Magisterarbeit, 2008
65 Seiten, Note: 1.7
Einleitung
1 Friedrich Rückert, ein Dichter zwischen zwei Welten
1.1 F. Rückert, zwischen Okzident und Orient
1.1.1 F. Rückert und der Orient
1.1.2 F. Rückert und Rumi
1.1.3 F. Rückert und Hafis
2. Übersetzung im Spiegelbild verschiedener Theorien
2.1 Übersetzungsproblematik
2.1.1 Übersetzung aus philosophisch-geisteswissenschaftlicher Perspektive
2.1.2 Übersetzung aus linguistischer Perspektive
2.1.3 Übersetzung aus hermeneutischer Perspektive
2.1.4 Übersetzung aus handlungstheoretisch-funktionaler Perspektive
2.2 Die Problematik der literarischen Übersetzung
2.2.1 Rhetorik, Poetik und Lyrik
2.2.2 Rhetorische Figuren
2.2.3 Lyrik als eine bedeutende literarische Gattung
2.2.4 Lyrik als ein Ereignis
2.3 Lyrische Dichtung, übersetzbar oder unübersetzbar?
2.4 Ein Diskurs zu der Problematik der Übersetzbarkeit der lyrischen Dichtung in der deutschen Literaturgeschichte
3 Rückerts Grundgedanken zu der Übersetzbarkeit der lyrischen Dichtung
3.1 Rückert und die Idee der Weltliteratur
3.2 Die Idee der Weltliteratur in der deutschen Literatur
3.3 Rückert und die Verwirklichung der Idee der Weltliteratur in der Übersetzung
4 Rückerts Hafis-Übersetzungen als empirische Materialien für die Übersetzbarkeit der Poesie
4.1 Das Ghasel und seine charakteristischen Eigenschaften
4.2 Das Ghasel Bei Rückert
4.3 Übersetzbarkeit der Poesie in Rückerts ausgewählten Hafis-Übersetzungen
5 Schlussbemerkung
Die Arbeit untersucht die theoretischen und praktischen Herausforderungen bei der Übersetzung orientalischer Poesie ins Deutsche, wobei das Hauptaugenmerk auf den Hafis-Übersetzungen von Friedrich Rückert liegt. Ziel ist es zu ergründen, wie es Rückert gelang, lyrische Texte so zu übertragen, dass sowohl die sprachliche Form als auch der geistige Gehalt äquivalent vermittelt werden.
2.3 Lyrische Dichtung, übersetzbar oder unübersetzbar?
In der Poesie erkennen wir den Geist, die Seele, die Phantasie und die kreative sprachliche Formkraft des Menschen, der, von der Geschichte und der Kultur seines Volkes mitgeprägt, mit diesen Fähigkeiten seine Welterfahrung im Gedicht gestaltet. In den Meisterwerken der Weltpoesie begegnen wir so dem höchsten geistigen Ausdruck aller Nationen, die ihre je eigene Sprache sprechen. In den Meisterwerken der Lyrik erkennen wir unser Menschseins auf eine sehr besondere Weise. Der Reichtum des menschlichen Geistes entfaltet sich in der unendlichen Fülle poetischer Formen und Gehalte, in denen sich das, was uns allen gemein ist, spiegelt.
Jede menschliche Sprache ist die schönste der Welt. Jede verfügt über Möglichkeiten, die nur ihr und keiner anderen eignen. Daher werden die lyrischen Meisterwerke der nationalen Literaturen immer zunächst in der Originalsprache gedruckt. Die Lyrik gehört fast zu gleichen Teilen der Musik und der Sprache an. Manche sind der Meinung, dass Poesie erst dann wirklich übersetzt ist, wenn auch die Übersetzung ihrerseits Poesie ist.
Ein Gedicht ist einem Gebäude zu vergleichen. Die Worte des Gedichts sind die Steine, aus denen der Dichter sein Gebäude kunstgerecht baut. Eine unpoetische oder wörtliche Übersetzung bietet uns aber nur einen ungeordneten Haufen Steine. Eine poetische Übersetzung baut hingegen ein neues Gebäude vor uns auf. Dieses mag sich hier und da ein wenig vom Gebäude des Originalgedichts unterscheiden. Aber sie ist ein Gebäude, das als solches erkennbar ist und sich wesentlich von einem Steinhaufen unterscheidet.
Einleitung: Umreißt die Bedeutung der Poesieübersetzung als Brücke zwischen Kulturen und stellt die Forschungsfrage zur Übertragbarkeit orientalischer Lyrik durch Rückert.
1 Friedrich Rückert, ein Dichter zwischen zwei Welten: Beleuchtet die Biografie und die philologische Arbeit Rückerts sowie seine intensive Auseinandersetzung mit orientalischer Dichtung.
2. Übersetzung im Spiegelbild verschiedener Theorien: Diskutiert diverse theoretische Ansätze zur Übersetzbarkeit, von der linguistischen bis zur handlungstheoretisch-funktionalen Perspektive, und klärt die Problematik der literarischen Übersetzung.
3 Rückerts Grundgedanken zu der Übersetzbarkeit der lyrischen Dichtung: Analysiert Rückerts Verständnis von Weltliteratur und seinen Anspruch, durch Poesie eine universelle Einheit abzubilden.
4 Rückerts Hafis-Übersetzungen als empirische Materialien für die Übersetzbarkeit der Poesie: Untersucht anhand konkreter Ghasel-Beispiele Rückerts Vorgehensweise bei der Übertragung von Form und Inhalt.
5 Schlussbemerkung: Resümiert Rückerts Erfolg bei der Annäherung an das Original und würdigt seinen Beitrag zur Übersetzbarkeit poetischer Werke.
Friedrich Rückert, Hafis, Poesieübersetzung, Ghasel, Weltliteratur, Übersetzungstheorie, Sprachvermittlung, Orient, Okzident, Literarizität, Versdichtung, interkultureller Transfer, Poetizität, Rumi, Übersetzbarkeit.
Die Magisterarbeit befasst sich mit der literarischen Übersetzbarkeit orientalischer Dichtung am Beispiel der Hafis-Übersetzungen von Friedrich Rückert.
Zu den Schwerpunkten zählen die Übersetzungstheorie, die Analyse poetischer Strukturen wie des Ghasels und die Bedeutung von Rückert als Kulturvermittler.
Es soll analysiert werden, wie Rückert die Herausforderung meisterte, lyrische Form und den spezifischen Geist persischer Gedichte in das Deutsche zu übertragen.
Die Autorin kombiniert literaturwissenschaftliche Theoriebildung mit einer empirischen Analyse von Textbeispielen, um Rückerts Übersetzungsleistung zu bewerten.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen der Übersetzung, die historische Einordnung Rückerts und die praktische Untersuchung seiner Hafis-Übertragungen.
Die wichtigsten Begriffe sind Rückert, Hafis, Ghasel, Poesieübersetzung, Weltliteratur und interkultureller Transfer.
Das Ghasel ist eine streng strukturierte Form der persischen Lyrik, deren Bewahrung für Rückert ein zentraler Teil seines hohen Übersetzungsanspruchs war.
Rückert erlernte in sehr kurzer Zeit zahlreiche Sprachen, darunter Persisch, Arabisch und Sanskrit, und konnte diese tiefgreifenden Kenntnisse für seine poetischen Übertragungen nutzen.
Die Arbeit argumentiert, dass eine "poetische Übersetzung" zwar keine Identität, aber eine wirkungsgleiche Wiedergabe anstreben kann, was Rückert durch sein philologisch-künstlerisches Geschick erreichte.
Die Analyse zeigt, dass Rückert oft meisterhaft darin war, selbst den Rhythmus und klangliche Effekte (wie Konsonantenfolgen) der Vorlage im Deutschen zu reproduzieren.
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