Seminararbeit, 2007
20 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Begriff des Going Private
3. Risiken einer Going Private Entscheidung
3.1 Kosten
3.1.1 Reine Umwandlungs- und Transaktionskosten
3.1.2 Verteuerung der Fremdkapitalaufnahme
3.2 Verlust des Zugangs zum öffentlichen Markt für Eigenkapital
3.3 Sinkender Bekanntheitsgrad
3.3.1 Geringere Image- und Werbewirkung
3.3.2 Geringere Attraktivität als Arbeitgeber
3.4 Geringere Fungibilität der Anteile
3.4.1 Verlust der Transaktionswährung „Aktie“
3.4.2 Eingeschränkte Möglichkeiten der Mitarbeiterbeteiligung
3.5 Nachteile für die Kleinaktionäre
3.6 Dauer der Transaktion
3.7 Sonstige Risiken für die Gesellschaft
3.8 Umsetzungsprobleme des Initiators
3.8.1 Beschaffung von Informationen
3.8.2 Mehrheit gewinnen
3.8.3 Klagen abwehren
4. Fazit
Das primäre Ziel dieser Arbeit besteht in der systematischen Herausarbeitung der Risiken, die mit einer Going-Private-Entscheidung einhergehen. Dabei wird untersucht, warum der Rückzug von der Börse trotz potenzieller Vorteile nicht in jeder Situation die optimale Strategie für ein Unternehmen darstellt und welche negativen Konsequenzen für das Management und die Gesellschaft entstehen können.
3.1.2 Verteuerung der Fremdkapitalaufnahme
Aufgrund der potenziellen Erhöhung des Kreditrisikos durch den Wegfall spezifischer Vorschriften zur Unternehmensüberwachung werden die Kosten für Fremdkapital nach einem Going Private steigen. Es entsteht unter Umständen auch eine Gefährdung für das Wachstum des Unternehmens, wenn die finanziellen Mittel des neuen Eignerkreises beschränkt sind. Ein weiterer Grund, warum die Kosten zur Aufnahme von Fremdkapital steigen, ist, dass es für externe Kapitalgeber in Folge der Einschränkung der Publizität wesentlich aufwendiger und kostenintensiver ist, Informationen über die Gesellschaft und deren Kreditwürdigkeit zu beschaffen. Kann ein Fremdkapitalgeber bei einer Kapitalgesellschaft zur Bewertung der Bonität des Unternehmens auf Ratings zurückgreifen, ist dies nach dem Börsenrückzug nicht mehr möglich.
Informationen bekommt er nur noch durch Unternehmensinsider, die sich jedoch durch Herausgabe von Insiderwissen strafbar machen können. Aufgrund dieser Schwierigkeit unternehmensbezogene Informationen zu beschaffen, erhöhen sich die Kosten zur Fremdkapitalaufnahme beträchtlich. Es ergeben sich höhere Zinsen auf Anleihen, die das Unternehmen aufgrund des höheren Unsicherheitsfaktors an die Fremdkapitalgeber zahlen muss. Zudem werden potentielle Geldgeber vorsichtiger investieren, da in Zukunft stets die Möglichkeit besteht im Rahmen einer Going Private Transaktion aus dem Unternehmen gedrängt zu werden.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Trend zum Börsenrückzug und diskutiert die gesetzlichen sowie marktökonomischen Rahmenbedingungen in Deutschland.
2. Begriff des Going Private: Dieses Kapitel definiert den Begriff Going Private als Gegenstück zum Going Public und erläutert verschiedene Techniken der Umwandlung.
3. Risiken einer Going Private Entscheidung: Hier werden die vielfältigen ökonomischen, rechtlichen und strategischen Risiken detailliert analysiert, die nach einem Delisting auftreten können.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und warnt davor, das Going Private als Allheilmittel zu betrachten, da die Entscheidung wohlüberlegt sein muss.
Going Private, Börsenrückzug, Delisting, Fremdkapital, Transaktionskosten, Kapitalmarkt, Minderheitsaktionäre, Publizität, Eigenkapital, Unternehmensfinanzierung, Squeeze-out, Management Buyout, Bonität, Transaktionswährung, Unternehmenskontrolle
Die Arbeit analysiert die negativen Aspekte und spezifischen Risiken, die mit einem Börsenrückzug (Going Private) für Unternehmen verbunden sind.
Zu den Schwerpunkten zählen Finanzierungsprobleme, der Verlust der Publizitätsvorteile, die Beeinträchtigung der Unternehmensreputation sowie Herausforderungen für Minderheitsaktionäre.
Das Ziel ist es, ein kritisches Verständnis für die oft unterschätzten Nachteile des Delistings zu schaffen, um eine fundierte Entscheidungsgrundlage für Unternehmen zu bieten.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und der Auswertung bestehender Studien zur Thematik des Delisting und der Unternehmensfinanzierung.
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Risikokategorien, darunter Kosteneffekte, Schwierigkeiten bei der Kapitalbeschaffung und operative Umsetzungshürden für den Initiator.
Wichtige Begriffe sind Going Private, Delisting, Transaktionskosten, Kreditrisiko, Minderheitenschutz und Eigenkapitalfinanzierung.
Da weniger öffentliche Publizitätsvorschriften gelten, steigen die Informationskosten für Kapitalgeber; zudem erhöht sich das wahrgenommene Kreditrisiko, was zu höheren Zinsforderungen führt.
Nach dem Börsenrückzug ist die Aktie nicht mehr börsennotiert und verliert somit ihre Liquidität und Standardisierung, wodurch sie als attraktives Zahlungsmittel für Unternehmensakquisitionen entfällt.
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