Examensarbeit, 2012
94 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Turrell im Blickpunkt der Forschung
3 Licht und Wahrnehmung
3.1 Licht
3.2 Physiologische Voraussetzungen für die visuelle Wahrnehmung
3.3 Wahrnehmung von Licht
3.4 Wahrnehmung von Farbe
4 Ausgangspunkte für Turrells Lichtinstallationen – Untersuchungen im Ganzfeld und das Mendota Hotel
4.1 Wahrnehmungspsychologische Besonderheiten im Ganzfeld
4.2 Mendota Hotel - Erste Experimente > Mendota Stoppages<
5 Eine Auswahl Turrells künstlicher Lichtinstallationen und der Einfluss wahrnehmungspsychologischer Effekte auf den Betrachter
5.1 Ganzfeldinstallationen
5.1.1 >>Ganzfeld Pieces<<
5.1.2 >>Space Division Constructions<<
5.1.3 >>Perceptual Cells<<
5.2 Projizierte Bilder aus Licht – >>Projection Pieces<<
5.2.1 >>Cross Corner Projections<<
5.2.2 >>Single Wall Projections<<
5.3 >>Shallow Space Constructions<<
5.4 >>Dark Spaces<<
6 Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die künstlerischen Lichtinstallationen von James Turrell mit dem primären Ziel, die Wechselwirkung zwischen seinen immateriellen Lichtwerken und der menschlichen Wahrnehmungspsychologie zu analysieren und zu klären, wie der Betrachter durch diese Inszenierungen in seinem Sehen beeinflusst wird.
>>Ganzfeld Pieces<<
Die anschließende Betrachtung erfolgt anhand >>Ganzfeld Pieces<< >Briget's Bardo<, welches vom Oktober 2009 bis März 2010 in Wolfsburger Kunstmuseum präsentiert wurde. Auf einer Grundfläche von 700 m² erhebt sich elf Meter hoch bis unter die Museumsdecke eine Raum-in-Raum-Konstruktion, die in ihrer Dimension bis heute die größte begehbare Innenrauminstallation darstellt, die James Turrell jemals realisierte (Abbildung 11). Es handelt sich dabei um einen zweigliedrigen Hohlraum, der sich in einem viewing space, dem Betrachterraum, und einem sensing space, dem Erfahrungsraum, unterteilt. Diese beiden sind vollkommen leer und mit sich von einander änderndem Farblicht ausgeleuchtet. Den ersten Raum betritt der Betrachter zweiten Obergeschoss aus über eine steile, leuchtende Rampe, die sich herab ins Licht neigt. Alle Oberflächen des restlichen Raumes sind dabei geglättet, die Ecken abgerundet, sämtliche Übergänge glatt verfugt, so dass durch die Raumarchitektur keine räumliche Orientierung möglich ist und ein Grundsystem der Wahrnehmung bewusst ausgeschaltet wird.
1 Einleitung: Einführung in James Turrells Werk und die Zielsetzung der Untersuchung der Lichtwahrnehmung als künstlerischem Medium.
2 Turrell im Blickpunkt der Forschung: Überblick über die bestehende wissenschaftliche Literatur und Monographien zu Turrells Lichtkunst.
3 Licht und Wahrnehmung: Erläuterung der physikalischen Grundlagen von Licht sowie der physiologischen Prozesse der visuellen Wahrnehmung im menschlichen Auge.
4 Ausgangspunkte für Turrells Lichtinstallationen – Untersuchungen im Ganzfeld und das Mendota Hotel: Analyse der grundlegenden Experimente mit dem Ganzfeld-Phänomen und Turrells frühen Arbeiten im Mendota Hotel.
5 Eine Auswahl Turrells künstlicher Lichtinstallationen und der Einfluss wahrnehmungspsychologischer Effekte auf den Betrachter: Detaillierte Untersuchung verschiedener Werkgruppen und deren spezifische Wirkung auf die Wahrnehmung des Betrachters.
6 Schlussbetrachtung: Synthese der Ergebnisse, welche die aktive Rolle des Betrachters bei der Konstruktion seiner Wahrnehmung in Turrells Werken hervorhebt.
James Turrell, Lichtkunst, Wahrnehmungspsychologie, Ganzfeld, Sensing sensual, Lichtinstallation, Raumwahrnehmung, Farbwahrnehmung, Immersion, Phänomenologie, Projection Pieces, Space Division Constructions, Sehen, Wahrnehmungserfahrung, Kunstgeschichte.
Die Arbeit analysiert die Lichtinstallationen von James Turrell unter dem Aspekt der Wahrnehmungspsychologie und untersucht, wie der Künstler das Medium Licht einsetzt, um die menschliche Wahrnehmung zu beeinflussen.
Die Schwerpunkte liegen auf den physikalischen Grundlagen von Licht, den physiologischen Prozessen beim Sehen sowie der gezielten Irritation und Steuerung dieser Prozesse durch Turrells Installationen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Turrell den Betrachter durch seine Lichtwerke dazu bringt, sein eigenes Sehen zu reflektieren und dabei konventionelle Wahrnehmungsmuster zu hinterfragen.
Die Arbeit nutzt eine exemplarische Analyse anhand ausgewählter Werkgruppen sowie eine Auswertung wahrnehmungspsychologischer Fachliteratur und Turrell-spezifischer Ausstellungskataloge.
Im Hauptteil werden verschiedene Kategorien von Installationen, wie Ganzfeld-Räume, Projektionen und "Dark Spaces", auf ihren Aufbau und ihre spezifische psychologische Wirkung hin untersucht.
Wichtige Begriffe sind James Turrell, Lichtkunst, Ganzfeld, Immersion, Raumwahrnehmung und die aktive Konstruktion von Wirklichkeit durch den Betrachter.
Während Malerei auf Oberflächen basiert, nutzt Turrell Licht als immaterielles Medium, das keine feste Oberfläche besitzt und somit die gewohnten räumlichen Orientierungspunkte außer Kraft setzt.
In diesen Räumen wird die visuelle Reizaufnahme minimiert, wodurch der Betrachter gezwungen wird, sich auf interne Wahrnehmungsphänomene und die langsame Anpassung des Auges zu konzentrieren.
Besucher berichten häufig von Gefühlen der Immersion, räumlicher Orientierungslosigkeit oder sogar haptischen Empfindungen gegenüber dem Licht, was Turrells Ziel einer direkten körperlichen Erfahrung unterstützt.
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