Hausarbeit, 2007
17 Seiten, Note: 2,7
1. Einleitung
2. Entstehungsgeschichte des Stückes
3. Die Epoche des Sturm und Drang
4. Die Dramenstruktur und der Sprachstil des Götz von Berlichingen
4.1 Die drei aristotelischen Einheiten
4.2 Auffälligkeiten der Sprache
4.3 Verletzung weiterer Dramentraditionen
4.4 Überreste klassischer Dramenstruktur
5. Schlussbemerkung
Die Arbeit untersucht die dramaturgische Struktur und den sprachlichen Stil von Goethes „Götz von Berlichingen“ vor dem Hintergrund der Epoche des Sturm und Drang, um aufzuzeigen, wie das Werk gezielt mit klassischen Normen bricht.
4.1 Die drei aristotelischen Einheiten
Das Werk des „Götz von Berlichingen“ hält sich nicht an die von Aristoteles begründete Einheit von Zeit, Ort und Handlung. Goethe setzte sich bewusst über diese klassischen, etablierten Normen hinweg, um auf diesem Weg zu etwas Neuem, Größerem zu gelangen.
„Es schien mir die Einheit des Orts so kerkermäßig ängstlich, die Einheit der Handlung und der Zeit lästige Fesseln unsrer Einbildungskraft.“
Goethe sah einen Bruch mit den althergebrachten, klassischen Normen als absolut nötig an, um auch komplexe Begebenheiten deutlich darstellen zu können. An Stelle der Einheiten traten die Gefühlswelten der handelnden Personen, die von ihren Leidenschaften und Gefühlen getrieben waren und dementsprechend handelten.
Daher ist es auch nicht überraschend, dass das Drama in fünf Akten und achtundfünfzig Auftritten an dreiundzwanzig verschiedenen Orten spielt. Die häufigen Ortswechsel lassen das Stück unruhig erscheinen und fordern die Aufmerksamkeit der Rezipienten. So wechselt der Ort des Geschehens im ersten Akt fünf Mal, im zweiten Akt liegen bereits zehn Ortswechsel vor Der dritte Akt beinhaltet sogar zweiundzwanzig Ortswechsel, der vierte weist fünf auf und der fünfte Akt beinhaltet deren vierzehn.
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Bedeutung des „Götz von Berlichingen“ als literarischen Skandal ein und erläutert Goethes bewussten Bruch mit der klassischen Tradition.
2. Entstehungsgeschichte des Stückes: Hier wird der Entstehungsprozess vom „Urgötz“ bis zur finalen Fassung sowie Goethes Auseinandersetzung mit historischen Quellen und Herders Einfluss skizziert.
3. Die Epoche des Sturm und Drang: Dieses Kapitel definiert die Epoche (1770–1786) durch ihre Revolte gegen Konventionen, Vernunftglauben und absolute Fremdbestimmung.
4. Die Dramenstruktur und der Sprachstil des Götz von Berlichingen: Dieser Abschnitt analysiert detailliert die Missachtung der aristotelischen Einheiten, die Besonderheiten der Sprache, den Traditionsbruch und strukturelle Aspekte nach Freytag.
5. Schlussbemerkung: Das Fazit unterstreicht die anhaltende Aktualität des Werkes als Symbol für Dynamik, Tatendrang und die Notwendigkeit, festgefahrene Strukturen zu hinterfragen.
Goethe, Götz von Berlichingen, Sturm und Drang, Dramenstruktur, aristotelische Einheiten, Shakespeare, Aufklärung, Traditionsbruch, Revolte, literarische Epoche, historische Stoffe, Sprachstil, Handlungsverlauf, Individuum, Geniezeit.
Die Arbeit analysiert die spezifische Struktur und den Sprachgebrauch in Johann Wolfgang Goethes Drama „Götz von Berlichingen“ innerhalb des literarischen Kontexts des Sturm und Drang.
Im Zentrum stehen der bewusste Bruch mit klassischen Regeln, die Darstellung individueller Leidenschaften und die historische sowie epochenspezifische Verortung des Stückes.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Goethe durch die bewusste Missachtung traditioneller dramaturgischer Vorgaben eine neue Form der Dramatik schuf, die den Geist des Sturm und Drang verkörpert.
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Werkanalyse, die den Text unter Berücksichtigung von Rezeptionsgeschichte und epochenspezifischen Normen interpretiert.
Der Hauptteil befasst sich mit der Entstehung des Werkes, den Merkmalen des Sturm und Drang, der Analyse der drei aristotelischen Einheiten sowie der sprachlichen und strukturellen Abweichungen vom klassischen Drama.
Zu den zentralen Begriffen gehören Sturm und Drang, Dramenstruktur, aristotelische Einheiten, Shakespeare-Einfluss und der bewusste Bruch mit der Konvention.
Goethe empfand die Einheit des Ortes als „kerkermäßig ängstlich“ und hinderlich für die Darstellung komplexer Handlungen, weshalb er den häufigen Ortswechsel bevorzugte.
Trotz der formellen Brüche weist die Arbeit nach, dass Goethe dennoch den fünfaktigen Aufbau des klassischen Dramas als strukturellen Rahmen beibehielt.
Herder lenkte Goethes Interesse auf Shakespeare und das Mittelalter, was Goethes Abkehr von der klassischen Regelpoetik maßgeblich forcierte.
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