Diplomarbeit, 2012
51 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Zinsen als Bestandteil der Rechnungslegung
2.1 Funktionen von Zinsen in der Rechnungslegung
2.1.1 Grundlagen
2.1.2 Entgelt für die Überlassung von Kapital und Parameter der Barwertermittlung
2.2 Konzeptionen des Barwerts
2.2.1 Barwerte in der internationalen Rechnungslegung
2.2.2 Barwerte in der handelsrechtlichen Rechnungslegung
2.2.3 Normenunabhängige Barwert-Konzeption
2.3 Konzeption des Diskontierungszinssatzes
2.3.1 Der Diskontierungszins in der internationalen Rechnungslegung
2.3.2 Der Diskontierungszins in der handelsrechtlichen Rechnungslegung
3. Komponenten des Zinssatzes
3.1 Grundlagen
3.2 Risikoloser Zinssatz
3.3 Risikokorrektur
3.3.1 Grundlagen
3.3.2 Risiko eines Unternehmens
3.3.3 Risiko von Bilanzpositionen
4. Anwendung von Zinssätzen in der internationalen Rechnungslegung
4.1 Konzeption
4.2 Nicht-finanzielle Verbindlichkeiten
4.2.1 Konzeption
4.2.2 Barwertermittlung
4.2.3 Ermittlung des Diskontierungszinssatzes
4.2.4 Spezifische nicht-finanzielle Verbindlichkeiten
4.3 Finanzielle Bilanzpositionen
4.3.1 Konzeption
4.3.2 Der Zinssatz im beizulegenden Zeitwert
4.3.3 Der Zinssatz in den fortgeführten Anschaffungskosten
4.4 Nicht-finanzielle Vermögenswerte
4.4.1 Konzeption
4.4.2 Der Zinssatz in der Einzelbewertung
4.4.3 Der Zinssatz der Werthaltigkeitsprüfung
5. Anwendung von Zinssätzen in der handelsrechtlichen Rechnungslegung
5.1 Nicht-finanzielle Verbindlichkeiten
5.2 Finanzielle und nicht-finanzielle Vermögenswerte
6. Schlussteil
Diese Diplomarbeit untersucht die theoretische und praktische Bedeutung von Zinssätzen im Rahmen der handelsrechtlichen und internationalen Rechnungslegung. Ziel ist es, die Komponenten eines Zinssatzes zu analysieren, kritisch die Methoden zur Festsetzung durch den Bilanzierenden zu prüfen und die Unterschiede sowie Gemeinsamkeiten der Regelungswerke HGB und IFRS bei der Anwendung von Diskontierungszinssätzen und Barwerten herauszuarbeiten.
2.1.1 Grundlagen
Der Zins ist der Preis, der bezahlt werden muss, um früher über Kapital zu verfügen als Entschädigung für denjenigen, der zeitweise auf sein Kapital verzichtet. Das bedeutet, dass die heutige Verfügbarkeit von Kapital höher bewertet wird als deren zukünftige Verfügbarkeit. Der Zins stellt hierbei einen Gleichgewichtspreis aus Angebot und Nachfrage nach Kapital dar. Unter Sicherheit und bei vollkommender Informationseffizienz drückt sich in diesem Gleichgewichtspreis, der sich zwischen den Wirtschaftssubjekten herausbildet, der risikolose Zinssatz aus.
Die Beschreibung des Zinses als Gleichgewichtspreis lässt eine große Ähnlichkeit der Zinstheorie mit der Preistheorie erkennen. Der Zins entspricht dem Preis für den Tausch zwischen gegenwärtiger und zukünftiger Güter. Genauso wie sich in der Preistheorie die Höhe des Preises durch einen subjektiven Teil bestimmt, ist die Höhe des Zinses beim Tausch zwischen gegenwärtigen und zukünftigen Gütern durch eine subjektive Präferenz für gegenwärtige im Vergleich zu zukünftigen Gütern beeinflusst. Diese Präferenz wird auch Zeitpräferenz oder menschliche Ungeduld genannt. Ausgangspunkt für den Marktzins ist demnach, dass auch im allgemeinen Konsum heute dem Konsum später vorgezogen wird. Daraus resultieren bei den Wirtschaftssubjekten Zeitpräferenzen für Geld. Diese Zeitpräferenzraten sind individuell unterschiedlich. Sie ist der überschüssige Prozentsatz des gegenwärtigen Grenzbedürfnisses für eine zusätzliche gegenwärtige Einheit gegenüber einer zukünftigen Einheit. Der andere Bestandteil ist die Investitionsmöglichkeit als objektives Element.
1. Einleitung: Die Einleitung verdeutlicht die wirtschaftliche Bedeutung von Zinsen und skizziert die Fragestellung der Arbeit bezüglich der Anwendung von Zinssätzen im HGB und in den IFRS.
2. Zinsen als Bestandteil der Rechnungslegung: Dieses Kapitel erläutert die ökonomischen Funktionen von Zinsen und stellt die verschiedenen theoretischen Konzeptionen zur Barwertermittlung vor.
3. Komponenten des Zinssatzes: Hier werden die wesentlichen Bestandteile wie der risikolose Zinssatz und notwendige Risikokorrekturen (z.B. für Unternehmen oder Bilanzpositionen) detailliert zerlegt.
4. Anwendung von Zinssätzen in der internationalen Rechnungslegung: Dieser Teil analysiert die spezifische Anwendung von Barwerten und Diskontierungszinsen bei Verbindlichkeiten, finanziellen und nicht-finanziellen Vermögenswerten nach IFRS.
5. Anwendung von Zinssätzen in der handelsrechtlichen Rechnungslegung: Es erfolgt eine Untersuchung der handelsrechtlichen Bewertungsvorgaben, insbesondere unter Berücksichtigung des BilMoG bei Rückstellungen.
6. Schlussteil: Der Schlussteil reflektiert die Ergebnisse der Arbeit und zieht ein Fazit über die Diskrepanz zwischen objektiven und subjektiven Bewertungsansätzen in der Rechnungslegung.
Rechnungslegung, Zinssatz, Barwert, Diskontierung, HGB, IFRS, Risikozuschlag, Kapitalstruktur, Unternehmensbewertung, Zeitwert, BilMoG, Rückstellungen, Finanzinstrumente, Nutzungswert, Fair Value.
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung von Zinssätzen in der Rechnungslegung und wie diese zur Barwertermittlung und Bilanzierung sowohl nach handelsrechtlichen Vorschriften (HGB) als auch nach internationalen Standards (IFRS) eingesetzt werden.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen von Zinsen, die Zerlegung von Zinssätzen in Komponenten wie Risikozuschläge sowie die praktische Anwendung bei verschiedenen Bilanzposten wie Rückstellungen, Finanzinstrumenten und Vermögenswerten.
Ziel ist es zu klären, wie Zinssätze sinnvoll zusammengesetzt sind, welche Herausforderungen bei der Festsetzung durch den Bilanzierenden bestehen und wie die verschiedenen Regelungswerke bei der Barwertermittlung interagieren.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse der finanzwissenschaftlichen Zinstheorie und eine vergleichende, kritische Betrachtung der spezifischen Standards des IFRS sowie des HGB.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Zinssatzkomponenten und die detaillierte Untersuchung der praktischen Anwendung, unterteilt in IFRS- und HGB-relevante Bilanzbereiche.
Wesentliche Begriffe sind Rechnungslegung, Zinssatz, Barwert, Diskontierung, IFRS, HGB, Risikozuschlag, Fair Value und Unternehmensbewertung.
Durch das BilMoG wurde eine Abzinsungspflicht für langfristige Rückstellungen eingeführt, wobei der Zinssatz nunmehr auf durchschnittlichen Marktzinssätzen der letzten sieben Jahre basiert, anstatt sich an steuerrechtlichen Vorgaben zu orientieren.
Die Hauptschwierigkeit besteht darin, das objektspezifische Risiko konsistent abzubilden, ohne in eine willkürliche Risikokompensation zu verfallen oder Risiken doppelt (im Zähler und Nenner) zu erfassen.
Die Verwendung von Vorsteuerzinssätzen korrespondiert mit der Steueräquivalenz, da die zugrunde liegenden Erwartungen an die zukünftigen Zahlungsströme ebenfalls als Vorsteuergrößen kalkuliert werden.
IFRS 13 schafft einen einheitlichen, übergreifenden Bewertungsstandard, der präzisiert, wie ein Fair Value zu ermitteln ist, wenn andere Standards eine solche Bewertung fordern.
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