Bachelorarbeit, 2012
42 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Einführung in den Schattenbankensektor
2.1 Definition
2.2 Entwicklung des Schattenbankensystems
2.3 Vorteile und Risiken des Schattenbankensystems
3 Die Modellierung des Schattenbankensystems
3.1 Modellstruktur
3.2 Gleichgewicht unter rationalen Erwartungen
3.2.1 Das Modell zum Zeitpunkt t = 0
3.2.2 Das Modell zum Zeitpunkt t = 1 und 2
3.3 Gleichgewicht unter eingeschränkten Erwartungen
3.3.1 Das Modell zum Zeitpunkt t = 0
3.3.2 Das Modell zum Zeitpunkt t = 1 und 2
4 Die Regulierung des Schattenbankensektors
4.1 Anforderungen und Ausgestaltung einer zukünftigen Überwachung
4.2 Anforderungen und Ausgestaltung einer zukünftigen Regulierung
4.2.1 Traditionelle Banken
4.2.2 Verbriefung
4.2.3 Geldmarktfonds
4.2.4 Repotransaktionen
5 Fazit
Diese Arbeit zielt darauf ab, das komplexe System der Schattenbanken zu definieren, seine historische Entstehung zu beleuchten und die aus der Verbriefung resultierenden systemischen Risiken mittels ökonomischer Modellierung zu analysieren, um daraus Anforderungen für eine effektive Regulierung abzuleiten.
2.1 Definition
Das erstmalige Verwenden des Begriffs der Schattenbanken geht auf den Ökonom und Investor Paul McCulley zurück. Dieser definiert das System der Schattenbanken als „the whole alphabet soup of levered up non-bank investment conduits, vehicles and structures.“ Diese weit gefasste Definition involviert sämtliche Institutionen, die mit der Welt der strukturierten Finanzprodukte zu tun haben, darunter z.B. Zweckgesellschaften wie Special Purpose Vehicles (SPV).
Eine detailliertere Eingrenzung liefern Pozsar et al. (2010). Sie unterscheiden das Schattenbankensystem durch zwei grundlegende Merkmale. Zum Einen stehen Schattenbanken keine Staatsgarantien zur Verfügung, noch haben sie Zugang zu öffentlichen Sicherheitsleistungen in Form von Zentralbankgeld oder Staatsgarantien. Zum Anderen sind hauptsächlich jene Institutionen betroffen, die Liquiditäts-, Fristen- und Kredittransformation betreiben. An dieser Definition knüpfen auch das FSB sowie die EU an: „[The shadow banking system is] a system of credit intermediation that involves entities and activities outside the regular banking system, and raises i) systemic risk concerns, in particular by maturity/liquidity transformation, leverage and flawed credit risk transfer, and/or ii) regulatory arbitrage concerns.“
Ein wichtiger Aspekt dieser Defintion liegt darin, dass Schattenbanken abseits des regulären Bankensystems in einem Umfeld ohne oder nur mit wenigen Regularien agieren. Gleichzeitig betont wird der Aspekt des Leverage. Schattenbanken bauen durch die geringe Regulierung einen hohen Fremdkapitalanteil auf und sind dadurch besonders anfällig für negative exogene Schocks.
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Entstehung des Schattenbankensystems im Kontext der Finanzkrise 2007 und begründet die Notwendigkeit einer adäquaten Regulierung.
2 Einführung in den Schattenbankensektor: Dieses Kapitel definiert den Sektor, beschreibt seine historische Entwicklung und analysiert die Vorteile sowie die systemischen Risiken der Akteure.
3 Die Modellierung des Schattenbankensystems: Das Kapitel nutzt einen modelltheoretischen Ansatz, um die systemische Instabilität aufzuzeigen, die durch riskante Kreditvergabe und Verbriefungen entsteht.
4 Die Regulierung des Schattenbankensektors: Es werden konkrete Anforderungen an Überwachung und spezifische Regulierungsstrategien für verschiedene Finanzinstrumente und Akteure entwickelt.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet den aktuellen Fortschritt bei den Bemühungen um eine stärkere Stabilität des gesamten Finanzsystems.
Schattenbanken, Finanzkrise, Verbriefung, Systemisches Risiko, Kredittransformation, Liquidität, Leverage, Repotransaktionen, Geldmarktfonds, Regulierung, Finanzmarktstabilität, Zweckgesellschaften, Intermediäre, Eigenkapitalanforderungen, Aufsicht
Die Arbeit untersucht das System der Schattenbanken, dessen Rolle bei der Entstehung systemischer Finanzrisiken und mögliche Ansätze zu dessen Regulierung.
Zu den zentralen Feldern gehören die Definition des Sektors, die Funktionsweise von Kredit- und Laufzeit-Transformation, Risikobewertungen sowie regulatorische Lösungsansätze.
Ziel ist es, das Schattenbankensystem theoretisch zu fundieren und basierend auf einer Risikoanalyse konkrete Anforderungen an eine künftige Aufsicht zu formulieren.
Die Arbeit nutzt Literaturanalysen sowie einen modelltheoretischen Ansatz in Anlehnung an Gennaioli et al. (2011), um Marktgleichgewichte unter verschiedenen Erwartungsannahmen zu untersuchen.
Im Hauptteil wird zunächst die Struktur und Entstehung der Schattenbanken erläutert, gefolgt von einer ökonomischen Modellierung des Systems und einer detaillierten Diskussion von Regulierungsoptionen.
Wesentliche Begriffe sind Schattenbanken, Verbriefung, systemisches Risiko, Leverage, Liquidität, Geldmarktfonds und regulatorische Arbitrage.
Während rationale Akteure Risiken korrekt antizipieren, führt die Modellierung unter "local thinking" (eingeschränkte Erwartungen) dazu, dass Risiken im Krisenfall unterschätzt werden, was das System anfälliger für Zusammenbrüche macht.
Repotransaktionen sind eine wichtige kurzfristige Finanzierungsquelle, aber auch anfällig für "Runs", da plötzliche Wertverluste der hinterlegten Sicherheiten Panikverkäufe auslösen können.
Es schafft Anreizprobleme, da die ursprünglichen Kreditgeber Kredite verbriefen und verkaufen, anstatt sie in der eigenen Bilanz zu halten, was die Sorgfalt bei der Bonitätsprüfung mindert.
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