Magisterarbeit, 2005
73 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Soundscape-Konzept und klangökologische Komposition nach Murray Schafer
2.1 Das soundökologische Konzept
2.1.1 Grundtöne, Signaltöne und Orientierungstöne
2.1.2 Hi-Fi Soundscape und Lo-Fi Soundscape
2.1.3 Vogellaute als Orientierungslaute
2.1.4 Klangmuster und musikalische Elemente der natürlichen Lautsphäre
2.1.5 Soundwalks und onomatopoetische Nachahmung der Soundscape
2.1.6 Schizophonie
2.2 Die Klangökologische Soundscape-Komposition
2.2.1 Die Konzepte der Soundscape-Komposition
2.2.2 Soundscape-Komposition im Kontext der musikgeschichtlichen Entwicklung
2.2.3 Zusammenfassung und globale Tendenzen in der Soundscape-Komposition
3. Textanalyse der Ethnographie Sound and Sentiment
3.1 Klangmuster im Regenwald
3.2 Vogelklänge
3.2.1 Orientierung im Regenwald
3.2.2 Musikalische Merkmale des Vogelgesangs
3.3 „Muni-Bird“
3.3.1 mythologische Grundlage
3.3.2 Klangmetapher
3.4 Klanglicher Ausdruck
3.4.1 Kaluli Song
3.4.2 Kaluli Weeping
3.5 Poetische Liedtexte
3.5.1 Poetische Landkarten
3.5.2 Ortsbezeichnungen in Liedtexten
3.5.3 Onomatopoetische Elemente der Nachahmung
3.6 Kaluli-Musiktheorie
3.7 Elemente der Klangfarbe
3.8 Kognitive Elemente
3.8.1 Kaluli-Musiktheorie im Kontext kognitiver Strukturen
3.8.2 Auditiv dominierte Wahrnehmung im Regenwald
3.9 Natur versus Kultur
3.9.1 „Sound“ versus „Text“
3.9.2 „Weeping“ als natürlicher Text
3.10 „Acoustic Community“
4. Quellen nach Sound and Sentiment. Felds weitere Entwicklung
4.1 Publikationen und Terminologien Felds nach Sound and Sentiment
4.1.1 „Lift-up-over sounding“. Metapher für Klangmuster
4.1.2 „Kaluli Drum“
4.1.3 „Style statement“
4.1.4 „Acoustic Space“
4.2 Acoustemology
4.3 Tonträger
4.3.1 „Bosavi-Rainforest“ als Soundscape-Komposition
4.3.2 Schizophonie im Kontext der Globalisierung
5. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Magisterarbeit untersucht die Hypothese, ob Steven Felds ethnographische Arbeit "Sound and Sentiment" durch die Soundscape-Konzeption von Murray Schafer beeinflusst wurde. Ziel ist es, die Parallelen zwischen der klangökologischen Theorie Schafers und Felds Beobachtungen bei den Kaluli in Neuguinea kritisch zu beleuchten.
1. Einleitung
Die vorliegende Arbeit überprüft die Hypothese, dass Steven Felds Perspektive in seinem Text Sound and Sentiment durch Murray Schafers Soundscape-Konzeption beeinflusst ist.
Während seiner Feldforschungen von 1975-1976 untersuchte Steven Feld klangliche Phänomene der Kaluli in Neuguinea, woraus 1979 seine Dissertation Sound and Sentiment hervorging. Auch Murray Schafer erforschte mit dem von ihm gegründeten World Soundscape Project im Sinne einer „Sound“- bzw. „Akustikökologie“ den Zusammenhang zwischen dem Menschen und der hörbaren Umwelt (Werner 1995:38).
In Anlehnung an das Wort „landscape“ hatte Schafer Ende der 1960er Jahre den Begriff „Soundscape“ erfunden. Während er damit zum einen elektroakustische Musikkompositionen meint, bezieht sich Soundscape zum anderen auf eine „real existierende Schallumwelt mit all ihren Geräuschen, ihrer Technik, ihrer Musik“ (Schafer 1993:10ff). In dem 1977 veröffentlichten Buch The Tuning of the World überarbeitete Schafer die Ergebnisse des WSP und nahm Stellung zur ästhetischen Situation einer „real sound environment“ (Schafer 1988:317, vgl. Lopez 2000:1).
1. Einleitung: Einführung in die Forschungsfrage und die theoretische Verknüpfung zwischen den Ansätzen von Steven Feld und Murray Schafer.
2. Soundscape-Konzept und klangökologische Komposition nach Murray Schafer: Theoretische Erläuterung der klangökologischen Grundlagen, des Soundscape-Begriffs und der musikpraktischen Anwendungen durch Komponisten der Simon Fraser Universität.
3. Textanalyse der Ethnographie Sound and Sentiment: Detaillierte Untersuchung von Felds Kaluli-Studien hinsichtlich ihrer klangökologischen, mythologischen und musiktheoretischen Aspekte.
4. Quellen nach Sound and Sentiment. Felds weitere Entwicklung: Analyse von Felds späteren Publikationen und seiner Entwicklung hin zu einer eigenen klangökologischen Theoriebildung ("Acoustemology").
5. Fazit und Ausblick: Kritische Zusammenfassung der Ergebnisse und Reflexion über die ethnographische Methode sowie die Auswirkungen der Globalisierung auf die untersuchten Klangwelten.
Soundscape, Klangökologie, Steven Feld, Murray Schafer, Kaluli, Bosavi, Akustikökologie, Musikethnologie, Sound and Sentiment, Schizophonie, Soundwalk, Acoustemology, Ethnographie, Natur-Kultur-Dichotomie, Klangmuster.
Die Arbeit untersucht, ob und wie Steven Felds bedeutende ethnographische Studie über die Kaluli in Neuguinea durch die Konzepte der klangökologischen Schule um Murray Schafer beeinflusst wurde.
Die Arbeit verknüpft Anthropologie, Musikwissenschaft und klangökologische Theorien, insbesondere im Hinblick auf Umweltwahrnehmung, Klangkategorisierung und die kulturelle Bedeutung von akustischen Phänomenen.
Ziel ist es, Felds ethnographische Arbeit anhand der von Schafer geprägten Begriffe wie "Soundscape", "Schizophonie" oder "Orientierungslaute" neu zu bewerten und methodische Parallelen aufzuzeigen.
Die Autorin/der Autor nutzt primär eine Textanalyse, um Felds Arbeit "Sound and Sentiment" im Lichte klangökologischer Konzepte zu dekonstruieren und kritisch einzuordnen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in Schafers Konzepte, eine umfassende Analyse von Felds Kaluli-Studien hinsichtlich ihrer akustischen Kategorisierungen und eine Untersuchung von Felds späteren theoretischen Ansätzen wie der "Acoustemology".
Die zentralen Begriffe sind Soundscape, Klangökologie, Akustikökologie, Kaluli, Ethnographie, Schizophonie und der Begriff der "Acoustemology" als klangliche Erkenntnistheorie.
Der Mythos ist zentral für Felds Verständnis der Kaluli-Kultur; die Rufe der Taube fungieren als "Soundmetapher" für Trauer und als strukturelles Modell für ihre Musiktheorie.
Die Arbeit hinterfragt, ob Felds späterer Fokus auf die Rolle als "Klangkünstler" und die Vermarktung der Bosavi-Aufnahmen seine wissenschaftliche Objektivität als Anthropologe beeinträchtigt haben könnte.
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