Hausarbeit, 2006
27 Seiten
1. Einleitung: Thorstein Veblen als Sozialkritiker und Nationalökonom
1.1 Die Bedeutung von Veblen für die Soziologie: Verdienst und Anliegen
1.2 Veblens Verknüpfung von Soziologie und Ökonomie
2. Veblens Theorie der feinen Leute: Gesellschaftstheorie des Luxus und Prestiges
3. Die Entwicklungsstufen der Menschheit anhand Veblens Theorie der feinen Leute
3.1 Voraussetzungen für die Herausbildung der müßigen Klasse
3.2 Wie kommt es in der kulturellen Entwicklung zum System des Eigentums?
3.3 Der Wettlauf um das Geld – Die Anhäufung von Gütern
3.4 Von einer friedlichen Einstellung zu einer räuberischen Einstellung
3.5 Der Aspekt des Neids und der Aspekt der Gewalt
3.6 Lösung des Konflikts liegt in der Maschine
4. Muße und Verschwendung als Beweise des Reichtums
4.1 Definition einer müßigen Klasse
4.2 Veblens Ansicht des demonstrativen Konsums
4.3 Der Aspekt der stellvertretenden Muße und des stellvertretenden Konsums
5. Der Zweck der Theorie der feinen Leute
6. Trifft die Theorie der feinen Leute heute noch zu?
7. Schlussbemerkungen
Die Arbeit untersucht Thorstein Veblens Werk "Theorie der feinen Leute" auf seine soziologische Relevanz und Aktualität hin, indem sie die Entwicklung von Eigentum, Konsumverhalten und den Statusbegriff im historischen und gesellschaftlichen Kontext analysiert.
3.1 Voraussetzungen für die Herausbildung der müßigen Klasse
Die müßige Klasse ist nach Veblen (1986: 26) „allmählich, im Übergang von der primitiven zur barbarischen Stufe, entstanden“. Voraussetzungen für das Entstehen einer müßigen Klasse lauten:
1. Der Lebensstil der Gesellschaft muss räuberisch sein, das heißt, er muss in Krieg, Jagd, oder beidem zusammen bestehen, mit anderen Worten müssen die Männer, die in diesem Falle die im Entstehen begriffene müßige Klasse bilden, daran gewöhnt sein, anderen Wesen durch Gewalt oder List Schaden zuzufügen. 2. das zum Leben Notwendige muss so leicht zu beschaffen sein, dass ein ansehnlicher Teil der Gesellschaft von der täglichen Arbeit befreit werden kann (Veblen 1986: 26).
Daher wirkt „die Arbeitsteilung im Sinne einer Aufgliederung komplexer Arbeitsprozesse und Funktionen und deren Zuordnung an einzelne Individuen oder Gruppen“ (Scheuringer 2000: 25) gesellschaftstrukturierend und differenzierend. Damit ist die Institution einer vornehmen Klasse „das Ergebnis einer frühen Unterscheidung zwischen verschiedenen Tätigkeiten, einer Unterscheidung, der gemäß die einen Tätigkeiten wertvoll, die anderen unwürdig sind“ (Veblen 1986: 27). Diese Unterscheidung der Tätigkeiten richtet sich nach der Kultur, „denn die Motive, nach denen unterschieden, und die Norm, nach der beim Klassifizieren der Fakten vorgegangen wird, verändern sich (...) in dem Maß, in dem sich die Kultur entwickelt“ (Veblen 1986: 28).
Produktive Arbeit ist nach Veblen (1986: 31) „das Bemühen, aus dem passiven "rohen" Stoff etwas Neues mit einem neuen Zweck zu schaffen, der ihm durch die bildende Hand des Menschen verliehen wird“. Die Heldentat besteht dazu im Gegensatz, „insofern, als sie ein für den Handelnden nützliches Ergebnis zeigt, (...) in der Verwandlung von Kräften – die ursprünglich von einem anderen Agens für andere Zwecke bestimmt waren – und in deren Lenkung für die eigenen Zwecke“ (Veblen 1986: 31).
1. Einleitung: Thorstein Veblen als Sozialkritiker und Nationalökonom: Einführung in die Biografie Veblens und die Zielsetzung der Arbeit, Veblens Bedeutung für die Verbindung von Soziologie und Ökonomie kritisch zu beleuchten.
2. Veblens Theorie der feinen Leute: Gesellschaftstheorie des Luxus und Prestiges: Darstellung des theoretischen Rahmens, des sarkastischen Schreibstils und der Menschenbilder in Veblens Hauptwerk.
3. Die Entwicklungsstufen der Menschheit anhand Veblens Theorie der feinen Leute: Analyse der evolutionären Entwicklung von Gesellschaften von friedlichen, primitiven Stadien hin zu räuberischen Kulturen, in denen Arbeitsteilung und Eigentum entstehen.
4. Muße und Verschwendung als Beweise des Reichtums: Untersuchung der Begriffe Muße und demonstrativer Konsum als Mittel zur Distinktion und Demonstration von sozialem Status.
5. Der Zweck der Theorie der feinen Leute: Reflexion über Veblens Intention, die Rolle von Neid und Konkurrenz als treibende Kräfte menschlichen Strebens freizulegen.
6. Trifft die Theorie der feinen Leute heute noch zu?: Kritische Diskussion über die Gültigkeit von Veblens Thesen in der modernen, durch Konsum geprägten Industriegesellschaft.
7. Schlussbemerkungen: Zusammenfassende Bewertung der Relevanz Veblens für das Verständnis heutiger Konsummuster und Statusstrukturen.
Thorstein Veblen, Theorie der feinen Leute, müßige Klasse, demonstrativer Konsum, soziale Differenzierung, Eigentum, Statussymbol, Muße, Soziologie, Ökonomie, Kapitalismuskritik, räuberische Kultur, Distinktion, Wettbewerb, Konsumverhalten
Die Arbeit befasst sich mit einer kritischen soziologischen Analyse von Thorstein Veblens bekanntestem Werk, der "Theorie der feinen Leute", und untersucht dessen theoretische Ansätze zur Entstehung von Luxus, Prestige und Klassendifferenzierung.
Die Schwerpunkte liegen auf der Schnittstelle zwischen Soziologie und Ökonomie, der Entstehung der "müßigen Klasse", der Bedeutung von Konsum als Ausdruck von Status sowie dem Einfluss von Neid und Gewalt auf die gesellschaftliche Entwicklung.
Das Hauptziel besteht darin, die Aktualität von Veblens Thesen zu überprüfen und aufzuzeigen, wie seine soziologischen Konzepte zur Analyse der Konsumgesellschaft des 21. Jahrhunderts beitragen können.
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse, bei der Veblens Primärquelle sowie ergänzende soziologische und ökonomische Fachliteratur herangezogen werden, um die Theorie kritisch zu hinterfragen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Evolutionsstufen der Gesellschaft, die Definition von Muße und demonstrativem Konsum sowie die Frage nach der zeitgenössischen Gültigkeit dieser Konzepte.
Die zentralen Schlagworte sind neben dem Autor selbst: müßige Klasse, demonstrativer Konsum, soziale Distinktion, Eigentum und die wechselseitige Durchdringung von ökonomischem Handeln und sozialem Status.
Veblen definiert produktive Arbeit als die Schaffung von etwas Neuem mit einem neuen Zweck, während die "Heldentat" – typisch für die müßige Klasse – auf Gewalt oder List basiert, um sich Güter anzueignen, was als ehrenhafter angesehen wird.
Neid dient laut Veblen als treibende Kraft im gesellschaftlichen Wettbewerb, da er den Vergleich mit Mitmenschen erzwingt und das Bestreben antreibt, den eigenen Wohlstand und Status durch demonstrativen Konsum zu übertreffen.
Das Handy wird als ein modernes Beispiel für Veblens Theorie angeführt, da es für den Geschäftsmann ein notwendiges Arbeitswerkzeug darstellt, während es für Jugendliche oft als Lifestyle-Produkt zur Statusdemonstration fungiert.
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