Examensarbeit, 2009
59 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Bildung und Wissen
2.1 Wissenserwerb
2.1.1 Erkenntnislernen
2.1.2 Nachahmungslernen
2.2 Vertrauen
3. Unterrichtskommunikation
3.1 Verstehen
3.2 Verstehen in der Unterrichtskommunikation
3.3 Erwartungen und Erwartungserwartungen
3.3.1 Erwartungserfüllungen
3.3.2 Abweichendes Verhalten
3.4 Der heimliche Lehrplan
3.5 Didaktik als Regulativ von Erwartungserwartungen
4. Montessoripädagogik
5. Schlussfolgerungen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Unterrichtssystem aus systemtheoretischer Perspektive, insbesondere Niklas Luhmanns, um die Bedingungen von Unterrichtskommunikation zu analysieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern Bildungsmisserfolg in direktem Zusammenhang mit den durch den Selektionszwang des Schulsystems bedingten Erwartungsstrukturen und dem damit verbundenen Vertrauensverhältnis zwischen Lehrern und Schülern steht.
3.2 Verstehen in der Unterrichtskommunikation
Im Unterricht versucht der Lehrer diese Selektionshandlung des (Sinn)verstehens zu steuern.
„Man kann eine Kommunikation verstehen (einschließlich der Absicht der Mitteilung) ohne nur im Geringsten die Person zu verstehen, die als Mitteilender beteiligt ist. (...) Natürlich verstehen Lehrer und Schüler normalerweise die Kommunikation, die läuft; aber das heißt nicht, dass der Lehrer den Schüler oder der Schüler den Lehrer versteht.“ (Luhmann, 2004, S. 70)
Der Lehrer konstruiert eine Vorstellung davon, ob der Schüler Information verstanden hat oder nicht. Ziel des Lehrers ist es, Informationen als Wissen im Schüler zu stabilisieren. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um irgendein Wissen: Der Lehrer handelt im Auftrag der Schule und des Kultusministeriums. Seiner Person werden also von anderen Systemen Erwartungen zugeschrieben. Im Schulsystem agiert der Lehrer also als Systemagent, der gehalten ist, die Schüler zu Bildung zu führen. Bildung ist das Konstrukt des Schulsystems, bei dem ein bestimmtes Konstrukt von Wissen zu einem guten, schlechten oder auch gar keinem Schulabschluss führt.
1. Einleitung: Die Arbeit problematisiert die schulischen Diskrepanzen bezüglich des Bildungserfolgs und stellt die systemtheoretische Perspektive als Analyserahmen vor.
2. Bildung und Wissen: Es werden die systemtheoretischen Grundlagen, insbesondere der Wissenserwerb als Prozess im psychischen System und die Bedeutung des Vertrauens, erörtert.
3. Unterrichtskommunikation: Dieses Kapitel analysiert das Unterrichtsgeschehen als Interaktionssystem, in dem Erwartungen und Selektionszwänge die Kommunikation bestimmen.
4. Montessoripädagogik: Als Beispiel für ein selektionsfreies System wird die Pädagogik Maria Montessoris hinsichtlich ihrer Zurücknahme von Erwartungserwartungen beleuchtet.
5. Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse zeigen, dass eine Reduktion der Erwartungssteuerung die Vertrauensbasis stärken könnte, was kritisch gegen die institutionellen Anforderungen abgewogen wird.
Systemtheorie, Unterrichtskommunikation, Bildung, Luhmann, Erwartungserwartungen, Selektion, Vertrauen, Wissenserwerb, Montessoripädagogik, Sozialisation, Doppelter Kontingenz, Konstruktionsdiskrepanz, Institutionslernen, Schule, Autopoiesis.
Die Arbeit untersucht unter Anwendung der Systemtheorie nach Niklas Luhmann die Funktionsweise der Kommunikation in der Schule und wie diese den Bildungserfolg beeinflusst.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Schnittstelle von sozialen Systemen und psychischen Systemen innerhalb der Schule, insbesondere auf die Dynamiken von Vertrauen, Erwartungserwartungen und Selektionsprozessen.
Das Ziel ist zu ergründen, ob Bildungsmisserfolge systemimmanent durch die Bedingungen der Unterrichtskommunikation und die damit verbundenen Erwartungshaltungen an die Schüler entstehen.
Es handelt sich um eine theoretische Examensarbeit, die auf der Systemtheorie nach Niklas Luhmann basiert und diese auf das Phänomen des schulischen Unterrichts anwendet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Bildung, Wissen, Systemtheorie), eine Analyse der Kommunikation im Unterricht (Verstehen, Erwartungen) und eine abschließende Gegenüberstellung mit der Montessoripädagogik.
Begriffe wie systemtheoretische Beobachtung, Erwartungserwartungen, Konstruktionsdiskrepanz und der "heimliche Lehrplan" sind zentral für das Verständnis der Arbeit.
Lehrer und Schüler werden als getrennte, autopoietische Systeme betrachtet, die nur über Kommunikation reizbar sind, wobei das asymmetrische Machtverhältnis im Unterricht die Vertrauensbildung erschwert.
Sie dient als konkretes Beispiel für eine alternative Didaktik, die durch den Verzicht auf Selektionsdruck und eine stärkere Zentrierung auf das Kind versucht, die destruktiven Effekte von Erwartungserwartungen zu mindern.
Dieser Begriff beschreibt die für die Benotung entscheidende Differenz zwischen den Erwartungen des Lehrers an den Schüler und der individuellen Konstruktion dieser Erwartungen durch den Schüler selbst.
Die Arbeit schlägt eine Verknüpfung von freien Sozialformen mit einer transparenten Formulierung von Bildungszielen vor, ähnlich einem "Bildungsführerschein", um Schülern mehr Autonomie und Sicherheit beim Lernen zu ermöglichen.
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