemokratie, Organisationsmodell, Medienbild, innerparteiliche Willensbildung und politische Kommunikation geprägt.
Die Auswahl deckt unterschiedliche Medientypen ab: eine überregionale Qualitätszeitung (FAZ), eine regionale Abonnementzeitung (WAZ) und eine überregionale Boulevardzeitung (Bild), was eine vergleichende Analyse journalistischer Profile ermöglicht.
Personalrekrutierung wird explizit als Auswahl von Personen zur Besetzung von Parteiämtern verstanden, nicht als Besetzung von Regierungsämtern.
Es beschreibt eine Organisationswirklichkeit von Parteien, die durch Dezentralisation, ein gewisses Maß an Autonomie der Teileinheiten und eine weitgehende Abwesenheit zentraler oligarchischer Herrschaftsstrukturen geprägt ist.
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