Diplomarbeit, 2009
76 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Vorgehensweise
2 Grundlagen
2.1 Begriffsabgrenzungen
2.2 Gründe zur Haltung von Währungsreserven
2.3 Geschichte der Währungsordnung
2.4 Das Triffin-Dilemma
3 Problemstellung des Systems der Weltwährungsreserven
3.1 Globale Ungleichgewichte
3.1.1 Situation
3.1.2 Erklärungsansätze
3.1.3 Kosten des gegenwärtigen Systems
3.1.4 Verbindung zur Finanzkrise
3.2 Notwendigkeit einer Reform
4 Reformvorschläge und Analyse
4.1 IWF Sonderziehungsrechte
4.2 Keynes‘ Bancor-Plan
4.3 Stiglitz‘ „global greenbacks“
4.4 Vorschlag Chinas
4.5 Schuldner-Gläubiger-Beziehung
4.6 Zukunft der Sonderziehungsrechte
4.6.1 Gestaltungsmöglichkeiten
4.6.2 Potentiale und Probleme
4.6.3 Wertdeckung
4.6.4 Stand der Diskussion
4.7 Kritische Würdigung
5 Fazit
Diese Arbeit untersucht die Probleme des derzeitigen globalen Währungssystems, das durch eine starke Abhängigkeit vom US-Dollar und wachsende Ungleichgewichte in den Leistungsbilanzen gekennzeichnet ist. Das primäre Ziel ist es, das Potential von Sonderziehungsrechten (SZR) als Lösungsbeitrag für das sogenannte Reservewährungsland-Problem zu bewerten.
3.1.1 Situation
Die USA bilden mit dem Dollar als dominierende Währung das Zentrum des gegenwärtigen internationalen Währungssystems. Der starke Konsum in den Vereinigten Staaten hat das weltweite Wachstum in den 1990er Jahren getragen und beschleunigt. Die USA fungierten als „consumer of the last resort“, wovon der RdW profitierte (Muchlinski, 2009, S. 156). Dem gegenüber stehen die Staaten der Peripherie, die nun nicht mehr aus nur einem Block bestehen. Der Peripherie werden vor allem Staaten Asiens und Lateinamerikas zugeordnet, ebenso wie Netto Ölexportländer und einige Volkswirtschaften Mittel- und Osteuropas. Das entwickelte Europa kann als ein weiterer Block gesehen werden, der jedoch weder dem Zentrum, noch der Peripherie zuzuordnen ist.
Ein Block innerhalb der Peripherie sind Brasilien, Russland, Indien und China, die als BRIC-Staaten zusammengefasst werden. Die BRIC-Staaten weisen im Gegensatz zur westlichen, industrialisierten Welt hohe Wachstumsraten auf. In der Literatur, vor allem aber auch in der akademischen Diskussion, wird besonderes Augenmerk auf das bilaterale Verhältnis von den Vereinigten Staaten von Amerika zur Volksrepublik China gelegt. Die Bilanzen beider Staaten sind gegenwärtig ökonomisch eng miteinander verflochten. Die Volksrepublik China weist hohe Sparquoten auf und fördert das eigene Wirtschaftswachstum durch eine „export-led growth“-Strategie, bei der dem Export die konjunkturtreibende Wirkung zukommt. Die chinesische Währung, der Renminbi (RMB), ist an einen Korb gekoppelt, der die Währungen der Handelspartner widerspiegelt.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Dominanz des US-Dollars und führt in das zentrale Problem der globalen Währungsreserven sowie das Ziel der Arbeit ein, Reformpotentiale von Sonderziehungsrechten zu untersuchen.
2 Grundlagen: In diesem Kapitel werden die theoretischen Basisbegriffe, die Gründe für die Haltung von Währungsreserven und die historische Entwicklung der Währungsordnung inklusive des Triffin-Dilemmas erarbeitet.
3 Problemstellung des Systems der Weltwährungsreserven: Dieser Abschnitt analysiert die globalen Ungleichgewichte, deren Ursachen und Kosten sowie die spezifische Verbindung zur Finanzkrise und begründet die Notwendigkeit einer Reform.
4 Reformvorschläge und Analyse: Es werden verschiedene Reformmodelle wie der Bancor-Plan, Stiglitz' „global greenbacks“ und der chinesische Vorschlag zur SZR-Aufwertung detailliert vorgestellt, analysiert und kritisch gewürdigt.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass eine schrittweise Aufwertung der SZR möglich ist, jedoch eng mit institutionellen Reformen verknüpft bleiben muss.
Sonderziehungsrechte, Währungsreserven, US-Dollar, Leistungsbilanzdefizit, Triffin-Dilemma, Weltwährungsordnung, Finanzkrise, Bancor-Plan, Renminbi, Reformvorschläge, Globalisierung, Kapitalfluss, IWF, Währungsstabilität, Wirtschaftswachstum.
Die Arbeit analysiert die Probleme des aktuellen internationalen Währungssystems, das stark vom US-Dollar als Leitwährung abhängt, und untersucht Reformoptionen durch den Internationalen Währungsfonds.
Die zentralen Themen sind das sogenannte Reservewährungsland-Problem, globale Ungleichgewichte in den Leistungsbilanzen, die Akkumulation von Devisenreserven sowie der Nutzen von Sonderziehungsrechten (SZR).
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob eine Aufwertung von Sonderziehungsrechten das Potential besitzt, das globale Reservewährungsland-Problem zu lösen und die Dominanz des US-Dollars zu verringern.
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf einer umfassenden Literaturrecherche, der Darstellung ökonomischer Modelle (wie des Triffin-Dilemmas) und der Auswertung empirischer Daten zur Entwicklung der globalen Währungsreserven basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der aktuellen Probleme des Reservesystems (Ungleichgewichte, Instabilität) und eine tiefgehende Analyse verschiedener Reformvorschläge, angefangen bei historischen Konzepten von Keynes bis hin zu aktuellen Forderungen aus China.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Sonderziehungsrechte, Triffin-Dilemma, Währungsreserven, US-Dollar-Dominanz, Leistungsbilanzdefizit und globale Finanzarchitektur.
Das Triffin-Dilemma beschreibt den systemimmanenten Konflikt, dass eine nationale Währung als internationale Reservewährung langfristig zu Instabilität führt, was die theoretische Basis für die geforderten Reformen bildet.
China agiert als einer der größten Gläubiger der USA und fordert aufgrund der Risiken für die eigenen Devisenreserven eine Reform des Systems mit Fokus auf eine international stabile Reservewährung auf Basis der Sonderziehungsrechte.
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