Bachelorarbeit, 2011
50 Seiten, Note: 1,7
1. Lernen in der Schule – Herausforderung oder Enttäuschung?
2. Lernen
3. Differenzierung der verschiedenen Lerntypen, Merkmale und Besonderheiten
3.1. Die Lerntypentheorie – ein Weg Schüler zu erreichen?
3.2. Die Lerntypentheorie nach Frederic Vester
3.2.1. Frederic Vester
3.2.2. Der auditive Lerntyp
3.2.3. Der visuelle Lerntyp
3.2.4. Der haptisch-motorische Lerntyp
3.2.5. Lernen durch den Intellekt
3.2.6. Kritik an der Lerntypologie nach Vester
3.3. Die Lerntypen nach Robert Mills Gagné
3.3.1. Robert Mills Gagné
3.3.2. Signallernen
3.3.3. Reiz-Reaktions-Lernen
3.3.4. Kettenbildung
3.3.5. Lernen sprachlicher Assoziationen
3.3.6. Multiple Diskrimination
3.3.7. Begriffslernen
3.3.8. Regellernen
3.3.9. Problemlösen
3.4. Die Lerntypentheorie nach Ellen Arnold
3.4.1. Ellen Arnold
3.4.2. Der Musik-Lerntyp
3.4.3. Der Bilder-Lerntyp
3.4.4. Der Körper-Lerntyp
3.4.5. Der Wörter-Lerntyp
3.4.6. Der Zahlen-Lerntyp
3.4.7. Der Ich-Lerntyp
3.4.8. Der Menschen-Lerntyp
3.4.9. Der Natur-Lerntyp
3.5. Der kommunikative Lerntyp – Lernen durch Gespräche
3.6. Der Mischtyp
3.7. Kritik an der Lerntypentheorie
4. Durchführung eines Lerntypentests in zwei Klassen einer Wirtschaftsschule
4.1. Intention
4.2. Die Klassen
4.3. Durchführung
4.4. Der Lerntypentest
4.5. Auswertung
5. Der Mathematikunterricht in der Wirtschaftsschule
5.1. Selbstverständnis des Faches
5.2. Ziele und Inhalte – Kompetenzbereiche
5.3. Bildungsstandards
5.4. Bedingungen für ein erfolgreiches Lernen
6. Förderung der unterschiedlichen Lerntypen
6.1. Der Unterricht – status quo
6.2. Methodenempfehlungen zur Förderung der unterschiedlichen Lerntypen im Mathematikunterricht
6.2.1. Förderung des auditiven Lerntyps
6.2.2. Förderung des visuellen Lerntyps
6.2.3. Förderung des motorischen Lerntyps
6.2.4. Förderung des kommunikativen Lerntyps
6.3. Der Fehler im Lerntypenkonzept
7. Gehen Lehrer im Unterricht auf die verschiedenen Lerntypen ein?
8. Der „gute“ Unterricht
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, ob und wie im Unterricht auf die verschiedenen Lerntypen eingegangen werden kann und ob sich spezifische Methodenempfehlungen für den Mathematikunterricht an Wirtschaftsschulen ableiten lassen, um so den Lernprozess nachhaltig zu fördern.
3.2.6. Kritik an der Lerntypologie nach Vester
Aufgrund ihrer Inkonsistenz und Oberflächlichkeit wird Vesters Lerntypologie oft nicht ernst genommen. Oberflächlich sei Vester, da er ungeklärt lässt, ob sich seine Typisierung auf Vorlieben für bestimmte Informationsangebote oder für bestimmte mentale Formate und Prozesse bezieht. Inkonsistent sei seine Theorie, da sich die ersten drei Lerntypen durch die Art des Wahrnehmungskanals für eine Information unterscheiden, während sich der vierte Lerntyp auf den Verstehensprozess bezieht.
Durch diese Art der Einteilung versagt Vester den ersten drei Lerntypen die intellektuelle Leistung und suggeriert, dass der Verstand bei ihnen keine größere Rolle für Denken oder Verstehen spiele. Stattdessen behält er dies ausschließlich dem Typ „Lernen durch Intellekt“ vor. (vgl. Quast, 2011) Dies wirft die Frage auf, was die anderen Lerner mit ihren Sinnesdaten anfangen und woher die Lerner kognitiven Typs ihren Lernstoff beziehen. (vgl. Looß, 2001)
Auditiv und optisch kann der Lerninhalt als Abfolge von Buchstaben und Zeichen aufgenommen werden, haptisch könnte dies allenfalls durch Blindenschrift geschehen. Jedoch erst alles zusammen ist Voraussetzung für das Verstehen und Lernen von Informationen. (vgl. Quast, 2011) „So gesehen ist Lerntyp 4 die Folge von 1-3 und unverzichtbar notwendig für das Verständnis, wie natürlich umgekehrt die pure Information als Buchstaben- oder Lautfolge erst einmal wahrgenommen werden muss.“ (Quast, 2011) Dies bedeutet, dass die Voraussetzung für erfolgreiches Lernen der affektiven Lerntypen aus der Präsenz von Lerntyp vier besteht, was dem Bestreben der Lerntypenklassifikation jedoch widerspricht.
1. Lernen in der Schule – Herausforderung oder Enttäuschung?: Einleitung in die Bedeutung von Lernstrategien und Definition der Forschungsfrage im Hinblick auf den Mathematikunterricht.
2. Lernen: Theoretische Herleitung des Lernbegriffs aus didaktischer und kognitionspsychologischer Perspektive.
3. Differenzierung der verschiedenen Lerntypen, Merkmale und Besonderheiten: Ausführliche Analyse verschiedener Lerntheorien, insbesondere von Vester, Gagné und Arnold.
4. Durchführung eines Lerntypentests in zwei Klassen einer Wirtschaftsschule: Darstellung der praktischen Testdurchführung und Auswertung der Klassendaten.
5. Der Mathematikunterricht in der Wirtschaftsschule: Erörterung der Ziele, Standards und Bedingungen für einen erfolgreichen Mathematikunterricht.
6. Förderung der unterschiedlichen Lerntypen: Konkrete methodische Empfehlungen zur Unterstützung verschiedener Lerntypen und kritische Betrachtung des Konzepts.
7. Gehen Lehrer im Unterricht auf die verschiedenen Lerntypen ein?: Qualitative Befragung von Lehrkräften bezüglich ihrer Praxisanwendung der Lerntypentheorie.
8. Der „gute“ Unterricht: Abschließende Synthese darüber, was qualitativ hochwertigen Unterricht ausmacht und wie die Methodenvielfalt den Schüler erreicht.
Lerntypen, Lernstile, Mathematikunterricht, Wirtschaftsschule, Lernstrategien, Didaktik, Vester, Gagné, Methodenvielfalt, Lernförderung, Kognitionspsychologie, Schulpraxis, Lerntest, Lernprozess, Kompetenzbereiche
Die Arbeit untersucht die Relevanz der Lerntypentheorie für den Mathematikunterricht an Wirtschaftsschulen und hinterfragt, ob eine individualisierte Förderung gemäß dieser Typologien in der Unterrichtspraxis möglich und sinnvoll ist.
Die zentralen Felder umfassen die Lerntypologie (insbesondere nach Vester), die Didaktik der Mathematik, die Durchführung und Auswertung von Lerntypentests an Schulen sowie die kritische Reflexion methodischer Ansätze.
Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, inwieweit auf unterschiedliche Lerntypen im Unterricht eingegangen werden kann und welche konkreten methodischen Empfehlungen für den Mathematikunterricht an Wirtschaftsschulen existieren.
Neben einer umfassenden Literaturanalyse zur Lerntheorie wurde ein empirischer Lerntypentest in zwei Klassen einer Wirtschaftsschule durchgeführt, gefolgt von Experteninterviews mit fünf Lehrkräften.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung verschiedener Lerntyp-Klassifikationen, die praktische Durchführung eines Lerntests und die anschließende kritische Analyse von Methodenempfehlungen für den Mathematikunterricht.
Die wichtigsten Begriffe sind Lerntypen (visuell, auditiv, haptisch-motorisch, kommunikativ), Methodenvielfalt, fachdidaktische Konzepte der Mathematik, sowie die Mischtypen-Problematik.
Die Autorin verdeutlicht, dass kaum ein Schüler einem reinen Lerntyp entspricht. Die starre Einteilung in einen Typ führt daher in der Praxis zu einer Überforderung der Lehrkraft, da für jeden Einzelschüler eine eigene Methode nicht realisierbar ist.
Das Fazit ist divergent: Während erfahrene Lehrkräfte skeptisch oder geringschätzig auf diese Theorien reagieren, zeigen sich jüngere Lehrkräfte interessiert, stoßen jedoch bei der praktischen Umsetzung im zeitlich begrenzten Schulalltag auf erhebliche Schwierigkeiten.
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