Hausarbeit, 2011
11 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Thomas A. Edison - ein Autodidakt
3 Der Phonograph und die Entstehung eines neuen Industriezweigs
4 Entdeckung oder Erfindung?
5 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht anhand des Phonographen von Thomas A. Edison die theoretische Unterscheidung zwischen Entdeckung und Erfindung. Dabei wird analysiert, inwieweit technologische Innovationen prozesshaft durch ein Zusammenspiel menschlicher und nicht-menschlicher Akteure entstehen und wie sich diese Begriffe wissenschaftlich sowie rechtlich abgrenzen lassen.
Der Phonograph und die Entstehung eines neuen Industriezweigs
Die Grundgedanken von Edison zu seinem Phonographen lassen sich auf den Sommer 1874 zurückführen. Edison steckte in einer Vielzahl von Experimenten, bei denen er sich unter anderem mit der Technologie und Geräteentwicklung für einen sogenannten "autographic telegraph", mit dem er Bilder oder Handschriften mechanisch reproduzieren wollte, auseinandersetzte, sowie einer Kopiermaschine und einem Sprechapparat für das Telefon, was sich als sein Hauptprojekt erwies. Das Faktum, das aus diesen experimentellen Beschäftigungen später einmal ein Gerät erschaffen werden sollte, das den Beginn der Unterhaltungsindustrie markierte, lag zu diesem Zeitpunkt in weiter Ferne. Auch wenn Edison hauptsächlich mit dem Telefon beschäftigt war, übertrug er immer wieder Ideen aus anderen Experimenten in seine aktuelle Forschung. Während einer solchen Ideenübertragung von seinen Experimenten zum "autographic telegraph" auf seine Telefonversuche wurden aufgrund von Schwingungen der im sogenannten "speaker" eingebauten Membran leise Töne vernommen.
Nachdem Edison einige Zeit versuchte, einen physikalischen Grund für das Geschehen zu finden, kam ihm eine Idee, die den ersten konkreten Schritt in Richtung Phonographen darstellen sollte: Wenn es möglich ist, die Schrift in elektrische Signale zu transformieren und diese Signale wieder in Schrift zu verwandeln, nachdem man sie beispielsweise an einen anderen Ort verschickt hat, dann sollte dies doch auch mit der Sprache möglich sein.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der wissenschaftlichen Erfindung am Beispiel von Thomas A. Edison ein und stellt die leitenden Forschungsfragen vor.
2 Thomas A. Edison - ein Autodidakt: Das Kapitel skizziert kurz den Lebensweg des Erfinders und beleuchtet seinen autodidaktischen Hintergrund sowie den Einfluss seiner frühen beruflichen Erfahrungen auf seine spätere Arbeit.
3 Der Phonograph und die Entstehung eines neuen Industriezweigs: Hier wird der konkrete Entstehungsprozess des Phonographen beschrieben, von den ersten experimentellen Anfängen bis hin zum fertigen Gerät und dessen Bedeutung für die Unterhaltungsindustrie.
4 Entdeckung oder Erfindung?: Dieser Abschnitt analysiert theoretisch und soziologisch die Unterschiede zwischen Entdeckung und Erfindung, insbesondere unter Einbezug der Akteur-Netzwerk-Theorie.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Rolle der Interaktion zwischen Mensch und Material bei der Entstehung technologischer Innovationen.
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Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie technologische Neuerungen, explizit am Beispiel des Phonographen, theoretisch und historisch einzuordnen sind.
Die Schwerpunkte liegen auf der Erfinderbiografie von Edison, dem technischen Entwicklungsprozess von Medien und der philosophischen sowie soziologischen Begriffsanalyse von Erfindung und Entdeckung.
Es wird untersucht, ob der Phonograph eher als zufällige Entdeckung oder als bewusste Erfindung zu bezeichnen ist und ab wann ein technisches Produkt als "neu" gilt.
Die Autorin nutzt eine theoretische Literaturanalyse und wendet die Konzepte der Akteur-Netzwerk-Theorie (ANT) auf den Entstehungsprozess des Phonographen an.
Der Hauptteil widmet sich der Biografie Edisons, der detaillierten technischen Entwicklung des Phonographen und der theoretischen Abgrenzung der Begriffe durch Geimer und Latour.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Edison, Phonograph, Erfindung, Entdeckung, Akteur-Netzwerk-Theorie und Innovationsprozess.
Nach der Akteur-Netzwerk-Theorie werden Materialien wie Kerosinlampen oder Zylinder als Akteure betrachtet, deren Interaktion mit dem Menschen entscheidend zur Erfindung beigetragen hat.
Da der exakte Zeitpunkt einer "Erfindung" schwer definierbar ist, dienen Patente als rechtlicher und praktischer Ankerpunkt, um den offiziellen Status als technische Neuheit festzulegen.
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