Bachelorarbeit, 2012
54 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Die Ausrichtung der Jahresabschlussprüfung
2.1 Begriff und relevante Grundlagen der Jahresabschlussprüfung
2.2 Die Erwartungslücke
2.3 Das risikoorientierte Prüfungsvorgehen
3 Unregelmäßigkeiten in der Rechnungslegung
3.1 Systematisierung von Unregelmäßigkeiten
3.2 Fraud im Jahresabschluss
3.2.1 Täuschungen
3.2.2 Vermögensschädigungen
3.2.3 Gesetzesverstöße
3.2.4 Das Fraud Triangle
3.3 Ausgewählte Bilanzskandale
3.3.1 Enron (USA, 2001)
3.3.2 Parmalat (Europa, 2003)
3.3.3 Flowtex (Deutschland, 2000)
3.3.4 Zwischenfazit
4 Die Behandlung von Fraud im Rahmen der Abschlussprüfung
4.1 Entwicklung der Prüfungsstandards zur Aufdeckung von Fraud
4.2 Vorgehensweise zur Berücksichtigung von Fraud
4.2.1 Erörterungen im Prüfungsteam
4.2.2 Prüfungshandlungen zur Risikoerkennung
4.2.3 Beurteilung der Risiken
4.2.4 Reaktionen auf die bedeutsamen Risiken
5 Fazit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Bedeutung von Fraud innerhalb der Jahresabschlussprüfung zu verdeutlichen und aufzuzeigen, wie Abschlussprüfer dieses Risiko im Rahmen ihrer Tätigkeit identifizieren, beurteilen und darauf reagieren können, wobei insbesondere die Frage der Verantwortung des Abschlussprüfers vor dem Hintergrund öffentlicher Erwartungen geklärt wird.
3.2.1 Täuschungen
Täuschungen, auch Manipulation der Rechnungslegung genannt, sind bewusst vorgenommene falsche Angaben im Jahresabschluss und ggf. Lagebericht sowie Fälschungen in der Buchführung oder in deren Grundlagen. Diese können bspw. durch Manipulationen (unterlassene Buchungen, Unterdrückung von Buchungsbelegen, Buchungen ohne Vorliegen von Geschäftsvorfällen u. Ä.) oder durch die absichtlich falsche Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen entstehen.
Täuschungen können grundsätzlich von gesetzlichen Vertretern, Aufsichtsorganen oder Mitarbeitern (ggf. unter Mitwirkung von Dritten) begangen werden. In aller Regel werden Täuschungen jedoch von gesetzlichen Vertretern oder anderen Führungskräften mit dem Ziel vorgenommen, Ergebnisgrößen und andere Kennzahlen zu beeinflussen, um so die Abschlussadressaten vorsätzlich über den wirtschaftlichen Erfolg und die Rentabilität des Unternehmens zu täuschen. Oftmals geschieht dies, um dem starken internen oder externen Druck standzuhalten oder um die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen (z. B. die erfolgsabhängige Bezahlung zu maximieren).
Dabei werden zumeist die ansonsten wirksamen Kontrollmaßnahmen gezielt umgangen oder außer Kraft gesetzt (sog. Management Override), um so das unrechtmäßige Verhalten zu verschleiern. Diese Art von Fraud wird auch als Top-Management Fraud bezeichnet.
Besonders beliebt für Manipulationen sind vor allem auf der Aktivseite der Bilanz die Positionen ‚Vorräte‘ und ‚Forderungen‘ und auf der Passivseite die Positionen ‚Rückstellungen‘ sowie ‚Verbindlichkeiten‘. Bei Vorräten werden bspw. bei Leasing, Kommissionsware oder Konsignationsware die Eigentumsverhältnisse falsch dargestellt. Bei Forderungen hingegen sind insbesondere die ‚Forderungen gegen verbundene Unternehmen‘ und ‚Forderungen mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht‘ von Manipulationshandlungen betroffen.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass spektakuläre Bilanzskandale das Vertrauen in die Abschlussprüfung erschüttert haben und analysiert die dabei entstandene Erwartungslücke.
2 Die Ausrichtung der Jahresabschlussprüfung: In diesem Kapitel werden die rechtlichen Grundlagen und das risikoorientierte Prüfungsvorgehen erläutert, wobei insbesondere die Rolle des Abschlussprüfers bei der Erwartungslücke beleuchtet wird.
3 Unregelmäßigkeiten in der Rechnungslegung: Dieses Kapitel systematisiert verschiedene Formen von Unregelmäßigkeiten, definiert den Begriff Fraud und analysiert dessen Voraussetzungen sowie exemplarische Bilanzskandale.
4 Die Behandlung von Fraud im Rahmen der Abschlussprüfung: Das Kapitel untersucht die Entwicklung der Prüfungsstandards und beschreibt das konkrete risikoorientierte Vorgehen zur Identifizierung, Beurteilung und Reaktion auf Fraud-Risiken.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Anforderungen an den Abschlussprüfer stetig gestiegen sind, die Abschlussprüfung jedoch keine absolute Sicherheit vor Fraud bieten kann.
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Die Arbeit befasst sich mit der Thematik von "Fraud" (dolose Handlungen) im Kontext der Jahresabschlussprüfung, insbesondere vor dem Hintergrund spektakulärer Bilanzskandale und der daraus resultierenden Herausforderungen für den Abschlussprüfer.
Die Schwerpunkte liegen auf der Systematisierung von Unregelmäßigkeiten, dem risikoorientierten Prüfungsvorgehen, der Analyse historischer Bilanzskandale sowie der Entwicklung der entsprechenden Prüfungsstandards.
Das primäre Ziel ist es, die Bedeutung von Fraud für die Abschlussprüfung darzustellen und zu klären, wie der Abschlussprüfer mit diesem Risiko umgehen muss und inwieweit er für deren Aufdeckung verpflichtet ist.
Die Arbeit nutzt eine umfassende Analyse der relevanten Fachliteratur, aktueller Prüfungsstandards (insb. IDW-PS) sowie eine fallbasierte Untersuchung bekannter internationaler Bilanzskandale.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Prüfungsausrichtung, die Systematisierung und Erläuterung verschiedener Fraud-Arten, eine detaillierte Analyse der Bilanzskandale Enron, Parmalat und Flowtex sowie die Erläuterung des risikoorientierten Prüfungsvorgehens bei Fraud-Risiken.
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Jahresabschlussprüfung, Fraud, Erwartungslücke, Bilanzskandale und Risikoorientierter Prüfungsansatz charakterisieren.
Das Fraud Triangle ist ein Modell, welches besagt, dass das Risiko für fraudulente Handlungen besonders hoch ist, wenn die drei Komponenten Motivation, Gelegenheit und innere Rechtfertigung kumulativ vorhanden sind.
Die Arbeit zeigt auf, dass Fraud im großen Stil häufig vom Top-Management begangen wird, da dieses aufgrund seiner Stellung und Kompetenzen in der Lage ist, Kontrollmechanismen gezielt zu umgehen.
Ursächlich für die Verschleierung war u. a. die Aufteilung der Transaktionen auf ca. 80 verschiedene Banken, wobei keine einzelne Bank Einblick in das Gesamtgeschäft hatte und keine ausreichende Plausibilitätsprüfung stattfand.
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