Bachelorarbeit, 2012
40 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Konvergenz
2.2 Divergenz
2.3 Dualismus - Konvergenz und Divergenz
2.4 Operationalisierung
2.5 Hypothesen
3 Produktionssysteme nach dem Varieties of Capitalism-Ansatz
3.1 Koordinierte Marktwirtschaft - Deutschland
3.2 Liberale Marktwirtschaft - Großbritannien
4 Atypische Beschäftigung
4.1 Definition und Formen
5 Analyse der Arbeitsmarktreformen
5.1 Deutschland
5.2 Großbritannien
5.3 Ergebnisse
6 Analyse der quantitativen Dimension
7 Zusammenfassung und Diskussion
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung atypischer Beschäftigungsverhältnisse in Deutschland und Großbritannien über einen Zeitraum von 20 Jahren, um zu klären, ob zwischen diesen unterschiedlichen Marktwirtschaftstypen eine Konvergenz oder Divergenz stattgefunden hat.
4.1 Definition und Formen
Die Definition atypischer Beschäftigungsverhältnisse erfolgt nach dem Prinzip der negativen Abgrenzung gegenüber dem Normalarbeitsverhältnis. Eine im rechtlichen Sinne gültige Definition des atypischen Beschäftigungsverhältnisses existiert weder in Großbritannien noch in Deutschland. Innerhalb des wissenschaftlichen Diskurses hat sich ein gewisses Grundverständnis herausgebildet (Mückenberger 1985; Seifert 2011: 51). In der Literatur, wie auch in der vorliegenden Arbeit, gelten folgende vier Kriterien als ausschlaggebend für das abhängige Normalarbeitsverhältnis:
• Vollzeitbeschäftigung
• Unbefristeter Arbeitsvertrag
• Absicherung durch die sozialen Sicherungssysteme
• Identität zwischen Arbeits- und Beschäftigungsverhältnis
Nach diesen Kriterien lassen sich Teilzeitbeschäftigung, befristete Beschäftigung und Leiharbeit als in dieser Arbeit ausgewählte Kernformen atypischer Beschäftigung ausmachen. Man spricht von atypischer Beschäftigung oder non-standard employment, wenn mindestens eines der genannten Kriterien nicht erfüllt wird. Eine eindeutige und vor allem trennscharfe Kategorisierung ist nicht immer möglich, da die vorgenannten Kriterien mehrmals auf einen Beschäftigten nicht zutreffen können, d.h. ein Arbeitsvertrag kann zum Einen zeitlich befristet sein als auch eine Teilzeittätigkeit bedeuten. Das Normalarbeitsverhältnis befindet sich seit Jahren in einem Wandel, der durch unterschiedliche Ursachen angetrieben wird.
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung atypischer Beschäftigung seit den 1970er Jahren dar und formuliert die Forschungsfrage bezüglich Konvergenz- oder Divergenztendenzen zwischen Deutschland und Großbritannien.
2 Theoretischer Hintergrund: Hier werden Konvergenz- und Divergenztheorien sowie der Dualismus-Ansatz erläutert, die als theoretischer Rahmen für die Analyse der nationalen Wirtschaftssysteme dienen.
3 Produktionssysteme nach dem Varieties of Capitalism-Ansatz: Das Kapitel erklärt den "Varieties of Capitalism"-Ansatz und klassifiziert Deutschland als koordinierte und Großbritannien als liberale Marktwirtschaft.
4 Atypische Beschäftigung: Dieses Kapitel definiert atypische Beschäftigung über die negative Abgrenzung vom Normalarbeitsverhältnis und beschreibt die Kernformen Teilzeit, Befristung und Leiharbeit.
5 Analyse der Arbeitsmarktreformen: Eine detaillierte Untersuchung der Reformen in beiden Ländern nach 1997/1998 mit dem Ziel, regulatorische Veränderungen zu bewerten.
6 Analyse der quantitativen Dimension: Anhand statistischer Daten von Eurostat und CIETT wird die tatsächliche Entwicklung atypischer Beschäftigungsverhältnisse in beiden Ländern über 20 Jahre analysiert.
7 Zusammenfassung und Diskussion: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert die Hypothesen und reflektiert den Einfluss der Europäischen Union als treibende Kraft der Konvergenz.
Atypische Beschäftigung, Konvergenz, Divergenz, Varieties of Capitalism, Arbeitsmarktreformen, Teilzeitbeschäftigung, Befristete Beschäftigung, Leiharbeit, Deutschland, Großbritannien, Deregulierung, Europäische Union, Normalarbeitsverhältnis, Arbeitsmarktpolitik, Wirtschaftssysteme.
Die Arbeit untersucht die Entwicklung und Reformen atypischer Beschäftigungsformen wie Teilzeit, Befristung und Leiharbeit im Vergleich zwischen Deutschland und Großbritannien.
Zentral sind der institutionelle Vergleich der Wirtschaftssysteme, die Auswirkungen von Arbeitsmarktreformen und die Entwicklung der Beschäftigungsquoten in beiden Ländern.
Ziel ist es zu ermitteln, ob sich die Arbeitsmärkte Deutschlands und Großbritanniens hinsichtlich atypischer Beschäftigung einander annähern (Konvergenz) oder ihre systemtypischen Unterschiede beibehalten (Divergenz).
Die Autorin nutzt den "Varieties of Capitalism"-Ansatz, kombiniert mit einer vergleichenden Analyse von Gesetzen, Reformen und quantitativen Arbeitsmarktstatistiken.
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Hintergründe, die institutionellen Unterschiede der Produktionssysteme sowie die konkreten Arbeitsmarktreformen und deren statistische Auswirkungen auf die Beschäftigungsstruktur.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Atypische Beschäftigung, Konvergenz, Varieties of Capitalism und Deregulierung charakterisiert.
Ja, in vielen Bereichen der atypischen Beschäftigung wurden durch Deregulierungen Tendenzen festgestellt, die eine Angleichung an das britische Modell oder eine gemeinsame EU-Position widerspiegeln.
Die EU fungiert als treibende Kraft für die Konvergenz, da viele der regulierenden Reformen, insbesondere im Bereich der Gleichbehandlung, auf EU-Richtlinien basieren.
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