Hausarbeit, 2011
15 Seiten, Note: 1,7
1. Übersetzungsvergleich
1.1 Charakterisierungen der Bibeln
1.2 Vergleich der Textstellen
2. Literarkritik
2.1 Abgrenzung der Einheit in ihrem Kontext
2.2 Ortsbestimmung des Textes
2.3 Überprüfung der Einheitlichkeit des Textes
2.4 Quellenkritik
3. Formgeschichte
4. Traditionsgeschichte
5. Religionsgeschichte
6. Redaktionsgeschichte
7. Einzelauslegung
Die vorliegende Hausarbeit widmet sich einer exegetischen Untersuchung der Perikope Lukas 7,11-17, dem Wunderbericht von der Auferweckung des Jünglings zu Nain. Ziel ist es, den Text durch verschiedene wissenschaftliche Methoden zu erschließen, ihn in seinen literarischen, traditionshistorischen und redaktionsgeschichtlichen Kontext einzuordnen und die spezifische Bedeutung dieses Ereignisses im lukanischen Jesusbild zu erarbeiten.
1.2 Vergleich der Textstellen (siehe auch Anhang 1)
Schon die Überschrift ist bei den beiden Übersetzungen komplett verschieden. In der Lutherbibel heißt es: „Der Jüngling zu Nain“ und in der GN: „Jesus macht einen Toten lebendig“. Die GN greift also schon das, was in der Geschichte passieren wird in der Überschrift auf. Wohingegen man in der Lutherbibel nur weiß, dass es um einen Jüngling geht. In Vers 11 steht in der GN, dass Jesus nach Nain ging. In der Lutherbibel steht nur „er“, man weis also nicht, wer gemeint ist, wenn man nicht die vorhergehende Geschichte gelesen hat. Ein weiterer Unterschied in Vers 11 ist, dass die GN im Gegensatz zu der Lutherbibel beschreibt, dass Jünger Männer und Frauen heißt.
In Vers 12 ist in der Lutherbibel nur die Rede davon, dass „er“ also Jesus nahe dem Stadttor war. Ein möglicher Grund kann hier sein, dass man schon jetzt den Fokus nur auf ihn lenken will. Die GN schreibt in Vers 13, dass Jesus Mitleid mit der Witwe hatte. Sie verwendet im Gegensatz zu „jammerte sie ihn“ aus der Lutherübersetzung, ein Wort, dass eher verständlich ist. In Vers 14 fällt vor allem auf, dass Luther das Wort „Sarg“ benutzt, was sehr ungewöhnlich zu dieser Zeit ist (siehe Traditionsgeschichte). Die GN verwendet das Wort, dass auch in der Interlinearübersetzung verwendet wird, „Bahre“.
In Vers 16 findet sich ein weiterer größerer Unterschied. In der GN steht „Gott selbst ist seinem Volk zu Hilfe gekommen“. Im Gegensatz dazu, steht in der Lutherbibel: „Gott hat sein Volk besucht“. Man sieht auch hier wieder, dass in der GN eine einfachere Sprache gewählt wurde, die leichter zu verstehen ist.
Außer diesen auffälligen Unterschieden ist der Text in beiden Übersetzungen recht ähnlich von der Wortwahl, nur die Stellung der Wörter ist unterschiedlich.
1. Übersetzungsvergleich: Es werden die Lutherbibel und die Gute Nachricht gegenübergestellt und die Auswirkungen der unterschiedlichen Sprachstile auf das Verständnis der Perikope analysiert.
2. Literarkritik: Dieses Kapitel klärt die Kontextabgrenzung, verortet den Text als lukanisches Sondergut und untersucht die Einheitlichkeit der Erzählstruktur.
3. Formgeschichte: Die Perikope wird formal als „Wunderbericht“ bestimmt, wobei alternative Deutungen als „Epiphaniebericht“ kritisch abgewogen werden.
4. Traditionsgeschichte: Es erfolgt eine Analyse zentraler Begriffe wie Witwe, Sarg/Bahre und des Motivs der Totenauferweckung im Lichte ihres damaligen Verständnisrahmens.
5. Religionsgeschichte: Durch den Vergleich mit der Apollonius-Vita des Philostratus werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen biblischen und außerbiblischen Wunderheilern herausgearbeitet.
6. Redaktionsgeschichte: Das Kapitel beleuchtet die redaktionelle Arbeit des Lukas, die Datierung seines Doppelwerks und die theologischen Beweggründe für die Aufnahme der Perikope.
7. Einzelauslegung: In der finalen Exegese werden die Verse 11 bis 17 Vers für Vers interpretiert, um die theologische Kernaussage der Geschichte zusammenfassend zu deuten.
Lukas 7,11-17, Jüngling zu Nain, Wunderbericht, Totenauferweckung, Exegese, lukanisches Sondergut, Bibelvergleich, Witwe, Formgeschichte, Religionsgeschichte, Redaktionsgeschichte, Apollenius von Tyana, Wunderheiler, neutestamentliche Wissenschaft, Evangelist Lukas.
Die Arbeit bietet eine exegetische Analyse der biblischen Erzählung von der Auferweckung des Jünglings zu Nain im Lukasevangelium.
Zentrale Themen sind der Vergleich verschiedener Bibelübersetzungen, die literarkritische Einordnung des Textes, die gattungsgeschichtliche Bestimmung sowie die theologische Bedeutung des Wunderberichts.
Ziel ist es, den Text methodisch fundiert zu erschließen und zu verstehen, wie Lukas durch diesen Bericht sein Heilsverständnis und das Bild Jesu als Heiland vermittelt.
Die Autorin nutzt die klassischen Methoden der historisch-kritischen Bibelauslegung, darunter Literarkritik, Formgeschichte, Traditionsgeschichte und Redaktionsgeschichte.
Der Hauptteil gliedert sich in eine strukturierte Untersuchung des Textes, angefangen beim Übersetzungsvergleich bis hin zur detaillierten Einzelexegese jedes Verses.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Totenauferweckung, Sondergut, Wunderbericht, Exegese und die vergleichende Analyse der Evangelien.
Der Vergleich dient dazu, die Besonderheit des biblischen Wunderberichts im Kontrast zur zeitgenössischen griechisch-römischen Literatur herauszuarbeiten.
Die Witwe steht als Symbol für eine schutzbedürftige, rechtlich und sozial marginalisierte Person, deren Rettung durch Jesus die Barmherzigkeit und Hilfe Gottes verdeutlicht.
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