Diplomarbeit, 2003
99 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1 Die hermeneutische Interpretation von Texten
1.1 Den Ausgangstext verstehen
1.2 Die Anwendbarkeit der hermeneutischen Lehre auf die Übersetzung
2 Übersetzungsrelevante Analyse von Deutschstunde
2.1 Der Gesamteindruck
2.1.1 Textstruktur
2.1.2 Verbale Zeitebene
2.2 Die einzelnen Elemente
2.2.1 Über das semantische Gefüge
2.2.1.1 Zur Leitmotivik
2.2.2 Der Satzbau
2.2.2.1 Zur Syntax als konstitutiver Komponente des literarischen Stils
2.2.3 Die Lexik
2.2.3.1 Dialektale Elemente
3 Kunst und Landschaftsdarstellung in der Deutschstunde; der Gesamteindruck
4 Die Landschaftsdarstellung in der Deutschstunde; die einzelnen Elemente
4.1 Sprachliche Merkmale
4.1.1 Zur Form: Syntax und Lexik
4.1.1.1 Syntax
4.1.1.2 Lexik
4.1.2 Zum Inhalt: Semantik
5 Kunstdarstellung in der Deutschstunde; die einzelnen Elemente
5.1 Sprachliche Merkmale
5.1.1 Zur Form: Syntax und Lexik
5.1.1.1 Syntax und Rhythmus
5.1.1.2 Lexik
5.1. 2 Zum Inhalt: Semantik
6 Übersetzungskritik als Interpretationshilfe
6.1 Zusammengehörigkeit zwischen Inhalt und Form
6.2 Lexikalische Auswahl als Entsprechung der semantischen Konnotation des Ganzen
6.3 Das einzelne Wort als semantischer Träger der Intention des Autors
6.4 Auslassungen und die Grenzen der Übersetzung
6.4.1 Die Gegensätzlichkeit von Kunst und Landschaft und das Spiel des Autors
6.5 Die Sprache der Farbe
6.5.1 Die Intention des Autors als Schlüssel für die Übersetzung von Numeri
6.5.2 Die Symbolik der Farben
6.6 Aspekte von Rhythmus und Klang
Ziel dieser Diplomarbeit ist die Analyse der spanischen Übersetzung von Jesús Ruiz des Romans "Deutschstunde" von Siegfried Lenz. Die Arbeit untersucht, wie der Übersetzer mit den zentralen, leitmotivischen Aspekten Kunst und Landschaft umgegangen ist, und prüft anhand hermeneutischer Interpretationsmethoden, ob die sprachliche Form und der semantische Inhalt in der Zielsprache adäquat wiedergegeben wurden.
Die hermeneutische Interpretation von Texten
Im ersten Kapitel dieser Diplomarbeit werden die theoretischen Grundlagen gelegt, an denen wir uns im Laufe der ganzen Arbeit orientieren wollen. Dies erfolgt in zwei Ansätzen: zum einen wird, unter dem Kapitel Den Ausgangstext verstehen, die allgemeine hermeneutische Lehre behandelt, was die Interpretation von Texten betrifft, zum anderen werden, unter Die Anwendbarkeit der hermeneutischen Lehre auf die Übersetzung, die zwei Disziplinen, Hermeneutik und Übersetzung, in einer gemeinsamen handlungsorientierten Theorie verbunden.
Damit wird in dieser Arbeit die These vertreten, daß vor allem bei literarischen Texten, eine methodische hermeneutisch linguistisch orientierte Auslegung des Originals in der Ausgangssprache, die Voraussetzung ist, um eine adäquate Übersetzungsstrategie anzuwenden. Gleichzeitig wird aber auch diese Übersetungsstrategie nicht als festgelegtes Verfahren betrachtet, um es als universeller Methode für jede Übersetzung einzusetzen, sondern als Einstellung bzw. Haltung, die der Übersetzer einnehmen sollte, um seine persönliche, individuelle Übersetzung zu fertigen.
Diese Strategie ist also keine Lösung, die uns eine „richtige“ Übersetzung ermöglicht, sondern eher eine Reflexion über das Phänomen Übersetzen und seine Beziehung zum Verständnis eines literarischen Textes. Das Original ist das sine qua non der Übersetzung und nur durch seine genaue linguistische Untersuchung und hermeneutische Ausdeutung durch den Übersetzer werden die notwendigen Grundlagen für eine angemessene Übersetzung gesetzt.
Einleitung: Formuliert das Ziel der Arbeit, die spanische Übersetzung der "Deutschstunde" kritisch zu untersuchen und dabei die Leitmotive Kunst und Landschaft als Orientierungshilfe zu nutzen.
1 Die hermeneutische Interpretation von Texten: Erörtert die theoretische Basis, nach der das Verständnis des Ausgangstextes mittels hermeneutischer Analyse die zwingende Voraussetzung für eine adäquate Übersetzung ist.
2 Übersetzungsrelevante Analyse von Deutschstunde: Führt eine strukturelle Romananalyse durch, um die Bedeutung von Form und Inhalt als Grundlage für die Übersetzung zu etablieren.
3 Kunst und Landschaftsdarstellung in der Deutschstunde; der Gesamteindruck: Analysiert Kunst und Landschaft als zentrale Leitmotive, die eine wesentliche Rolle für das Verständnis der soziologischen Intention des Romans spielen.
4 Die Landschaftsdarstellung in der Deutschstunde; die einzelnen Elemente: Untersucht die sprachlichen Merkmale der Landschaftsbeschreibung und wie sie zur Darstellung der Realität beitragen.
5 Kunstdarstellung in der Deutschstunde; die einzelnen Elemente: Behandelt die Kunst als Ventil der Unterdrückten und ihre Funktion für die subjektive Wahrnehmung der Figuren.
6 Übersetzungskritik als Interpretationshilfe: Praktische Kritik an der spanischen Übersetzung anhand konkreter Beispiele aus den Bereichen Satzbau, Lexik und Rhythmus, um Fehler in der Wahrung der Autorenintention aufzuzeigen.
Deutschstunde, Siegfried Lenz, hermeneutische Übersetzung, Übersetzungskritik, Literaturübersetzung, Kunstmotiv, Landschaftsmotiv, Autorintention, Stilistik, Parataxe, Semantik, Rezeption, Translation, literarische Analyse, spanische Übersetzung.
Die Arbeit analysiert die spanische Übersetzung des Romans "Deutschstunde" von Siegfried Lenz durch Jesús Ruiz, mit dem Ziel, die Qualität der Übersetzung hinsichtlich der Wahrung der Autorenintention zu bewerten.
Die Schwerpunkte liegen auf der Darstellung der Leitmotive "Kunst" und "Landschaft", deren sprachliche Ausgestaltung für die soziologische Kritik des Autors entscheidend ist.
Das Ziel ist es, durch eine hermeneutische Analyse des Ausgangstextes aufzuzeigen, wie ein Übersetzer die Struktur und Intention eines literarischen Werkes erfassen muss, um eine angemessene Wiedergabe in der Zielsprache zu erreichen.
Der Autor stützt sich auf die hermeneutische Interpretation nach Hans-Georg Gadamer und Radegundis Stolze, um den ständigen Dialog zwischen dem Ganzen eines Textes und seinen sprachlichen Einzelteilen zu untersuchen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Hermeneutik beim Übersetzen, eine detaillierte Analyse der Romanstruktur und eine konkrete Übersetzungskritik ausgewählter Textpassagen.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie hermeneutische Übersetzung, Autorintention, Stilistik, literarische Analyse und die spezifischen Leitmotive des Romans charakterisieren.
Die Analyse verdeutlicht, dass die parataktische Struktur des Romans kein Zufall ist, sondern ein gezieltes stilistisches Mittel des Autors, um eine subjektive, unmittelbare Realität darzustellen, die der Übersetzer respektieren sollte.
Der Autor kritisiert eine oft zu "wörtliche" oder inhaltlich unpräzise Übersetzung von Adjektiven, da diese in der "Deutschstunde" eine hohe semantische Ladung tragen und als Instrumente der Differenzierung dienen.
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