Hausarbeit (Hauptseminar), 2011
30 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
1.1 Überblick über den Stand der Forschung
1.2 Zielsetzung dieser Arbeit
2. Überlieferungssituation der „blauen Rede“
3. Forschungsdiskurs über die Autorenschaft
4. Analyse und Interpretation
4.1 kurze Inhaltsangabe
4.2 Die narrative Struktur der „blauen Rede“
4.2.1. Prolog (V. 1-39)
4.2.2. Exposition (V. 40-88)
4.2.3. Dialog (V. 89-383)
4.2.3.1. Das Herz als Metapher
4.2.3.2. Kann die Minne Tote erwecken?
4.2.3.3. Hinweise auf andere höfische Literatur
4.2.4. Epilog (V. 384-463)
4.2.5. Jagd als Minneallegorie?
Diese Arbeit untersucht das spätmittelalterliche Werk „Die blaue Rede“, um dessen narrative Struktur, die umstrittene Autorenschaft sowie die Verwendung minne-typischer Topoi und Allegorien zu analysieren und einzuordnen.
4.2.3.1. Das Herz als Metapher
Das Herz spielt in mittelalterlichen Texten nicht nur eine herausragend wichtige Rolle, die Rolle des Herzens ist auch völlig anders definiert, als dies heutzutage der Fall ist. Obwohl es wie auch weitestgehend heute als Synonym für die Seele stehen kann, ist seine Rolle deutlich konkreter und weniger abstrakt definiert, als dies heute in unserer Kultur der Fall ist.
Das zentralste Motiv im religiösen Kontext, ist das des bewohnten Herzens. Dabei wird das Herz als der Sitz der Göttlichkeit aufgefasst, diese Auffassung hat man sich nicht abstrakt sondern ganz konkret vorzustellen. Das Herz dient in der damaligen Vorstellung der Menschen tatsächlich als Wohnstätte für Christus, es kann auch durchaus mit Thron, Tor und Riegel ausgestattet sein, um seine Funktion als „Wohnraum“ besser wahrnehmen zu können.
Eine weitere Funktion, die das Herz im religiösen Kontext einnehmen kann, ist die eines erkennenden Organs. Es kann Gott erkennen und seine Herrlichkeit auch wiedergeben. Weiterhin kann es auch als Medium, als Schreibtafel fungieren, auf die sich Gott unauslöschbar einträgt.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Gattung der Minnereden ein und begründet die Relevanz einer tiefergehenden wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Thema.
2. Überlieferungssituation der „blauen Rede“: Dieses Kapitel beleuchtet die handschriftliche Überlieferung des Textes, insbesondere den Codex Palatinus Germanicus 313 als primäre Grundlage.
3. Forschungsdiskurs über die Autorenschaft: Hier werden die unterschiedlichen wissenschaftlichen Positionen zur Urheberschaft diskutiert und kritisch hinterfragt, ob das Werk Hermann von Sachsenheim zuzuordnen ist.
4. Analyse und Interpretation: In diesem Hauptteil wird das Werk strukturell zergliedert und inhaltlich auf seine narrativen, metaphorischen und allegorischen Elemente hin interpretiert.
Minnereden, Die blaue Rede, Hermann von Sachsenheim, Minne, Herzmetaphorik, Gattungsgeschichte, Mittelalterliche Literatur, Minneallegorie, Handschriftenkunde, Literarische Topoi, Minnelehre, Narrative Struktur, Überlieferungsgeschichte, Höfische Literatur.
Die Arbeit widmet sich der Untersuchung der spätmittelalterlichen Minnerede „Die blaue Rede“, wobei der Fokus auf der strukturellen Analyse und der literarischen Einordnung des anonym überlieferten Textes liegt.
Zentrale Themen sind die handschriftliche Überlieferung, der wissenschaftliche Diskurs über die Autorenschaft, die narrative Struktur sowie die Bedeutung spezifischer Motive wie der Herzmetaphorik und der Jagd-Allegorie.
Das Ziel ist die Erstellung einer fundierten Analyse des Werks, um dessen narrative Struktur aufzuzeigen und die Frage der Autorenschaft sowie die gattungstypischen Merkmale kritisch zu bewerten.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse angewandt, die sich auf den Vergleich der handschriftlichen Überlieferung, die Untersuchung von Topoi und Metaphern sowie die Einordnung in den gattungsgeschichtlichen Kontext stützt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Inhaltsangabe, eine Untersuchung der narrativen Struktur (Prolog, Exposition, Dialog, Epilog) sowie eine detaillierte Interpretation zentraler Motive und literarischer Verweise.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Minnereden, Herzmetaphorik, Autorenschaft, Minneallegorie, Höfische Literatur und narrative Struktur charakterisiert.
Sie dient als maßgebliche Textgrundlage für die Interpretation, da sie als einer der wichtigsten Überlieferungsträger für die Gattung der Minnereden gilt.
Weil die Argumente in der Forschung variieren; während einige Forscher den Stil mit Werken von Sachsenheim in Verbindung bringen, sehen andere in der „blauen Rede“ eher das Werk eines anonymen Nachahmers.
Es wird als allegorische Konstruktion des komplexen Minneprozesses interpretiert, die verdeutlicht, dass der Ich-Erzähler trotz aller Bemühungen sein Ziel nicht erreichen kann.
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