Bachelorarbeit, 2011
45 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen und methodische Überlegungen
2.1 Die Diskurstheorie
2.2 Das Verfahren der Diskursanalyse
2.3 Die qualitative Inhaltsanalyse als vorverarbeitender Schritt der Feinanalyse
2.4 Konkrete methodische Vorgehensweise
3 Die deutsche Energiepolitik von 1998 bis 2009
3.1 Energiepolitische Ziele
3.2 Planung und rechtliche Absicherung des Atomausstiegs
3.3 Nationale Klimaschutzziele
3.3.1 Allgemeine Zielsetzungen
3.3.2 Konkrete Maßnahmen
3.4 Integriertes Energie- und Klimaprogramm
4 Analyse der Energiedebatten von 2010 und 2011
4.1 Die Energiepolitische Kehrtwende 2010
4.1.1 Entstehung und Entwicklung der Energiedebatte
4.1.2 Analyse der politischen Handlungsstrategien
4.1.3 Das Energiekonzept vom 28. September 2010
4.2 Die erneute Energiewende nach dem Atomunfall von Japan
4.2.1 Die Folgen der Katastrophe auf die deutsche Energiepolitik
4.2.2 Analyse der politischen Neuorientierung
4.3 Zusammenfassende Betrachtung der Energiedebatten
5 Fazit
Die Arbeit analysiert die mediale Berichterstattung der Tageszeitungen „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, „Süddeutsche Zeitung“ und „Die Zeit“, um die energiepolitischen Diskurse in Deutschland im Kontext der Reaktorunfälle in Japan 2011 und der vorangegangenen politischen Entscheidungen von 2010 nachzuvollziehen.
4.2 Die erneute Energiewende nach dem Atomunfall von Japan
Im Gegensatz zur 2010 geführten Debatte um die Laufzeitverlängerung deutscher Atomkraftwerke, die aus einem Regierungswechsel hervorgegangen war, hatte die Energiedebatte 2011 ihre Ursache in einem externen diskursiven Ereignis. Nur wenige Tage nach dem Reaktorunfall im japanischen Fukushima hatte sich in Deutschland die politische Führung zusammengefunden und als Konsequenz der Katastrophe für die deutsche Energiepolitik ein dreimonatiges Moratorium einberufen, welches die vorläufige Stilllegung der sieben ältesten Atomkraftwerke zur Folge hatte. Die vorübergehende Aussetzung der Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken begründete die Bundeskanzlerin damit, dass aufgrund der Atomkatastrophe in Fukushima ein scheinbar unvorhersehbares Ereignis Realität geworden ist (SATTAR 2011:o.S.). Mit dem Beginn des Moratoriums kündigte sie bereits an, dass sich die Vorgaben und Zielstellungen des Atomgesetzes 2010 grundlegend ändern werden.
Der plötzliche energiepolitische Wandel der Bundeskanzlerin empörte die Akteure des Gegendiskurses. Politiker der Opposition kritisierten vor allem die Geschwindigkeit, mit der die schwarz-gelbe Koalition ihren politischen Kurs korrigierte. Sie stellten die Glaubwürdigkeit der Bundesregierung in Frage, da die zuvor als Revolution bezeichnete Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken innerhalb kürzester Zeit revidiert werden sollte (SATTAR 2011:o.S.). Trotz weiterer Unterstellungen, dass der Beschluss des Moratoriums Wahlkampfaktionismus sei, begründete die Bundeskanzlerin das vorläufige Abschalten der Atomkraftwerke mit der Gefahrenvorsorge, die aufgrund des Reaktorunfalls in Fukushima in Deutschland getroffen werde müsse (SATTAR 2011:o.S.).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der deutschen Energiepolitik ein, motiviert durch den Atomunfall in Fukushima, und erläutert Zielsetzung sowie methodisches Vorgehen der Arbeit.
2 Theoretische Grundlagen und methodische Überlegungen: Das Kapitel erläutert die Diskurstheorie nach Jäger sowie die qualitative Inhaltsanalyse als methodische Werkzeuge zur Untersuchung der medialen Berichterstattung.
3 Die deutsche Energiepolitik von 1998 bis 2009: Hier werden die historischen Anfänge der Atomausstiegspolitik unter der rot-grünen Regierung, inklusive Klimaschutzziele und Energieprogramme, dargestellt.
4 Analyse der Energiedebatten von 2010 und 2011: Dieses Kernkapitel untersucht diskursanalytisch die politische Kehrtwende zur Laufzeitverlängerung 2010 und die erneute Wende infolge der Katastrophe von Fukushima 2011.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Diskursanalyse zusammen und bewertet den Wandel der energiepolitischen Prioritäten und den erreichten gesellschaftlichen Konsens.
Energiepolitik, Atomausstieg, Laufzeitverlängerung, Fukushima, Diskursanalyse, Energiedebatte, Kernenergie, Klimaschutz, schwarz-gelbe Koalition, Erneuerbare Energien, Sicherheitsüberprüfung, Ethik-Kommission, gesellschaftlicher Konsens, Energiekonzept, Kernkraftwerke
Die Arbeit untersucht die mediale und politische Debatte über die Neuausrichtung der deutschen Energiepolitik zwischen 1998 und 2011, insbesondere die Wendungen der Jahre 2010 und 2011.
Im Zentrum stehen die Entwicklung des Atomausstiegs, die umstrittene Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke und die Auswirkungen des Reaktorunfalls in Fukushima auf die energiepolitische Strategie der Bundesregierung.
Das Ziel ist es, mittels Diskursanalyse zu verstehen, durch welche Ereignisse und Akteure die Energiedebatte im März 2011 geprägt wurde und wie der energiepolitische Diskurs seit 1998 zu den aktuellen Entscheidungen führte.
Die Autorin nutzt primär die Diskursanalyse nach Siegfried Jäger in Kombination mit einer vorverarbeitenden qualitativen Inhaltsanalyse, um Zeitungsartikel und mediale Diskurse zu untersuchen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung der rot-grünen Energiepolitik (1998-2009), die Analyse der Kehrtwende 2010 (Laufzeitverlängerung) und die detaillierte Untersuchung der Energiewende nach dem Unfall in Fukushima.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Energiepolitik, Atomausstieg, Fukushima, Diskursanalyse und gesellschaftlicher Konsens.
Die Kommission sollte laut Bundesregierung eine objektive Basis für die Neuausrichtung der Energiepolitik schaffen und durch die Einbindung verschiedener gesellschaftlicher Gruppen einen Konsens über Parteigrenzen hinweg ermöglichen.
Die Arbeit beleuchtet die Abhängigkeit der Bundesregierung von der Energiewirtschaft und zeigt auf, dass politische Entscheidungen oft unter dem Einfluss der führenden Konzerne standen, bevor der Unfall in Fukushima eine Neubewertung erzwang.
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