Magisterarbeit, 2011
119 Seiten, Note: 1,5
1. Vorwort
2. Einleitung
3. Theoretischer Ansatz
3.1. Das Verhältnis von PR und Journalismus aus theoretischer Perspektive
3.1.1. Quasi wissenschaftliche Ansätze
3.1.2. Die Determinierungshypothese
3.1.3. Systemtheoretische Ansätze
3.1.4. Weitere theoretische Ansätze
3.2. Intereffikationsmodell
3.3. Induktions- und Adaptionsleistungen im Intereffikationsmodell
3.3.1. Definitionen: Induktionen und Adaptionen
3.3.2. Die drei Dimensionen: Sachlich, zeitlich und psychisch‐sozial
3.3.3. Induktionen in den drei Dimensionen
3.3.4. Adaptionen in den drei Dimensionen
3.4. Forschungsstand zum Intereffikationsmodell
3.5. Diskussion über das Intereffikationsmodell
3.6. Was bedeutet eine Überlagerung der beiden Medienberufe für die Gesellschaft?
3.7. Erkenntnisinteresse
4. Empirische Untersuchung
4.1. Methodendiskussion
4.2. Grundgesamtheiten und Pretest
4.3. Operationalisierung
4.4. Fragebogen
4.4.1. Soziodemographische Daten
4.4.2. Zeitaufwand im Berufsalltag
4.4.3. Restriktionen
4.4.4. Bedeutung der PR bzw. Medien für die eigene Zielerreichung
4.4.5. Abhängigkeiten
4.4.6. Umgehung der Induktions- und Adaptionsleistungen
4.5. Ergebnisse der Befragungen
4.5.1. Soziodemographische Daten
4.5.2. Zeitaufwand im Berufsalltag
4.5.4. Bedeutung der PR bzw. Medien für die eigene Zielerreichung
4.5.6. Umgehung der Induktions- und Adaptionsleistungen
4.6. Auswertung der Ergebnisse
4.7. Prüfung der forschungsleitenden Fragen
5. Diskussion/Fazit
Die Arbeit untersucht das vielschichtige Verhältnis zwischen Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit (PR) auf Basis des Intereffikationsmodells, um zu klären, wie diese Systeme miteinander interagieren, einander beeinflussen und welche Auswirkungen diese wechselseitige Abhängigkeit auf die Gesellschaft hat.
3.1.2. Die Determinierungshypothese
Die ersten Studien im deutschsprachigen Raum zum Verhältnis von Public Relations und Journalismus führte Barbara Baerns in den Jahren 1979 und 1985 durch. Sie untersuchte dabei den PR-Input und dessen Aufnahme durch die Medien zur Landespolitik in Nordrhein-Westfalen. Sie ermittelte eine Übernahmequote des PR-Materials in die Presseberichten von durchschnittlich 62 Prozent und wies damit einen starken Einfluss der PR auf den Journalismus nach. Sie kam zu dem Ergebnis, dass unter bestimmten Umständen das Aufgreifen von Presseinformationen die Eigenrecherche von Journalisten überlagert. Eigenrecherche konnte, wenn überhaupt, nur noch als Zusatz oder im Nachhinein nachgewiesen werden. Da sie einen vorherrschenden Zugriff auf PR-Materialien feststellen konnte, schlussfolgerte sie, dass die eigentliche journalistische Leistung nicht im Recherchieren und Thematisieren liege, sondern in „schneller Verarbeitung durch Schreiben oder Produzieren, durch Auswählen und Redigieren“ (Baerns 1985: 89). Ebenso fand Baerns Belege, dass die Öffentlichkeitsarbeit nicht nur die Themen, sondern auch das Timing von Berichterstattungen kontrollieren. Nach Pressemitteilungen und –konferenzen fand eine unmittelbare Veröffentlichung statt, egal, ob den Quellen ein hoher oder niedriger Nachrichtenwert zugeordnet werden konnte (ebenda: 98).
Abgeleitet aus ihren Ergebnissen hat Baerns die These, dass Public Relations die Themen und das Timing der journalistischen Berichterstattung kontrollieren (vgl. Baerns 1985: 197). Für sie stehen sich Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit als „zwei syntaktisch gleichartige, semantisch nicht äquivalente Informationssysteme“ und somit nicht als Partner, sondern als Gegner gegenüber (ebenda: 16). Die beiden Systeme lassen sich aufgrund ihrer Zielsetzung unterscheiden: Öffentlichkeitsarbeit steht für Selbstdarstellung von Partikularinteressen, Journalismus für Fremddarstellung als „Funktion des Gemeininteresses und des allgemeinen Wissens“ (Baerns 1987: 149). Das Verhältnis von Öffentlichkeitsarbeit und Journalismus beschreibt Baerns anhand eines lückenlosen Zusammenhangs des Einflusses, der sich zwischen den beiden Polen „hoher journalistischer Einfluss“ und „hoher PR-Einfluss“ bewegt. Dabei bedeutet ein Wachstum des Einflusses auf der einen Seite eine Reduktion auf der anderen (vgl. Baerns 1985: 17).
1. Vorwort: Dankesworte an die Unterstützer und Teilnehmer der empirischen Erhebung.
2. Einleitung: Hinführung zum Thema und Darlegung der Problematik der zunehmenden Vermischung von journalistischer Berichterstattung und Öffentlichkeitsarbeit.
3. Theoretischer Ansatz: Überblick über existierende Modelle (Determinierung, Systemtheorie) und Begründung der Wahl des Intereffikationsmodells als Basis der Untersuchung.
4. Empirische Untersuchung: Detaillierte Beschreibung der methodischen Vorgehensweise, Operationalisierung und Analyse der Befragung von Journalisten und PR-Praktikern.
5. Diskussion/Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Reflexion über die Bedeutung der wechselseitigen Abhängigkeit für die Gesellschaft sowie zukünftige Prognosen.
Journalismus, Öffentlichkeitsarbeit, PR, Intereffikationsmodell, Determinierungshypothese, Induktion, Adaption, Medienberufe, Massenmedien, Meinungsbildung, Nachrichtenwert, Koppelgeschäfte, Medienethik, Systemtheorie, Kommunikation.
Die Arbeit analysiert das wechselseitige Verhältnis und die Einflussnahme zwischen Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit (PR) mithilfe des Intereffikationsmodells.
Im Fokus stehen die Induktions- und Adaptionsprozesse zwischen den beiden Systemen, die Frage nach journalistischer Unabhängigkeit und die soziologische Bedeutung ihrer Verflechtung.
Das Ziel ist es herauszufinden, wie Journalisten und PR-Praktiker in ihrem Alltag miteinander verknüpft sind, inwieweit sie sich gegenseitig steuern oder beeinflussen und welche Auswirkungen das auf die Gesellschaft hat.
Die Arbeit basiert auf einer empirischen Untersuchung in Form einer standardisierten Online-Befragung von 155 Journalisten und 155 PR-Praktikern.
Neben der theoretischen Herleitung des Intereffikationsmodells werden die empirischen Ergebnisse der Befragung hinsichtlich Zeitaufwand, Restriktionen, gegenseitiger Beeinflussung und Abhängigkeiten ausgewertet.
Die wichtigsten Begriffe umfassen Journalismus, Öffentlichkeitsarbeit, Intereffikationsmodell, Induktion, Adaption, Medienethik und Koppelgeschäfte.
Ein besonderer Fokus liegt auf sogenannten „Koppelgeschäften“, also der Verknüpfung von Anzeigenkäufen mit der Erwartung redaktioneller Berichterstattung, und deren Einfluss auf die journalistische Integrität.
Die Mehrheit beider Gruppen sieht eine hohe wechselseitige Abhängigkeit, wobei Journalisten oft betonen, auf Recherche-Informationen angewiesen zu sein, während PR-Leute ihre PR-Arbeit als notwendig für das Funktionieren von Medien in einer komplexen Gesellschaft erachten.
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