Bachelorarbeit, 2012
40 Seiten
1. Einleitung
2. Daten und Methoden
2.1 Daten
2.2 Methoden
3. US/EU Banken: Veränderung der Bilanzstruktur
3.1 Aktiva
3.2 Passiva
4. US/EU Banken: Veränderung der Struktur der Gewinn- und Verlustrechnung
4.1 Operative Erträge
4.2 Operative Aufwendungen
4.3 Profitabilität
5. Weitere Analyse: Bankerträge in der Finanzkrise
5.1 Top 5 US Banken
5.2 Top 5 EU Banken
6. Zusammenfassung und Fazit
Diese Bachelorarbeit analysiert die grundlegenden Veränderungen in der Finanzierungs- und Investitionsstruktur von führenden Banken in den USA und Europa im Zeitraum von 1990 bis 2010. Dabei wird untersucht, wie sich die Bilanzstrukturen gewandelt haben und wie sich die Ertragslage von ausgewählten Großbanken während der Finanzkrise entwickelt hat.
3.1 Aktiva
Die Aktivseite einer Bankbilanz ist nach abnehmendem Liquiditätsgrad und nach der Bonität gegliedert (Werner und Padberg, 2002). Den Großteil der Aktivseite stellen die Forderungen aus dem Kreditgeschäft und die Investitionen in Wertpapiere dar. Die Forderungen aus dem Kreditgeschäft umfassen Darlehen an Privatpersonen, Unternehmen und Finanzinstitutionen. Die Investitionen in Wertpapiere umfassen festverzinsliche Wertpapiere, Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere. Die Aktivseite zeigt wie die Bank ihre Finanzmittel investiert.
Nachfolgend wird die Entwicklung der drei größten Posten auf der Aktivseite einer Bankbilanz dargestellt.
Zu Beginn der Untersuchung im Zeitraum 1990 - 2000 liegt der Anteil der ausgegebenen Kredite, gemessen an der Bilanzsumme, bei US als auch bei EU Banken ähnlich hoch. Der Kreditbestand hat in diesem Zeitraum die Aktivseite dominiert. Bei den US Banken verringert sich der Anteil der Kreditforderungen bis 2010 kontinuierlich auf 54,0%. Bei den EU Banken ist im gleichen Zeitraum ein deutlich stärkerer Rückgang der Kreditforderungen im Verhältnis zur Bilanzsumme zu erkennen. Der Anteil der Kreditforderungen geht von 61,1% auf 44,7% zurück. Auffällig ist der besonders starke Rückgang bei den EU Banken im Zeitraum 2001 - 2006. Eine Ursache könnte Basel II sein. Basel II wurde in den Jahren 1999 - 2004 vom Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht festgelegt (Hölscher und Friedrich, 2010). Die Regelungen sehen vor, dass Banken je nach Bonität des Kreditnehmers einen bestimmten Prozentsatz an Eigenkapital hinterlegen müssen. Für europäische Banken traten die Regelungen am 01.01.2007 verpflichtend in Kraft. Für US Banken sollten die Regelungen ab 2008 schrittweise eingeführt werden (Träm, 2006). Aufgrund der Finanzkrise wurde dies aber verschoben. Sowohl US Banken als auch EU Banken haben auf die festgelegten Regelungen reagiert. Das Motiv für den deutlich stärkeren Rückgang bei den EU Banken könnte eine stärkere Erwartungshaltung hinsichtlich der tatsächlichen Einführung bzw. Umsetzung der Regelungen sein.
1. Einleitung: Einführung in das Thema der Bankbilanzstrukturen vor dem Hintergrund der Finanzkrise 2008 und Darlegung des Aufbaus der Arbeit.
2. Daten und Methoden: Erläuterung der verwendeten Datengrundlage der untersuchten US- und EU-Banken sowie Vorstellung der 14 verwendeten finanzmathematischen Kennzahlen.
3. US/EU Banken: Veränderung der Bilanzstruktur: Untersuchung der Verschiebungen auf der Aktiv- und Passivseite, insbesondere des Trends weg von der Kreditvergabe hin zu Wertpapieren.
4. US/EU Banken: Veränderung der Struktur der Gewinn- und Verlustrechnung: Analyse der Zusammensetzung operativer Erträge und Aufwendungen sowie der Auswirkungen auf die Profitabilität.
5. Weitere Analyse: Bankerträge in der Finanzkrise: Detaillierte Fallstudien zu den Gewinn- und Verlustrechnungen der Top 5 US- und EU-Banken unter Berücksichtigung der Kriseneffekte.
6. Zusammenfassung und Fazit: Synthese der Ergebnisse hinsichtlich der Bilanzveränderungen und der Krisenfestigkeit der untersuchten Kreditinstitute.
Bankbilanzanalyse, Finanzierungsstruktur, Investitionsstruktur, Gewinn- und Verlustrechnung, Finanzkrise, Kreditgeschäft, Wertpapieranlagen, Eigenkapitalquote, Basel II, Bankregulierung, Bankerträge, US-Banken, EU-Banken, Rentabilität, Risikovorsorge
Die Arbeit untersucht die langfristige Entwicklung der Investitions- und Finanzierungsstruktur von großen US-amerikanischen und europäischen Banken im Zeitraum zwischen 1990 und 2010.
Die zentralen Themen sind der Wandel von der traditionellen Kreditvergabe hin zu Wertpapierinvestitionen sowie die Analyse der Ertragsstrukturen und der Krisenfestigkeit im Kontext der globalen Finanzkrise.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich die Bilanzen und die Gewinn- und Verlustrechnungen der Banken in den letzten 21 Jahren verändert haben und wie diese Institute auf die wirtschaftlichen Herausforderungen ab 2008 reagiert haben.
Der Autor verwendet eine quantitative Analyse anhand von 14 berechneten Kennzahlen, die auf den Geschäftsberichten von jeweils 15 US-amerikanischen und 14 europäischen Großbanken basieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Bilanzstruktur (Aktiva/Passiva), die Struktur der Gewinn- und Verlustrechnung sowie eine detaillierte Analyse der Erträge der Top-Banken während der Finanzkrise.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Bankbilanzanalyse, Finanzierungsstruktur, Investitionsstruktur, Finanzkrise, Bankregulierung und Eigenkapitalquote charakterisiert.
Laut Autor könnte Basel II eine Ursache für den Rückgang des Kreditanteils in den Bankbilanzen sein, da Banken für Kredite an Unternehmen oder Privatpersonen im Vergleich zu Staatsanleihen höhere Eigenkapitalbeträge hinterlegen müssen.
Trotz der schwierigen Marktlage und hoher Abschreibungen sind die untersuchten Top-Banken erstaunlicherweise größtenteils profitabel durch die Krise gekommen, mussten jedoch zur Stärkung ihres Verlustpuffers Kapitalerhöhungen durchführen.
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