Diplomarbeit, 2009
99 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Experimente in der Ökonomie
3. Der house-money effect
3.1. Begriffsklärung
3.2. Experimentelle Untersuchungen des house-money effects
3.3. Ultimatum- und Diktatorspiel
4. Die Steuerinzidenz
5. Liability Side Equivalence Principle (LSE-Theory)
5.1. Die Steuerinzidenz im partiellen Gütermarktgleichgewicht
5.2. Bestätigung der LSE-Theory am Gütermarkt in experimentellen Untersuchungen
5.3. Die Äquivalenztheorie und deren Ablehnung
5.3.1. Geldillusion und die Äquivalenz allgemeiner Steuern
5.3.2. Steuerillusion, Steuer-Salienz und die LSE-Theory
5.4. Ablehnung der LSE-Theory am Gütermarkt in experimentellen Untersuchungen
5.5. Die LSE-Theory und der Arbeitsmarkt
5.6. Personalökonomische Aspekte
5.7. Kritische Betrachtung der bisherigen experimentellen Studien zur LSE-Theory
6. Real-effort games in Laborexperimenten
6.1. Experimentelle Untersuchungen unter Verwendung von real-effort games
6.2. Kriterienliste und Rahmenbedingungen für ein geeignetes real-effort game
6.3. Zwischenfazit
7. Eine experimentelle Untersuchung der LSE-Theory in einem Laborarbeitsmarkt unter Verwendung eines real-effort games
7.1. Experimentelles Design und Vorgehensweise
7.1.1. Grundlegendes experimentelles Design
7.1.2. Vorgehensweise
7.2. Erwartungen und zu prüfende Hypothesen
7.3. Ergebnisse der Untersuchung und Interpretation
7.3.1. Effizienzlohntheorie und gift-exchange Ansatz
7.3.2. LSE-Theory und Nettolöhne
7.3.3. LSE-Theory und Arbeitsanstrengungen
7.3.4. Vergleich mit den Resultaten von RIEDL und TYRAN (2005)
7.4. Fazit
8. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht experimentell, ob das Liability Side Equivalence Principle (LSE-Theory) auf dem Arbeitsmarkt Bestand hat, wenn Probanden eine reale Arbeitsleistung (real-effort) erbringen müssen, um ihren Lohn zu verdienen. Ziel ist es, die bestehende Untersuchung von RIEDL und TYRAN (2005) um eine realitätsnähere Umgebung zu erweitern und potenzielle Verzerrungen durch den house-money effect zu minimieren.
3.1. Begriffsklärung
Der house-money effect bezeichnet das Phänomen, dass Menschen eher finanzielle Risiken eingehen, wenn sie das Geld, das sie verlieren können, leicht oder unerwartet erhalten haben, statt es zu verdienen. Dieser Effekt stellt den Ausgangspunkt und die Begründung für das in Kapitel sechs behandelte Thema des real-effort games dar. Demzufolge könnten Entscheidungen in ökonomischen Experimenten verzerrt sein, wenn das verwendete Geldguthaben von den Experimentatoren bereitgestellt wird und nicht „aus eigener Tasche“ gezahlt werden muss. Der Mensch hat eine „Müheerinnerung“ darüber, wie mühevoll oder mühelos er sein Einkommen erworben hat. Wurde ein Einkommen mühevoll durch eigene Arbeit erwirtschaftet, so steigt die Konsumresistenz und die Sparneigung nimmt zu. Der Begriff des house-money effects stammt aus einer im Casino üblichen Redewendung. Wenn ein Spieler nach einem großen Gewinn mehr Geld aufs Spiel setzt, spricht man davon, dass er mit „the house’s money“ spielt. Im Weiteren werden experimentelle Studien vorgestellt, in denen in diesem Zusammenhang auch von windfall gains oder Manna, das vom Himmel fällt, die Rede ist.
1. Einleitung: Stellt das Forschungsziel vor, die LSE-Theory unter Einbindung eines real-effort games zu untersuchen, um eine realitätsnähere experimentelle Umgebung zu schaffen.
2. Experimente in der Ökonomie: Bietet einen Überblick über die Entwicklung und Methodik kontrollierter Laborexperimente in den Wirtschaftswissenschaften.
3. Der house-money effect: Erläutert das Phänomen, dass unerwartete Gewinne zu risikofreudigerem Verhalten führen, und begründet die Notwendigkeit von real-effort games.
4. Die Steuerinzidenz: Definiert die Grundlagen der Steuerwirkungslehre, insbesondere die Unterscheidung zwischen formeller Steuerlast und tatsächlicher Inzidenz.
5. Liability Side Equivalence Principle (LSE-Theory): Analysiert die Theorie, nach der die Inzidenz einer Steuer unabhängig davon ist, ob sie bei Anbieter oder Nachfrager erhoben wird, und stellt sie auf dem Güter- und Arbeitsmarkt dar.
6. Real-effort games in Laborexperimenten: Gibt eine Übersicht bestehender Studien zu Anreizwirkungen von Steuern und definiert Kriterien für ein geeignetes real-effort game.
7. Eine experimentelle Untersuchung der LSE-Theory in einem Laborarbeitsmarkt unter Verwendung eines real-effort games: Präsentiert das eigene Experiment, das Design, die Hypothesen und diskutiert die Ergebnisse.
8. Schlussbetrachtung: Fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsmöglichkeiten im Bereich der Personalökonomik.
LSE-Theory, Steuerinzidenz, real-effort games, Arbeitsangebot, Experimentelle Wirtschaftsforschung, house-money effect, Effizienzlohntheorie, gift-exchange, Arbeitsmarkt, Steuerillusion, Nettolohn, Anreizkompatibilität, Steuer-Salienz, Steuerüberwälzung, Behavioral Economics.
Die Arbeit analysiert experimentell, ob Steuern auf Arbeit unabhängig von der Seite erhoben werden können, die die Steuer formal abführt (LSE-Theory), indem sie eine reale Arbeitsleistung im Labor simuliert.
Die zentralen Themen umfassen die experimentelle Wirtschaftsforschung, die Theorie der Steuerinzidenz, personalökonomische Aspekte wie gift-exchange und Effizienzlohnmodelle sowie den Einfluss psychologischer Faktoren wie den house-money effect.
Das Ziel ist die Erweiterung der bestehenden experimentellen Forschung von Riedl und Tyran durch die Einführung einer realen Arbeitsanstrengung (real-effort), um Verzerrungen durch exogene Kapitalausstattungen zu vermeiden.
Es wird eine experimentelle Methode (Laborexperiment) mit real-effort Aufgaben (Adressdatensätze übertragen) eingesetzt, um Teilnehmerverhalten unter variierenden Steuersystemen (Steuer bei Unternehmen vs. bei Arbeitern) zu testen.
Der Hauptteil umfasst eine theoretische Fundierung zur Steuerinzidenz und zur LSE-Theory, einen Literaturüberblick zu real-effort games sowie das detaillierte experimentelle Design und die statistische Auswertung der Ergebnisse.
Die wichtigsten Begriffe sind LSE-Theory, real-effort, Steuerinzidenz, gift-exchange und experimentelle Laborarbeitsmärkte.
Im Gegensatz zu früheren Studien, in denen Arbeiter lediglich einen Anstrengungsgrad monetär wählten, müssen die Probanden hier durch eine tatsächlich zeitaufwendige und mühsame Tätigkeit (Adressdaten-Eingabe) eine reale Gegenleistung erbringen.
Er dient als Begründung für die Methodik, da bei bloßer Zuteilung von Kapital (windfall gains) Teilnehmer risikofreudiger oder weniger vorsichtig agieren könnten, was die Validität der Steuerinzidenz-Ergebnisse verfälschen würde.
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