Magisterarbeit, 2011
102 Seiten, Note: 2,3
1.0 Einleitung
1.1 Der Mythosbegriff
1.2 Die Myth and Symbol School
1.3 Definition des Mythosbegriffs für vorliegende Arbeit
1.4 Thesenbildung
2.0 Hauptteil
2.1 U.S.-amerikanische Mythen allgemein
2.2 Entzauberung der Mythen?
2.3 Die Mythen in den Romanen
2.3.1. Die Happy American Family
2.3.1.1. Der große Gatsby: Die Bilderbuchfamilie
2.3.1.2. Amerikanisches Idyll: Die Kernzelle als Keimzelle des Terrors
2.3.1.3 Die Korrekturen: Die Unhappy American Family
2.3.2 Der American Dream
2.3.2.1. Der Self-Made Man
2.3.2.2. From Rags to Riches
2.3.2.3. Upward Mobility
2.3.2.4. Land of Endless Opportunities
2.3.2.5. Die Frontier
2.3.2.6. Der American Dream in den Romanen
2.3.2.6.1. Der große Gatsby – Eine Erfolgsstory?
2.3.2.6.2. Amerikanisches Idyll – Fall einer Familie, Fall einer Stadt und Fall eines Mädchens
2.3.2.6.3. Die Korrekturen – Eine Familie im Krebsgang
2.3.3 American Exceptionalism und Manifest Destiny
2.3.3.1. American Exceptionalism und Manifest Destiny in Amerikanisches Idyll
3.0 Was noch zu sagen bleibt (Schluss)
Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung und Destruktion dreier zentraler US-amerikanischer Mythen – Happy American Family, American Dream sowie American Exceptionalism/Manifest Destiny – in den Romanen Der große Gatsby von F. Scott Fitzgerald, Amerikanisches Idyll von Philip Roth und Die Korrekturen von Jonathan Franzen.
2.3.1.1 Der große Gatsby: Die Bilderbuchfamilie
Stellt man sich nun obiges Idealbild der glücklichen amerikanischen Familie vor, kommt schnell eine Fotografie in den Sinn: ein Mann, ein Frau, ein Kind, wie sie lächelnd dem Betrachter entgegenblicken – die Bilderbuchfamilie. Als solche könnte man die Buchanans in Der große Gatsby bezeichnen.
Tom und Daisy Buchanan bilden mit ihrer kleinen Tochter die klassische Konstellation der jungen Familie: Vater – Mutter – Kind. Tom fungiert als Ernährer von Frau und Kind, er ist reich von Geburt an und Daisy, die aus weniger begütertem Hause stammt, wird von ihm versorgt: „Seine Familie war unermesslich reich. Sogar auf dem College war er durch seine protzige Geldverschwendung unangenehm aufgefallen. Nun war er aus Chicago hierher in den Osten übergesiedelt, und das in einem Stil, dass einem vor Staunen die Luft wegblieb.“
Die Buchanans sind zwar nicht die klassische Happy American Family der 1950er Jahre, da der Roman in den 1920er Jahren geschrieben wurde, also vor dem Aufkommen des Ideals. Auch ist ihr Leben nicht auf das Streben nach Wohlstand hin ausgerichtet, denn sie sind, durch die vermögende Familie des Ehemannes, bereits reich. Tom ist daher auch nicht der Ernährer im klassischen Sinn, der für seinen und den Lebensunterhalt seiner Familie arbeiten muss. Dennoch passen sie in das Schema der glücklichen amerikanischen Familie.
1.0 Einleitung: Grundlegende Definition des Mythosbegriffs und Einordnung in den theoretischen Rahmen der Myth and Symbol School.
2.0 Hauptteil: Detaillierte Analyse der Mythen Happy American Family, American Dream sowie American Exceptionalism und deren Dekonstruktion anhand der gewählten Romane.
3.0 Was noch zu sagen bleibt (Schluss): Synthese der Ergebnisse und Fazit zur zunehmend pessimistischen Darstellung des amerikanischen Traums in der Literatur des 20. Jahrhunderts.
Amerikanische Mythen, Happy American Family, American Dream, American Exceptionalism, Manifest Destiny, F. Scott Fitzgerald, Philip Roth, Jonathan Franzen, Literaturwissenschaft, Soziologie, Kulturgeschichte, Ideologiekritik, soziale Identität, Patriotismus, gesellschaftlicher Wandel.
Die Arbeit analysiert, wie drei prägende Mythen der USA in literarischen Werken dargestellt und letztlich als illusorisch entlarvt werden.
Die Themenfelder umfassen die glückliche amerikanische Familie, das Versprechen des amerikanischen Traums sowie den amerikanischen Exzeptionalismus im Kontext des Sendungsbewusstseins.
Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen den idealisierten nationalen Mythen und der realen Lebenswelt der Romanfiguren aufzuzeigen und deren Dekonstruktion zu belegen.
Die Arbeit nutzt einen literaturwissenschaftlichen Ansatz, der durch soziologische Perspektiven ergänzt wird, um die kulturelle Funktion von Mythen zu erfassen.
Der Hauptteil gliedert sich in die drei Mythenkomplexe, die jeweils historisch erklärt und anschließend anhand von Beispielen aus Fitzgeralds, Roths und Franzens Romanen analysiert werden.
Wichtige Begriffe sind amerikanische Mythen, gesellschaftlicher Wandel, Ideologiekritik, soziale Identität und der amerikanische Traum.
Die Autoren zeigen auf, dass der Self-Made Man oft nicht durch moralisch einwandfreie Arbeit, sondern durch korrupte oder rücksichtslose Mittel zum Erfolg gelangt, was den Mythos demontiert.
Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass die Lamberts in Franzens Roman das Paradebeispiel für eine unglückliche Familie sind, in der die Fassade des bürgerlichen Glücks unter dem Druck von Krankheit, Entfremdung und ökonomischem Überlebenskampf zerbricht.
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