Diplomarbeit, 2012
116 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Patente zwischen Rechtsschutz und ökonomischer Bedeutsamkeit
1.2 Was ist TRIZ? – Von Kreativität und Erfindungen
1.3 Ziel der Arbeit
1.4 Aufbau der Arbeit
2 Strategisches Patentmanagement
2.1 Der Innovationsprozess
2.1.1 Die Innovationsauslöser
2.1.2 Phasen des Innovationsprozesses
2.2 Gewerbliche Schutzrechte und Funktionalität von Patenten
2.2.1 Definition gewerblicher Schutzrechte
2.2.1.1 Patente
2.2.1.2 Gebrauchsmuster
2.2.1.3 Marken
2.2.1.4 Geschmacksmuster
2.2.2 Ökonomische Funktion von Patenten im Unternehmen
2.2.3 Patente als Indikator für erfinderische Tätigkeit
2.2.4 Zusammenfassung
2.3 Definition des strategischen Patentmanagements
2.4 Patentierungsstrategien
2.4.1 Patentierungsmotive
2.4.2 Anmeldestrategien
2.4.2.1 Geheimhaltung (Dienstgeheimnisse)
2.4.2.2 Publikation (Sperrveröffentlichungen)
2.4.2.3 Frühe vs. späte Patentanmeldung
2.4.3 Nutzungsstrategien
2.4.3.1 Technologieportfolio
2.4.3.2 Patentportfolio
2.4.3.3 Patentportfoliomanagement
2.4.4 Verwertungs- und Kommerzialisierungsstrategien
2.4.4.1 Offensive Patentstrategien
2.4.4.2 Defensive Patentstrategien
2.4.4.3 Nationale und internationalen Patentstrategien
3 Die Theorie des erfinderischen Problemlösens - TRIZ
3.1 Historische Entwicklung der TRIZ
3.2 Thematische Auseinandersetzung mit der TRIZ
3.2.1 Gedanken- und Methodengebäude der TRIZ
3.2.2 Kritische Würdigung der TRIZ
3.3 Die innovativen Prinzipien
3.3.1 Der Widerspruch
3.3.2 Abstraktion und Transformation
3.3.3 Die 40 innovativen Verfahrensprinzipien
3.3.4 Kritik an den 40 Verfahrensprinzipien
4 Übertragung der 40 innovativen Prinzipien auf Patentstrategien
4.1 Prinzipiencluster und Handlungsempfehlungen
4.1.1 Cluster 1: Zerlegung/Abtrennung/Loslösung
4.1.1.1 Ableitung von Handlungsempfehlungen für Patentstrategien aus Innovationscluster 1
4.1.2 Cluster 2: Universalität (Multifunktionalität)/Funktionskopplung
4.1.2.1 Ableitung von Handlungsempfehlungen für Patentstrategien aus Innovationscluster 2
4.1.3 Cluster 3: optimale Arbeitsbedingungen
4.1.3.1 Ableitung von Handlungsempfehlungen für Patentstrategien aus Innovationscluster 3
4.1.4 Cluster 4: Schadensvorbeugung
4.1.4.1 Ableitung von Handlungsempfehlungen für Patentstrategien aus Innovationscluster 4
4.2 Übertragung von clusterungsunfähigen innovativen Prinzipien
5 Schlussbetrachtung
Ziel der Arbeit ist es, die 40 innovativen Prinzipien der TRIZ-Methodik für das strategische Patentmanagement in Unternehmen nutzbar zu machen, um durch die Identifikation von Clustern und Handlungsmustern die Entscheidungsfindung bei Patentanmeldungen und -strategien zu optimieren.
2.4.1 Patentierungsmotive
Als Voraussetzung für eine gut eingebettete Patentierungsstrategie gelten klare Aussagen seitens der Unternehmensleitung. Dabei muss die Frage beantwortet werden, wie das Unternehmen sich mittels einer Patentstrategie positionieren möchte.
Bei der Initiierung einer Patentstrategie ist eine Abstimmung zwischen der Patentabteilung, der F&E und der Unternehmensentwicklung notwendig. Dabei werden Erfolgsfaktoren für Patentstrategien definiert. Wichtige Erfolgsfaktoren sind Unternehmensstrategie, Ressourcen, Leidensdruck, Erfahrungen, Transparenz sowie ein Management-Commitment auf die im Vorhinein festgelegten Ziele.
Mit der Generierung eines Patents werden allgemein drei Hauptmotive verfolgt:
1. Die Sicherung der eigenen Handlungsfreiheit.
2. Die Blockade von Wettbewerbern zur Verteidigung des eigenen Produkt- und Dienstleistungsgeschäfts bzw. als Zugangsmittel zu Technologie Dritter.
3. Generierung von Lizenzeinnahmen.
Es lassen sich allerdings noch weitergehende Motive identifizieren:
Schutz: Schutz vor Imitation, Sicherung nationaler und internationaler Märkte.
Blocken: offensives und defensives Blocken von Wettbewerbern.
Reputation: Imageverbesserung, Erhöhung des Unternehmenswertes.
Tauschmittel: Aufbesserung der Position in Kooperationen, verbesserter Zugang zum Kapitalmarkt, Tauschpotentiale, Lizenzeinnahmen.
Motivation: Personalmotivation, interne Leistungsindikation.
Im Vorlauf zur Patentanmeldung sollte eine Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt werden, um zu überprüfen, ob das Verhältnis angemessen und profitabel ist. Die Patentierung einer Erfindung stellt grundsätzlich einen mit Kosten und Risiken verbundenen Prozess dar. Die eindeutig und leicht zu beziffernden Kosten entstehen durch die Anmeldungs- und Aufrechterhaltungskosten eines Patents. Gerade für KMUs können sie zum Hindernis werden und Patentierungen unwirtschaftlich erscheinen lassen.
1 Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die strategische Relevanz von Patenten in der modernen Wirtschaft anhand aktueller Beispiele und führt in die Notwendigkeit eines strukturierten Patentmanagements ein.
2 Strategisches Patentmanagement: Dieses Kapitel definiert das strategische Patentmanagement, ordnet es in Innovationsprozesse ein und analysiert verschiedene Anmelde-, Nutzungs- und Verwertungsstrategien.
3 Die Theorie des erfinderischen Problemlösens - TRIZ: Hier werden die historischen Wurzeln und das Methodengebäude der TRIZ vorgestellt, mit besonderem Fokus auf die 40 innovativen Prinzipien und das Konzept der Widersprüche.
4 Übertragung der 40 innovativen Prinzipien auf Patentstrategien: Dieses Kernkapitel clustert die TRIZ-Prinzipien und leitet daraus konkrete Handlungsempfehlungen für die strategische Steuerung und Gestaltung von Patentportfolien ab.
5 Schlussbetrachtung: Das Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und bewertet die erfolgreiche Übertragbarkeit von TRIZ-Denkmustern auf die komplexe Materie des strategischen Patentmanagements.
Patentmanagement, TRIZ, Innovationsstrategie, Patentstrategie, Erfindung, Schutzrecht, Innovationsprozess, Patentportfolio, Wettbewerbsvorteil, Technologietransfer, Patentanmeldung, Schadensvorbeugung, Innovationscluster, Technologiemanagement, Wettbewerbsanalyse
Die Arbeit untersucht, wie die Kreativitätsmethode TRIZ genutzt werden kann, um ein strukturiertes und strategisches Patentmanagement in Unternehmen zu unterstützen.
Die zentralen Felder umfassen das strategische Patentmanagement, die Grundlagen der TRIZ-Methodik sowie die Verknüpfung dieser beiden Bereiche zur Ableitung von Patentstrategien.
Es wird eine literaturgestützte Analyse durchgeführt, die bestehende Patentstrategien den 40 innovativen Prinzipien der TRIZ gegenüberstellt und diese mittels "Clustering" funktional verknüpft.
Patentportfolien werden als Instrumente der Analyse und strategischen Positionierung dargestellt, die es ermöglichen, den Wert des geistigen Eigentums zu maximieren und Wettbewerbsvorteile zu sichern.
Offensive Strategien zielen darauf ab, Konkurrenten den Marktzugang zu erschweren oder zur Lizenzierung zu zwingen, während defensive Strategien primär die Sicherung der eigenen Handlungsfreiheit gegen Verletzungsvorwürfe verfolgen.
Während die "Trial and Error"-Methode auf zufälligem Ausprobieren basiert, bietet TRIZ einen systematischen, algorithmischen Ansatz, der auf der Analyse von tausenden Patenten und technischen Gesetzmäßigkeiten beruht.
Es handelt sich um Patente, deren Anmeldung bewusst geheim gehalten wird, um Wettbewerber später bei deren Markteintritt zu überraschen. Der Schutz dagegen erfolgt durch frühzeitige Patentrecherchen und "Monitoring".
Die Einteilung in Cluster wie "Zerlegung" oder "Universalität" reduziert die Komplexität der 40 Einzelprinzipien und macht sie als abstrakte Handlungsmuster für Patentmanager praktisch anwendbar.
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