Bachelorarbeit, 2012
49 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Der Identitätskonflikt innerhalb der Chicano-Gesellschaft
2.1 Das Streben nach Identität im Chicana-Feminismus
2.2 Das Chicana-Bewusstsein
3. Traditionelle Mythenfiguren in der mexikanischen Kultur und deren Neuinterpretation
3.1 Die Funktion der Mythen
3.2 La Virgen de Guadalupe: Vorbild oder Illusion?
3.3 La Malinche: Opfer oder Verräterin?
3.4 La Llorona: ein Symbol der Schuld?
4. Mythologische Figuren in The House on Mango Street
4.1 Das neue Frauenbild in Alicia Who Sees Mice
4.2 Der Konflikt der Schuldigen in Minerva Writes Poems
4.3 Sally - der Freiheitswunsch einer jungen Chicana
4.4 Das Problem der Selbstbehauptung in A Smart Cookie
4.5 Das Motiv der Scham in What Sally Said
5. Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht die Konstruktion und Neuinterpretation mythischer mexikanischer Frauenfiguren innerhalb der Chicana-Literatur. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie patriarchale Strukturen Frauenbilder formen, und wie Chicana-Autorinnen durch eine kritische Auseinandersetzung mit Mythen wie La Virgen de Guadalupe, La Malinche und La Llorona nach einer eigenen, befreiten Identität suchen.
3.2 La Virgen de Guadalupe: Vorbild oder Illusion?
Der römische Katholizismus betont seit geraumer Zeit die Wichtigkeit und das Ansehen der Jungfrau Maria und ermuntert Frauen, ihren Selbstverzicht, ihre Reinheit, Ruhe, Vorsicht und Passivität im alltäglichen Leben nachzuahmen. Viele Lateinamerikanerinnen sind von dieser Tradition sehr stark beeinflusst. Sie schauen zu ihr auf und hoffen auf ihr Eingreifen, das ihnen im Alltag zugute kommen soll (vgl. Rebolledo 1995, S. 49 ff.). Die majestätische Jungfrau, die als Helferin für all diejenigen gilt, die in Not sind, nimmt die Rolle einer Vermittlerin zwischen Gott und den Menschen auf der Erde ein, die zu ihr beten, damit sie in deren Namen vor Gott intervenieren kann (vgl. ebd., S. 52). Sie gilt als die Schutzheilige der Chicanos und ist ein Zeichen ihrer Kultur (vgl. ebd., S. 53).
Die katholische Jungfrau wird als eine eindimensionale Figur dargestellt. Sie ist rein und frei von Sünde. Da sie nicht nur die Mutter von Jesus Christus, sondern auch die aller Christen ist, ist es einleuchtend, dass ihre Rolle als Mutter zentral zu betrachten ist. Ebenso gilt la Virgen de Guadalupe, die mestizische Jungfrau, heutzutage als eine einseitige Figur. Sie stellt das Vorbild einer wohltätigen und helfenden Frau dar (vgl. ebd., S. 52). Jedoch ist das Bild einer einseitigen Virgen de Guadalupe erst mit der Zeit entstanden.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der kulturellen Prägung von Frauenbildern im Patriarchat ein und stellt die Identitätssuche der Chicanas dar.
2. Der Identitätskonflikt innerhalb der Chicano-Gesellschaft: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung des Chicana-Feminismus als Reaktion auf die doppelte Unterdrückung durch die Anglo-Kultur und den Machismo.
3. Traditionelle Mythenfiguren in der mexikanischen Kultur und deren Neuinterpretation: Hier werden die Mythen um La Virgen de Guadalupe, La Malinche und La Llorona analysiert und kritisch hinterfragt.
4. Mythologische Figuren in The House on Mango Street: In diesem Hauptteil wird das Werk von Sandra Cisneros anhand der fünf Kurzgeschichten auf die Rezeption und Neuinterpretation der Mythen hin untersucht.
5. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass die Neuinterpretation mythischer Figuren eine notwendige Bedingung für die Selbstfindung und Befreiung der Chicanas darstellt.
Chicana, Chicano-Movement, Patriarchat, Identität, La Virgen de Guadalupe, La Malinche, La Llorona, Feminismus, Mythos, Sandra Cisneros, The House on Mango Street, Geschlechterrollen, Unterdrückung, Selbstbehauptung, Ambivalenz.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der kulturellen und identitätspolitischen Situation von Chicanas in den USA und untersucht, wie diese sich von traditionellen patriarchalen Frauenbildern emanzipieren.
Die zentralen Themen sind der Identitätskonflikt der Chicanas, die Untersuchung von Frauenmythen wie La Malinche oder La Virgen de Guadalupe und deren Transformation in der modernen Literatur.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie mythologische Frauenfiguren vom Patriarchat instrumentalisiert wurden und wie Chicana-Autorinnen diese Mythen neu interpretieren, um eine befreite Identität zu erlangen.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die theoretische Ansätze aus dem Feminismus und der Kulturwissenschaft (insbesondere von Gloria Anzaldúa) auf Kurzgeschichten von Sandra Cisneros anwendet.
Im Hauptteil werden fünf Kurzgeschichten aus "The House on Mango Street" analysiert, um zu zeigen, wie die Protagonistinnen aktiv mit den überlieferten Mythen brechen.
Wichtige Begriffe sind Chicana, Patriarchat, Identität, Mythos-Neuinterpretation und Selbstbehauptung.
Das Patriarchat konstruiert einseitige, irreal ideale oder abschreckende Frauenbilder, die eine gesunde, vielschichtige Identitätsentfaltung verhindern sollen.
Sie gilt historisch als Verräterin, wird aber von Chicana-Autorinnen neu als Überlebende und Symbol für kulturelle Vermittlung zwischen zwei Welten gedeutet.
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