Hausarbeit, 2007
15 Seiten, Note: 2,5
1. Einleitung
2. Klärung relevanter Begriffe
3. Quellenlage und Inhalt der Quelle
4. Interpretationsansätze in der Forschung
4.1 Interpretationsansatz von Holtzmann
4.2 Interpretationsansatz von Hack
4.3 Interpretationsansatz von Deutinger
5. Auswertung der verschiedenen Ansätze
Die vorliegende Arbeit untersucht das historische Zusammentreffen von König Friedrich I. Barbarossa und Papst Hadrian IV. im Jahr 1155 bei Sutri, insbesondere den Konflikt um die Leistung des Marschall- und Stratordienstes, und analysiert die verschiedenen wissenschaftlichen Deutungsversuche dieses Vorfalls.
3. Quellenlage und Inhalt der Quelle
Die Quellenlage zu diesem historischen Ereignis kann man als sehr gut bezeichnen. Wie schon in der Einleitung erwähnt, liegen die schriftlichen Berichte dreier Chronisten vor.
Im Allgemeinen wird die Abfolge der Ereignisse, wie sie von Kardinal Boso geschildert wird, als am wahrscheinlichsten angesehen, da sich Kardinal Boso zwar auf den Eintrag in den offiziellen päpstlichen Regesten stützt, seinen Bericht aber noch um einige Details erweitert. Dies ist ihm möglich, da er als einziger der drei Geschichtsschreiber persönlich bei den Geschehnissen anwesend war oder zumindest persönlich von teilnehmenden Personen darüber unterrichtet wurde. Als dramatisches Mittel verwendet Kardinal Boso in seinem Text zudem das Stilmittel der wörtlichen Rede, das so in den päpstlichen Regesten nicht vorkommt. Allerdings erfindet er hierbei nichts dazu, er dramatisiert lediglich etwas das Geschehen.
Die von Kardinal Boso geschriebene, im Liber Pontificalis enthaltene, Quelle berichtet, über das erste persönliche Zusammentreffen zwischen König Friedrich I. und Papst Hadrian IV. bei Sutri, das auf den 8. Juni 1155 datiert werden kann, Folgendes (die lateinischen Zitate entstammen hierbei ebenfalls Duchesne, Louis: Le liber pontificalis. Band 2. Paris, 1955. S. 391-392.) :
Papst Hadrian IV. habe sich am Tage, „processit igitur“ von vielen deutschen Fürsten und einer großen Anzahl von Klerikern und Laien, die ihm entgegen gegangen waren und in Begleitung seiner Bischöfe und Kardinäle, bis zum Zelt des Königs begeben. Da sich dort aber der König Friedrich I. weigerte, ihm den „de more officium stratoris“ zu leisten, kam es zum Zerwürfnis. Die päpstlichen Kardinäle hätten sich „turbati et valde perterriti“ abgewandt, während der Papst völlig fassungslos und unsicher von seinem Pferde abgesessen sei und sich auf seinem Thronsessel niedergelassen habe. Dort habe sich der König vor ihm zu Boden geworfen, ihm die Füße geküsst und von ihm den Friedenskuss erbeten. Hadrian IV. habe ihm diesen jedoch mit dem Verweis verweigert, dass er diesen solange vorenthalten werde, bis Barbarossa seinem alters geschuldeten und gewohnheitsmäßigen Anspruch Folge geleistet habe.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das historische Szenario des Jahres 1155 ein, beschreibt den vertraglichen Hintergrund zwischen König und Papst sowie das unmittelbare Zerwürfnis beim Treffen in Sutri.
2. Klärung relevanter Begriffe: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung und zeremonielle Funktion der Hofämter des Marschalls und des Strators im mittelalterlichen Kontext.
3. Quellenlage und Inhalt der Quelle: Hier erfolgt eine Analyse der schriftlichen Berichte von Kardinal Boso und anderen Chronisten, wobei der inhaltliche Kern des Konflikts anhand der historischen Überlieferung dargelegt wird.
4. Interpretationsansätze in der Forschung: In diesem Kapitel werden die drei zentralen Forschungspositionen von Holtzmann, Hack und Deutinger hinsichtlich der Motive des Konflikts detailliert gegenübergestellt.
5. Auswertung der verschiedenen Ansätze: Das Fazit führt die Argumente zusammen und kommt zu dem Schluss, dass ein historisches Missverständnis oder ein Kommunikationsproblem plausibler ist als eine bewusst herbeigeführte lehnsrechtliche Provokation.
Friedrich I. Barbarossa, Papst Hadrian IV., Sutri 1155, Marschalldienst, Stratordienst, Zeremonialgeschichte, Liber Pontificalis, Kardinal Boso, Lehnswesen, Herrscherzeremoniell, Mittelalter, Kommunikationsprobleme, Reichsgeschichte, Diplomatik, Konfliktforschung
Die Arbeit befasst sich mit der historischen Begegnung zwischen König Friedrich I. Barbarossa und Papst Hadrian IV. im Jahr 1155 und dem damit verbundenen Zerwürfnis bezüglich zeremonieller Hofdienste.
Die Themenfelder umfassen mittelalterliches Herrscherzeremoniell, diplomatische Kommunikation zwischen Imperium und Sacerdotium sowie die kritische Auswertung historischer Quellen.
Ziel ist es, die Gründe für das Scheitern des ersten Zusammentreffens der beiden Herrscher zu klären und zu bewerten, ob es sich um eine politische Demonstration oder ein vermeidbares Missverständnis handelte.
Die Arbeit nutzt die Methode der quellenkritischen Analyse und vergleicht verschiedene moderne Interpretationsansätze der Geschichtswissenschaft, um eine fundierte Schlussfolgerung zu ziehen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinitionen der Hofämter, die Präsentation der Quellenlage und die ausführliche Diskussion der Forschungsmeinungen von Holtzmann, Hack und Deutinger.
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Friedrich I. Barbarossa, Sutri 1155, Herrscherzeremoniell und Marschalldienst charakterisiert.
Die Forschung diskutiert dies kontrovers: Während ältere Ansätze eine lehnsrechtliche Provokation vermuteten, deuten neuere Forschungen auf Kommunikationsprobleme oder Missverständnisse über die Form des Dienstes hin.
Der Liber Pontificalis, insbesondere der Bericht von Kardinal Boso, dient als wichtigste Primärquelle, da der Autor als Augenzeuge des Geschehens gilt.
Die Arbeit stellt Holtzmanns Interpretation als eine lehnsrechtliche Deutung dar, weist aber darauf hin, dass diese durch die Quellen nur schwer belegbar ist und in der modernen Forschung zunehmend kritisch gesehen wird.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass von einem Missverständnis auszugehen ist, da eine bewusste Verweigerung der Ehrendienste den Erfolg der angestrebten Kaiserkrönung Barbarossas gefährdet hätte.
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