Bachelorarbeit, 2012
79 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Problemstellung, Vorgehensweise und Ziele der Arbeit
1.2 Veränderungen in der Arbeitswelt
2 Begriffsbestimmungen und Grundlagen
2.1 Die Bedeutung psychischer Belastungsfaktoren für Arbeitnehmer und Unternehmen
2.2 Die Begriffe Belastung, Beanspruchung und Stress aus Sichtweise der Psychologie
3 Ursachen psychischer Belastungen und Darstellung bedeutender Stressoren
3.1 Über- und Unterforderung
3.2 Zeitdruck und Technologisierung
3.3 Flexibilität und Mobilität
3.4 Soziale Konflikte und Angst
4 Folgen psychischer Belastungen
4.1 Abgrenzung temporärer und chronischer psychischer Belastung und Belastungsfolgen
4.2 Ausprägungen der Folgen psychischer Belastung
4.2.1 Präsentismus und Absentismus
4.2.2 Arbeitssucht und Burnout
4.2.3 Innere Kündigung und Boreout
4.2.4 Alkoholismus – eine unterschätzte Krankheit?
5 Maßnahmen und Prävention psychischer Belastungsfaktoren
5.1 Ausgewählte Personalmaßnahmen
5.1.1 Personaleinsatz
5.1.2 Personalführung
5.1.3 Personalauswahl und – freisetzung
5.1.4 Personalentwicklung
5.2 Maßnahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements
5.2.1 Ausgestaltung und Förderung von Unternehmenskultur und Arbeitnehmerpartizipation
5.2.2 Verhaltensprävention im betrieblichen Gesundheitsmanagement
5.2.3 Verhältnisprävention im betrieblichen Gesundheitsmanagement
5.3 Kollektive und individuelle Maßnahmen
5.3.1 Coaching und Mentoring
5.3.2 Behandlung und Prävention psychischer Belastungen aus medizinischer Perspektive
5.3.3 Kündigung
6 Schlussbetrachtung
Diese Arbeit analysiert die Ursachen, Folgen sowie Präventionsmöglichkeiten psychischer Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz aus einer personalwirtschaftlichen und organisationalen Perspektive. Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen Arbeitsbedingungen und psychischer Gesundheit aufzuzeigen sowie konkrete Handlungsempfehlungen zur Minimierung von Belastungen für Unternehmen und Beschäftigte abzuleiten.
4.2.1 Präsentismus und Absentismus
Nach SCHMIDT / SCHRÖDER befinden sich die Fehlzeiten in Betrieben seit 1975 auf einem konstanten Tiefstand von 2008 gemessenen 3,4%. Dieser niedrige Wert hat jedoch nur vordergründig den Anschein, dass die Beschäftigten gesünder seien, vielmehr ist es so, dass eine nicht unbeachtliche Zahl von Arbeitnehmern trotz Krankheit zur Arbeit geht. Dieses Verhalten wird in der Wissenschaft unter dem Begriff Präsentismus geführt. Die stetige Reduktion des Krankenstandes ist also nicht zwangsläufig oder zumindest nicht einzig und allein auf ein effizienteres betriebliches Gesundheitsmanagement zurückzuführen.
Präsentismus beschreibt das Verhalten von Mitarbeitern trotz einer Erkrankung arbeiten zu gehen, anstatt sich krank zu melden. Die Beschäftigten sind dabei zwar physisch anwesend, ihr sonstiges Leistungslevel können sie aufgrund ihres Krankheitszustands jedoch nicht zuletzt durch eine reduzierte Aufmerksamkeitsspanne und einer erhöhten Fehlerwahrscheinlichkeit nicht erreichen bzw. halten. Dadurch, dass Erkrankungen oft nicht auskuriert werden, erfolgt eine Verschleppung der Krankheit, die nicht selten nach einiger Zeit zu längeren krankheitsbedingten Arbeitsausfällen führt. Eine amerikanische Studie bestätigt dies mit der Tatsache, dass die Kosten aufgrund eingeschränkter Arbeitsfähigkeit bzw. Krankheit pro Mitarbeiter um ein zehnfaches höher ist, als entstandene Kosten für das Unternehmen aus reiner Fehlzeit.
Gründe für Präsentismus können für den Arbeitnehmer vielfältig sein. So ist beispielsweise die Angst vorhanden, Arbeit könne im Krankheitsfall liegen bleiben, da bestimmte Aufgaben von Kollegen nicht übernommen werden können. Ein weiterer Grund liegt in der Arbeitsethik, genauer in der grundsätzlichen Einstellung des Arbeitnehmers zu seiner Arbeitsstelle und dem Unternehmen. Einige Arbeitnehmer sind sogar der Auffassung, dass Krankmelden ein Eingeständnis von Schwäche sei, somit also ihre Leistungsfähigkeit und –bereitschaft in Kritik geraten könnte.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung psychischer Belastung in der modernen Arbeitswelt ein, erläutert das Ziel der Arbeit und den strukturellen Aufbau der Untersuchung.
2 Begriffsbestimmungen und Grundlagen: Dieses Kapitel klärt psychologische und arbeitswissenschaftliche Grundbegriffe wie Belastung, Beanspruchung und Stress und beleuchtet deren Bedeutung für Arbeitnehmer und Unternehmen.
3 Ursachen psychischer Belastungen und Darstellung bedeutender Stressoren: Hier werden wesentliche Ursachen und Stressoren wie Über-/Unterforderung, Zeitdruck, Technologisierung sowie soziale Konflikte und Ängste identifiziert.
4 Folgen psychischer Belastungen: Dieses Kapitel analysiert die gesundheitlichen und betrieblichen Auswirkungen, insbesondere durch Phänomene wie Präsentismus, Arbeitssucht, Burnout, Innere Kündigung, Boreout und Alkoholismus.
5 Maßnahmen und Prävention psychischer Belastungsfaktoren: Dieses Hauptkapitel beschreibt detailliert personalwirtschaftliche Strategien, betriebliches Gesundheitsmanagement sowie individuelle und kollektive Maßnahmen zur Prävention und Bewältigung von Belastungen.
6 Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und betont den hohen Handlungsbedarf für Unternehmen zur Gestaltung gesunder Arbeitsbedingungen.
Psychische Belastung, Beanspruchung, Stress, Burnout, Boreout, Arbeitssucht, Präsentismus, Absentismus, Betriebliches Gesundheitsmanagement, Personalmanagement, Arbeitsplatzgestaltung, Führung, Arbeitszufriedenheit, Psychologischer Vertrag, Stressprävention.
Die Arbeit befasst sich mit den psychischen Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz, ihren Ursachen in der modernen Arbeitswelt sowie den resultierenden Folgen für Mitarbeiter und Unternehmen.
Die zentralen Themen sind die wissenschaftliche Definition von Stress und Beanspruchung, die Identifikation von Stressoren, die Analyse von Folgeerscheinungen sowie die Erarbeitung präventiver Maßnahmen.
Das Ziel ist die Analyse und Beantwortung von Fragestellungen zu den Ursachen psychischer Belastungen sowie die Entwicklung von Lösungsansätzen für das Personalmanagement zur Minimierung dieser Risiken.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Basis umfangreicher Fachliteratur und psychologischer sowie arbeitswissenschaftlicher Ansätze eine strukturierte Darstellung und Analyse des Sachverhalts vornimmt.
Im Hauptteil werden zunächst die Ursachen von Stress (Stressoren), dann die verschiedenen Ausprägungen von Belastungsfolgen und abschließend organisatorische sowie individuelle Maßnahmen zur Prävention behandelt.
Die zentralen Schlagworte sind psychische Belastung, Stressprävention, betriebliches Gesundheitsmanagement, Burnout, Präsentismus und Arbeitssucht.
Der psychologische Vertrag umfasst informelle, sozio-emotionale Erwartungen und Vereinbarungen (z.B. Fairness, Anerkennung), während der formelle Arbeitsvertrag rechtlich bindende Arbeitsbedingungen regelt.
Präsentismus ist riskant, da erkrankte Mitarbeiter ihre Leistung nicht voll erbringen, Fehler verursachen und durch eine Verschleppung der Krankheit langfristig zu noch höheren krankheitsbedingten Ausfallkosten führen.
Führungskräfte haben eine zentrale Rolle bei der Früherkennung von Belastungsindikatoren; ihr Verhalten und die Art der Personalentwicklung sind entscheidend für die Gestaltung eines gesunden Betriebsklimas.
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