Bachelorarbeit, 2012
42 Seiten, Note: 2,3
1. Oligopolistische Struktur auf dem deutschen Tankstellenmarkt
2. Qualitative Analyse: Oligopol aus kartellrechtlicher Sicht
2.1 Kennzeichen oligopolistischer Marktstrukturen
2.1.1 Marktmacht deutscher Kraftstoffanbieter
2.1.2 Asymmetrische Markttransparenz
2.1.3 Marktzutrittsschranken
2.1.4 Produkthomogenität im Kraftstoffmarkt
2.1.5 Produkt- und markenspezifische Preiselastizität der Nachfrage
2.1.6 Verflechtungen der Oligopolisten
2.1.7 Fehlende Marktmacht der Nachfrager
2.2 Preissetzungsverhalten der Kraftstoffanbieter
2.3 Modell der Edgeworth-Zyklen: Beobachtungsparameter Kraftstoffpreis
2.4 Stabilität der Kollusion durch Bestrafungsmechanismen
2.4.1 Untereinstandspreisverkäufe
2.4.2 Preisscherenverkäufe
3. Ökonomische Konsequenzen der Wettbewerbssituation
3.1 Konsequenzen der interdependenten Preisentscheidungen der Oligopolisten
3.2 Partialmarktanalyse im Kraftstoffmarkt
4. Wettbewerbspolitische und kartellrechtliche Eingriffsmöglichkeiten
4.1 Horizontale und vertikale Entflechtung
4.2 Preisregulierung
4.2.1 Das Österreichische Modell der Preisregulierung
4.2.2 Das West-Australische Modell
4.2.3 Übertragbarkeit der Modelle auf Deutschland
5. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht die oligopolistische Marktstruktur auf dem deutschen Tankstellenmarkt, analysiert die Mechanismen hinter der Preissetzung der großen Mineralölkonzerne und bewertet die ökonomischen Konsequenzen sowie mögliche wettbewerbspolitische Eingriffsmöglichkeiten.
2.1.3 Marktzutrittsschranken
Ein weiteres Merkmal der oligopolistischen Marktstruktur im deutschen Tankstellenmarkt sind enorme Markteintrittsbarrieren, die für neue Marktteilnehmer mit hohen Fixkosten verbunden sind. Diese Marktzutrittsbarrieren sind in der Industrieökonomik und der Regulierungstheorie in zwei zentralen Konzepten zusammengefasst. Das Marktzutrittsschrankenkonzept nach Bain und das regulierungstheoretische Konzept nach Stigler.
Diese Konzepte untersuchen grundlegend den Vorteil aktueller Marktteilnehmer gegenüber potentiellen Neueintretern. In dem Konzept nach Bain wird auf Basis eines aktuellen langfristigen Kostenkonzeptes untersucht ob Preise langfristig oberhalb der Durchschnittskosten am Markt realisiert werden können ohne das Markzutritt rentabel ist. Bain unterscheidet in seinem Konzept drei zentrale Ursachen von Marktzutrittsschranken. Absolute Kostenvorteile, Betriebsgrößenvorteile (economies of scale) und Produktdifferenzierungsmöglichkeiten der bereits im Markt agierenden Wettbewerber.
Absolute Kostenvorteile als Markteintrittsbarrieren sind im Kraftstoffsektor der direkte Zugang der Oligopolisten zu Raffinerie- und Lagerkapazitäten und die Möglichkeit in folgenden Lieferverträgen zu Marktnewcomern ihre Kraftstoffpreise durchzusetzen. Ein weiterer absoluter Kostenvorteil für die im Markt etablierten Oligopolisten ist, dass ein Newcomer finanziell sehr stark sein muss, um Lieferverträge und Raffineriebeteiligungen an Raffineriekapazitäten zu erwerben.
1. Oligopolistische Struktur auf dem deutschen Tankstellenmarkt: Einleitung in die Marktstruktur und den Befund des Bundeskartellamts zu einem kollektiv marktbeherrschenden Oligopol.
2. Qualitative Analyse: Oligopol aus kartellrechtlicher Sicht: Detaillierte Untersuchung der oligopolistischen Merkmale wie Marktmacht, Transparenz, Zutrittsschranken und das Preissetzungsverhalten der Anbieter.
3. Ökonomische Konsequenzen der Wettbewerbssituation: Analyse der wohlfahrtsökonomischen Auswirkungen des kollusiven Verhaltens und der Preissetzungsentscheidungen.
4. Wettbewerbspolitische und kartellrechtliche Eingriffsmöglichkeiten: Diskussion über Entflechtung und Preisregulierung sowie deren Anwendbarkeit und Grenzen auf dem deutschen Markt.
5. Zusammenfassung: Abschließendes Fazit zur Marktstruktur und den Möglichkeiten staatlicher Interventionen zur Verbesserung der Transparenz.
Oligopol, Tankstellenmarkt, Mineralölkonzerne, Marktmacht, Preissetzung, Kollusion, Marktzutrittsschranken, Edgeworth-Zyklen, Preisscherenverkäufe, Untereinstandspreisverkäufe, Wettbewerbspolitik, Kartellrecht, Wohlfahrtsverlust, Preisregulierung, Markttransparenz
Die Arbeit analysiert die Wettbewerbssituation und das Preissetzungsverhalten der führenden deutschen Kraftstoffanbieter, die ein kollektiv marktbeherrschendes Oligopol bilden.
Die Schwerpunkte liegen auf der Untersuchung von Marktmacht, der Dynamik von Preiszyklen, kollusivem Verhalten unter den Anbietern sowie den wirtschaftlichen Konsequenzen für die Wohlfahrt.
Ziel ist es, die Funktionsweise des Kraftstoffmarktes zu durchleuchten und zu prüfen, ob und inwieweit wettbewerbspolitische Eingriffe wie Entflechtungen oder Preisregulierungen sinnvoll und möglich sind.
Die Arbeit nutzt industrieökonomische Theorien, insbesondere Modelle zum Preiswettbewerb (Bertrand-Edgeworth), sowie eine wohlfahrtsökonomische Partialmarktanalyse.
Der Hauptteil gliedert sich in eine qualitative Analyse der Oligopolstrukturen, eine spieltheoretische Betrachtung des Preissetzungsverhaltens und eine Diskussion kartellrechtlicher Eingriffsinstrumente.
Wichtige Begriffe sind Oligopol, Preiskollusion, Markttransparenz, Marktzutrittsschranken und wohlfahrtsökonomische Ineffizienzen.
Die Stabilität wird durch Mechanismen wie Untereinstandspreisverkäufe und Preisscherenverkäufe sowie den sogenannten Reputationseffekt sichergestellt, der abweichendes Verhalten bestraft.
Die Arbeit stellt fest, dass aufgrund unterschiedlicher Marktstrukturen eine einfache Übertragung der Modelle aus Österreich oder West-Australien auf den deutschen Markt problematisch und empirisch noch nicht ausreichend gestützt ist.
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