Bachelorarbeit, 2012
100 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Definitionen
2.1 Behinderung
2.2 Geistige Behinderung - der Versuch einer Begriffsbestimmung
3 Zahlen über Elternschaften bei Menschen mit geistiger Behinderung
4 Rechtliche Fragen im Zusammenhang der Elternschaft von Menschen mit geistiger Behinderung
4.1 Das Normalisierungsprinzip
4.2 Übergeordnete gesetzliche Regelungen
4.3 Das Betreuungsgesetz
4.4 Rechtsstellung von Menschen mit geistiger Behinderung
4.5 Elterliche Sorge
4.6 Rechtliche Fragen hinsichtlich der professionellen Begleitung von Eltern mit geistiger Behinderung
5 Vorbereitung auf die Elternschaft und Hilfestellung während der Elternschaft
5.1 Methoden, Materialien und Werkzeuge
5.2 Unterstützungsnetzwerke als Hilfen bei der Ausübung der Elternschaft
5.3 Hilfen bei der Ausübung der Elternschaft durch die Bundesarbeitsgemeinschaft ‚Begleitete Elternschaft‘
5.3.1 Die Bundesarbeitsgemeinschaft ‚Begleitete Elternschaft‘
5.3.2 Ziele und Aufnahmebedingungen
5.3.3 Räumliche Ausstattung
5.3.4 Aufgaben und Qualifikation der BegleiterInnen
5.3.5 Rechtliche Grundlagen und Finanzierung
5.3.6 Arbeitsweisen/ Methoden
5.3.7 Schlussbemerkung
6 Schlussfolgerungen für die Soziale Arbeit
7 Zusammenfassung
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die rechtlichen Grundlagen und Unterstützungsmöglichkeiten für Menschen mit geistiger Behinderung bei der Ausübung ihrer Elternschaft. Ziel ist es, einen Leitfaden für Fachkräfte, Berater und Angehörige zu entwickeln, um Barrieren abzubauen und die elterliche Selbstbestimmung unter Berücksichtigung des Kindeswohls zu fördern.
4.1 Das Normalisierungsprinzip
Der Normalisierungsgedanke wurde in den 50er Jahren von dem Dänen BANK-MIKKELSEN entwickelt und in Mitte der 70er Jahre durch den Schweden NIRJE zu acht Grundsätzen des Normalisierungsprinzips ausformuliert (Anhang 2: Acht Grundsätze des Normalisierungsprinzips). Dabei sollte man „(...) den geistig Behinderten dazu verhelfen, ein Dasein zu führen, das so normal ist, wie es nur irgendwie ermöglicht werden kann.“ Ein Leben, das sich nicht von den gesellschaftlich anerkannten Lebensweisen anderer Menschen unterscheidet ist gekennzeichnet durch einen normalen Tagesablauf, einen normalen Wochen- und Jahresrhythmus, einen normalen Lebenslauf, das Leben in einer zweigeschlechtlichen Welt, Ansehen und Respekt, einen normalen materiellen Lebensstandard und normalen Standards bei Wohnen und Arbeit.
Aufgrund dieser Betrachtungen wäre das Normalisierungsprinzip nur anwendbar, wenn es möglich wäre, das Lebensumfeld eines Menschen mit geistiger Behinderung individuell nach seinen Bedürfnissen zu gestalten und anzupassen. Fraglich ist nur, ob Menschen, die dazu in der Lage wären ein solches individuelles Lebensumfeld zu wählen, diese Möglichkeit beispielsweise in einem Wohnheim oder anderen Wohneinrichtungen haben. Hier sind oftmals die Gestaltungsmöglichkeiten schon durch Betreuungszeiten, Tagesabläufe, Zimmeraufteilung etc. eingeschränkt. Besonders in Bezug auf eine Elternschaft von Menschen mit geistiger Behinderung gibt es weitere Begrenzungen durch die geringe Anzahl von Wohneinrichtungen der Begleiteten Elternschaft und auch durch die dortigen individuellen Einschränkungen im Tageslauf.
Daraus lässt sich schließen, dass die Umsetzung des Normalisierungsprinzips momentan noch nicht vollzogen ist und eine immerwährende Aufgabe der Gesellschaft bleibt. Dennoch und gerade aus diesem Grund ist wichtig, dass es diesen Grundsatz gibt und dass er für die Behindertenbewegung einen Weg bereitet, der ein Leben nach den Bürgerrechten und damit auch ein Leben mit einem Kind ermöglicht.
1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Herausforderungen und das gesellschaftliche Tabu einer Elternschaft von Menschen mit geistiger Behinderung und leitet die Forschungsfragen zur Rechtslage und Unterstützung ab.
2 Definitionen: Es werden verschiedene Perspektiven (medizinisch, psychologisch, pädagogisch, soziologisch) auf den Begriff der geistigen Behinderung und den Wandel von der Defizitorientierung hin zur Partizipation (ICF) beleuchtet.
3 Zahlen über Elternschaften bei Menschen mit geistiger Behinderung: Dieses Kapitel stellt statistische Daten zur Schwerbehinderung in Deutschland dar und diskutiert Studien zur Anzahl von Elternschaften von Menschen mit geistiger Behinderung.
4 Rechtliche Fragen im Zusammenhang der Elternschaft von Menschen mit geistiger Behinderung: Hier erfolgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Normalisierungsprinzip, gesetzlichen Grundlagen wie dem Grundgesetz und der UN-Konvention sowie der Ausübung der elterlichen Sorge.
5 Vorbereitung auf die Elternschaft und Hilfestellung während der Elternschaft: Der Fokus liegt auf praktischen Methoden der Beratung, sexualpädagogischen Materialien und der Rolle der ‚Begleiteten Elternschaft‘ als Unterstützungsmodell.
6 Schlussfolgerungen für die Soziale Arbeit: Das Kapitel reflektiert die Anforderungen an Fachkräfte in Beratungsstellen und die notwendige interdisziplinäre Zusammenarbeit zur Stärkung der Elternkompetenzen.
Elternschaft, geistige Behinderung, Normalisierungsprinzip, Begleitete Elternschaft, elterliche Sorge, Beratungsarbeit, Unterstützungsnetzwerke, Sozialgesetzbuch, Kindeswohl, sexualpädagogische Materialien, Teilhabe, Lebenshilfe, rechtliche Betreuung, Sozialraumorientierung, Empowerment.
Die Arbeit behandelt die rechtliche Situation und die praktischen Unterstützungsmöglichkeiten für Menschen mit geistiger Behinderung, die sich den Wunsch nach einem eigenen Kind erfüllen möchten oder bereits Eltern sind.
Die zentralen Themen sind das Elternrecht von Menschen mit Behinderung, die rechtliche Betreuung vs. elterliche Sorge, die Förderung durch begleitete Wohnformen und die methodische Beratung bei Kinderwunsch.
Die Arbeit möchte klären, welche rechtlichen Grundlagen bestehen und wie eine professionelle Unterstützung durch Organisationen wie die ‚Begleitete Elternschaft‘ konkret ausgestaltet sein kann, um ein gelingendes Familienleben zu ermöglichen.
Es handelt sich um eine Literaturanalyse unter Einbeziehung von Fachpublikationen, Gesetzeskommentaren, UN-Konventionen sowie Erkenntnissen aus bestehenden Modellen der Behindertenhilfe und Sozialen Arbeit.
Der Hauptteil erörtert die rechtlichen Voraussetzungen für die elterliche Sorge, Finanzierungsmodelle für Unterstützungsmaßnahmen sowie konkrete pädagogische Instrumente wie das ‚Kinderwunschspiel‘ oder Babysimulatoren.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie elterliche Sorge, Normalisierungsprinzip, Inklusion, Begleitete Elternschaft und Unterstützungsmöglichkeiten zusammenfassen.
Die rechtliche Betreuung ist ein Unterstützungsangebot für Erwachsene zur Regelung ihrer eigenen Angelegenheiten, während die elterliche Sorge das Recht und die Pflicht zur Erziehung eines Kindes umfasst. Eine rechtliche Betreuung schließt die elterliche Sorge nicht automatisch aus.
Aufgrund von Barrieren in der Schriftsprache sind visualisierte Materialien (Piktogramme, Bilder) essenziell, um Menschen mit geistiger Behinderung Wissen über Körperprozesse, Schwangerschaft und Elternschaft zugänglich zu machen und die Selbstbestimmung zu fördern.
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