Bachelorarbeit, 2012
67 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
2. Grundlagen des Jahresabschlusses
2.1 Funktionen des Jahresabschlusses
2.2 Jahresabschlussadressaten
2.3 Grundlegende Unterschiede zwischen HGB und IFRS
2.3.1 Bilanzierungsziele und -zwecke
2.3.2 Prinzipien der Rechnungslegung
3. Notwendigkeit zur Entwicklung neuer Rechnungslegungskonzepte
3.1 Defizite bisheriger Rechnungslegungskonzepte
3.2 Gründe zur Standardisierung / Harmonisierung der Rechnungslegung
4. Lösungsansätze zur Berücksichtigung der Informations- und Kapitalerhaltungsfunktion
4.1 IFRS-Abschluss zuzüglich Solvenztest
4.2 Konzept der informationsorientierten Kapitalerhaltung
5. Betrachtung der Kapitalerhaltung
5.1 Die Kapitalerhaltung unterstützenden GoB
5.1.1 Das Vorsichtsprinzip
5.1.2 Das Realisationsprinzip
5.1.3 Das Imparitätsprinzip
5.2 Umsetzung der Kapitalerhaltung im Konzept der informationsorientierten Kapitalerhaltung
5.2.1 Anlagevermögen
5.2.2 Umlaufvermögen
5.2.3 Schulden
6. Anwendungsbeispiele im Konzept der informationsorientierten Kapitalerhaltung
6.1 Bilanzierung von Grundstücken
6.1.1 Bilanzierungsmethoden gemäß HGB und IFRS
6.1.2 Grundstücke in der informationsorientierten Kapitalerhaltung
6.2 Bilanzierung von langfristigen Fertigungsaufträgen
6.2.1 Bilanzierungsmethoden gemäß HGB und IFRS
6.2.2 Bilanzierungsmethoden zur Kapitalerhaltung
6.2.3 Informationsorientierte Bilanzierungsmethode
6.2.4 Langfristige Fertigungsaufträge in der informationsorientierten Kapitalerhaltung
6.3 Bilanzierung von Mitarbeiter Know-how
6.3.1 Grundlagen zur Bilanzierung von Mitarbeiter Know-how
6.3.2 Anwendungsbeispiel zum Mitarbeiter Know-how
7. Betrachtung des Ergebnisausweises insbesondere latenter Gewinne
8. Abschließende Würdigung
8.1 Kritische Beurteilung der informationsorientierten Kapitalerhaltung
8.2 Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Notwendigkeit einer Integration von Informationsorientierung und Kapitalerhaltung in einem einzigen Jahresabschluss. Ziel ist es, Lösungsvorschläge aufzuzeigen, die sowohl den Anforderungen der Investoren nach entscheidungsnützlichen Informationen als auch dem Gläubigerschutz durch Einhaltung der Kapitalerhaltung gerecht werden, um insbesondere für kapitalmarktorientierte Unternehmen die Belastung durch parallele Rechnungslegungssysteme zu reduzieren.
6.2.2 Bilanzierungsmethoden zur Kapitalerhaltung
Als Bilanzierungsmethode, welche der Kapitalerhaltung gerecht wird, kommt in erster Linie die completed contract-Methode in Frage. Diese hält sich strikt an das Realisationsprinzip und verhindert somit den Ausweis unrealisierter Gewinne. Mit der Übergabe des Gesamtwerkes an den Auftraggeber, der dessen Funktionsfähigkeit durch die Abnahme anerkennt, ist der Fertigungsauftrag realisiert. Während der Fertigungszeit ist der Auftrag gemäß HGB zu seinen Herstellungskosten im Vorratsvermögen unter den unfertigen Erzeugnissen zu aktivieren. Diese Vorgehensweise ist nach Meinung der Verfasserin dahingehend abzuwandeln, dass die vollen Selbstkosten, die zum jeweiligen Zeitpunkt entstanden sind, aktiviert werden. Denn nur so können Auftragszwischenverluste aufgrund der niedrigen Bewertung zu Herstellungskosten umgangen werden. Ein Ausweis von Auftragszwischenverlusten ist m.E. nicht gerechtfertigt, wenn aus dem Gesamtauftrag keine Verluste zu erwarten sind. Der Ausweis von Auftragszwischenverlusten ist in diesem Fall als übertriebene Vorsicht zu bewerten und für die Kapitalerhaltung nicht notwendig. Des Weiteren stünde der Aktivierung von Vertriebskosten nichts im Wege, da diese bei Fertigungsaufträgen bereits zu Beginn und nicht wie üblich am Ende der Produktion entstanden sind. Dementsprechend wird während den Fertigungsperioden weder ein Gewinn noch ein Verlust ausgewiesen, was dann aber zu einem sprunghaften Gewinnausweis bei Abnahme der Leistung führt.
Mit Hilfe eines Zahlenbeispiels soll die Bilanzierung von langfristigen Fertigungsaufträgen unter Kapitalerhaltungsgesichtspunkten veranschaulicht werden. Auf dieses Beispiel wird auch in den folgenden Kapiteln zurückgegriffen, um so schrittweise die Lösung zur Bilanzierung von langfristigen Fertigungsaufträgen im Konzept der informationsorientierten Kapitalerhaltung zu erarbeiten.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Globalisierung der Wirtschaft und die daraus resultierende Notwendigkeit ein, Rechnungslegungskonzepte international zu harmonisieren, ohne den Gläubigerschutz zu gefährden.
2. Grundlagen des Jahresabschlusses: Das Kapitel erläutert die zentralen Funktionen des Jahresabschlusses und die verschiedenen Adressatengruppen sowie die grundlegenden Differenzen zwischen HGB und IFRS.
3. Notwendigkeit zur Entwicklung neuer Rechnungslegungskonzepte: Hier werden die Defizite bestehender Systeme kritisch beleuchtet, insbesondere hinsichtlich der Bildung stiller Reserven nach HGB und der Ergebnisvolatilität nach IFRS.
4. Lösungsansätze zur Berücksichtigung der Informations- und Kapitalerhaltungsfunktion: Das Kapitel vergleicht den Solvenztest mit dem Konzept der informationsorientierten Kapitalerhaltung als Wege zur Integration beider Rechnungslegungsziele.
5. Betrachtung der Kapitalerhaltung: Die Analyse der GoB im Hinblick auf ihre Eignung für das neue Konzept steht hier im Vordergrund, wobei besonders Vorsicht, Realisation und Imparität untersucht werden.
6. Anwendungsbeispiele im Konzept der informationsorientierten Kapitalerhaltung: Anhand von Grundstücken, langfristigen Fertigungsaufträgen und Mitarbeiter Know-how wird die konkrete Funktionsweise des Modells illustriert.
7. Betrachtung des Ergebnisausweises insbesondere latenter Gewinne: Dieses Kapitel diskutiert die Rolle des latenten Ergebnisses als Brücke zwischen der Bilanz und der ausschüttungsorientierten GuV sowie das Prinzip des Recycling.
8. Abschließende Würdigung: Der Autor schließt mit einer kritischen Beurteilung des vorgestellten Konzepts und einem Ausblick auf künftige Entwicklungen in der internationalen Rechnungslegung.
Jahresabschluss, Kapitalerhaltung, Rechnungslegung, Informationsorientierung, HGB, IFRS, Gläubigerschutz, Gewinnrealisierung, latentes Ergebnis, Bilanzpolitik, Vorsichtsprinzip, Realisationsprinzip, Imparitätsprinzip, Fertigungsaufträge, Mitarbeiter Know-how
Die Arbeit behandelt die Entwicklung und Anwendung eines neuartigen Rechnungslegungskonzepts, welches das Ziel der Kapitalerhaltung mit der Informationsfunktion eines Jahresabschlusses vereint.
Die zentralen Felder umfassen die bilanzielle Kapitalerhaltung, die internationale Rechnungslegung (HGB vs. IFRS), die Bilanzierung immaterieller Werte und die Ausschüttungsbemessung von Gewinnen.
Das primäre Ziel ist es, ein Modell zu präsentieren, das die Belastung durch die Aufstellung paralleler Abschlüsse (Handelsbilanz und IFRS-Konzernabschluss) beseitigt und gleichzeitig sowohl Investoreninteressen als auch den Gläubigerschutz berücksichtigt.
Die Arbeit nutzt eine deduktive Herleitung sowie eine anschauliche Methode durch selbst konstruierte Zahlenbeispiele, um die Auswirkungen der verschiedenen Bilanzierungsmethoden auf Bilanz und GuV zu verdeutlichen.
Der Hauptteil analysiert die Grundlagen der Kapitalerhaltung, kritisiert aktuelle Rechnungslegungsdefizite und demonstriert die Umsetzung des neuen Modells anhand konkreter Bilanzierungspositionen.
Die Arbeit lässt sich primär durch die Begriffe "informationsorientierte Kapitalerhaltung", "latentes Ergebnis", "Realisationsprinzip" und "Gläubigerschutz" charakterisieren.
Im Gegensatz zum reinen Fair-Value-Ansatz der IFRS stellt das neue Konzept sicher, dass nur realisierte Gewinne in der GuV zur Ausschüttung ausgewiesen werden, während unrealisierte Wertveränderungen ergebnisneutral über ein "latentes Ergebnis" in der Bilanz erfasst werden.
Das Thema illustriert, wie bisher nicht bilanzierungsfähige immaterielle Werte durch das neue Konzept in der Bilanz offen gelegt werden können, ohne die Ausschüttungssperre (Kapitalerhaltung) zu verletzen.
Unter Recycling versteht man die Umgliederung von Gewinnen aus dem latenten Ergebnis in die GuV zu dem Zeitpunkt, an dem diese durch einen tatsächlichen Umsatzprozess realisiert wurden.
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