Hausarbeit (Hauptseminar), 2009
22 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Auseinandersetzung mit Wielands Aufsatz: „Über das göttliche Recht der Obrigkeit oder: Über den Lehrsatz: „Daß die höchste Gewalt in einem Staat durch das Volk geschaffen sey.““
3. Auseinandersetzung mit Wielands Verserzählung: „Schach Lolo oder: Das göttliche Recht der Gewalthaber“
4. Auseinandersetzung mit Wielands Aufsatz: „Lustreise durch die Unterwelt“
5. Wielands Haltung zur göttlichen Legitimation von Herrschaft. Beißende Ironie oder bitterer Ernst?
Die vorliegende Arbeit untersucht Christoph Martin Wielands politische Haltung hinsichtlich der göttlichen Legitimation von Herrschaft anhand ausgewählter Werke. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob Wieland die oft ironisch präsentierten Thesen tatsächlich vertrat oder ob es sich um eine kritische Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Strömungen handelte.
3. Auseinandersetzung mit Wielands Verserzählung: „Schach Lolo oder: Das göttliche Recht der Gewalthaber“
Nachdem Wielands Aufsatz „Über das göttliche Recht der Obrigkeit“ für jede Menge Aufruhr in den Schichten des Bildungsbürgertums gesorgt hatte, ließ der Dichter seine provokanten Thesen keinesfalls fallen. Eher das Gegenteil ist zutreffend: Er kleidete seine staatsphilosophisch hochbrisanten Aussagen in ein orientalisches Gewand, brachte sie in Versform und veröffentlichte 1778, wieder im Teutschen Merkur, seine Verserzählung „Schach Lolo“. Das Werk gliedert sich, grob gesagt, in zwei Teile: Erstens in eine Art Prolog, dessen Inhalt hauptsächlich staatsphilosophischer Natur ist, zweitens in die eigentliche Handlung der Erzählung. Aufgrund der verschiedenen Inhalte, ist der Prolog für die vorliegende Arbeit ungleich wichtiger und ergiebiger und wird daher vorrangig behandelt.
Eine Widmung bleibt bei diesem Text aus, allerdings fügt er sich, zumindest der Prolog, inhaltlich nahezu nahtlos an seinen zuvor erschienenen Text „Über das göttliche Recht der Obrigkeit“ an:
Regiert – darin stimmt Alles überein- Regiert muß einmal nun die liebe Menschheit seyn, Das gewiß! Allein - Quo Jure, und von wem? In diesen beiden Problemen sehen wir die Welt sich oft entzweyn;22
Bereits in diesen ersten Versen kommt Wieland auf den Grundkonflikt zurück, nämlich durch welches Recht eine Regierung, die unabstreitbar nötig sei, zustande kommen sollte, oder kann. Wieder sucht Wieland nach Herrschern in der Vergangenheit, die seine politischen Theorien bestätigen sollen und wird natürlich auch fündig:
Gewöhnlich fing man damit an, Was Pyrrhus, Cäsar, Mithridates, Und Muahmmed und Gengiskan, Und mancher der nicht gern genannt ist, auch gethan: „Sich förderst in Besitz zu setzen.“ Das Recht schleppt dann so gut es kann Sich hinter drein: das sind Subtilitates, Woran, (man gönnt es ihnen gern) Die knasterbärtigen Doktoren sich ergetzen.23
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsgegenstände ein und begründet die Auswahl der Texte zur Untersuchung von Wielands politischer Haltung.
2. Auseinandersetzung mit Wielands Aufsatz: „Über das göttliche Recht der Obrigkeit oder: Über den Lehrsatz: „Daß die höchste Gewalt in einem Staat durch das Volk geschaffen sey.““: Das Kapitel analysiert Wielands erste schriftliche Reaktion auf zeitgenössische politische Debatten und dessen Verteidigung gegen Kritik.
3. Auseinandersetzung mit Wielands Verserzählung: „Schach Lolo oder: Das göttliche Recht der Gewalthaber“: Hier wird untersucht, wie Wieland staatsphilosophische Thesen in eine orientalische Erzählung überträgt und den Prolog inhaltlich auswertet.
4. Auseinandersetzung mit Wielands Aufsatz: „Lustreise durch die Unterwelt“: Das Kapitel betrachtet die diskursive Gestaltung von Herrschaftslegitimation im Rahmen eines fiktiven Dialogs in der Unterwelt.
5. Wielands Haltung zur göttlichen Legitimation von Herrschaft. Beißende Ironie oder bitterer Ernst?: Abschließend wird die Frage erörtert, ob Wielands provokante Aussagen als Ironie oder als ernsthafte staatsphilosophische Überzeugung zu werten sind.
Christoph Martin Wieland, Göttliche Legitimation, Herrschaft, Rechtsphilosophie, Teutscher Merkur, Schach Lolo, Recht des Stärkeren, Aufklärung, Politische Dichtung, Staatsphilosophie, Ironie, Obrigkeit, Gesellschaftsvertrag.
Die Arbeit analysiert das Verhältnis von Christoph Martin Wieland zum Konzept der göttlichen Legitimation von Herrschaft.
Im Zentrum stehen die staatsphilosophischen Ansichten Wielands, insbesondere die Debatte um das „Recht des Stärkeren“ und die Rolle der Obrigkeit im Staat.
Das Ziel ist es, Wielands politische Haltung in seinen Werken zu deuten und zu hinterfragen, ob diese als ironische Provokation oder ernstgemeinte These zu verstehen ist.
Die Arbeit verfolgt eine chronologische Analyse ausgewählter Primärtexte im Kontext der zeitgenössischen Rezeption.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von zwei Sachtexten (Aufsätzen) und einer Verserzählung Wielands, um die Entwicklung und Ausgestaltung seiner Thesen darzulegen.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Wieland, göttliche Legitimation, Staatsphilosophie, Ironie und Recht des Stärkeren charakterisieren.
Die Schriften lösten massives Unverständnis und scharfe Kritik aus, was unter anderem zum Abbruch persönlicher Kontakte, wie beispielsweise zu Heinrich Friedrich Jacobi, führte.
Die Arbeit diskutiert intensiv, ob die von Wieland gewählte Ironie als Versteck für ernsthafte politische Kritik oder als missverstandenes Mittel der Distanzierung zu interpretieren ist.
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