Bachelorarbeit, 2011
108 Seiten, Note: sehr gut
1 Einleitung
2 Absicherung der Arbeitskraft
2.1 Wert der Arbeitskraft
2.2 Verlust der Arbeitskraft
2.3 Gesetzliche Absicherung
2.3.1 Erwerbsminderungsrenten
2.3.2 Leistungen der Berufsgenossenschaften
2.3.3 Krankentagegeld
2.3.4 Grundsicherung
2.4 Produkte zur Absicherung der Arbeitskraft
2.4.1 Krankentagegeldversicherung
2.4.2 Unfallversicherung
2.4.3 Dread Disease
2.4.4 Berufsunfähigkeitsversicherung
2.4.5 Multi-Risk-Police
3 Begriffsabgrenzung von Invaliditätsbezeichnungen
3.1 Arbeitsunfähigkeit
3.2 Grad der Behinderung (GdB)
3.3 Invalidität
3.4 Erwerbsminderung
3.5 Pflegebedürftigkeit
3.6 Erwerbsunfähigkeit
3.7 Berufsunfähigkeit
4 Die Berufsunfähigkeitsversicherung – eine überschätzte Sicherheit?
4.1 Die Berufsunfähigkeitsversicherung hat ihren Preis
4.2 Für wen lohnt sich der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung?
4.2.1 Arbeitnehmer
4.2.2 Beamte
4.2.3 Selbstständige
4.2.4 Kinder
4.3 Die finanziellen Folgen einer Berufsunfähigkeit
5 Ursachen für eine Berufsunfähigkeit
6 Die Probleme fangen erst beim Leistungsfall an
6.1 Leistungsverweigerung
6.2 Grundbegriffe der BUZ-Leistungsregulierung
6.2.1 Der Beruf
6.2.2 Umorganisation
6.2.3 Nachprüfung
6.2.4 Der Vergleich
6.3 Die vorvertragliche Anzeigepflichtverletzung
6.3.1 Anfechtungs- und Rücktrittsfristen durch den Versicherer
6.3.2 Abfragezeiträume im Versicherungsantrag
6.4 Anfechtung wegen Irrtum
7 Worauf ist beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung zu achten?
7.1 Die Versorgungslücke bei Berufsunfähigkeit
7.2 Beitragsvergleich
7.3 Wesentliche Entscheidungskriterien
8 Ausgestaltung einer Berufsunfähigkeitsversicherung
8.1 Rentenhöhe
8.2 Laufzeit / Versicherungsdauer
8.3 Nachversicherungsgarantie
8.4 Dynamische Beitrags- und Leistungsanpassungen
8.5 Pauschal- und Staffelregelung
9 Zusammenfassung und Fazit
Die Arbeit untersucht kritisch die Rolle der Berufsunfähigkeitsversicherung als Absicherungsinstrument und stellt dieser eine umfassende Betrachtung der staatlichen sowie privater Alternativen gegenüber. Ziel ist es, die Schwächen des Produkts, insbesondere im Leistungsfall und in der Bedingungsgestaltung, aufzudecken und ein Bewusstsein für die Notwendigkeit einer diversifizierten Absicherung der Arbeitskraft zu schaffen.
Die Berufsunfähigkeitsversicherung – eine überschätzte Sicherheit?
Der Verfasser belegt in diesem Kapitel, dass die Berufsunfähigkeit mehr verspricht als sie hält: wird das Risiko der Berufsunfähigkeit in Deutschland wirklich richtig eingeschätzt? An wen richten sich die massive Werbung und die Angebote der Versicherungswirtschaft? Doch sicherlich nicht an kranke, behinderte oder besonders gefährdete Personengruppen?
Es muss bedacht werden, dass bei den unten verwendeten Datensätzen der Versichertenkollektive schon im Vorfeld eine positive Risikoauslese stattgefunden hat. Nur ein gesunder Antragsteller kann ohne Ausschlüsse oder Erschwernisse eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Die versicherte Grundgesamtheit ist bei Vertragsabschluss immerhin völlig gesund oder hat allenfalls geringe gesundheitliche Abweichungen im Vergleich zu einem völlig gesunden Menschen. Da passen solche Werbesprüche wie: „In Deutschland wird übrigens fast jeder vierte Arbeitnehmer vor dem Erreichen der Altersrente berufsunfähig.“ gerade nicht in eine seriöse Betrachtung. Denn das sind erstens die Zahlen der gesetzlichen Rentenversicherung und zweitens gibt es genau dort keine positive Risikoauslese! Jeder Arbeitnehmer in jedem noch so gefährlichen Berufe ist dort versichert. Ob Fliesenleger, Gerüstbauer, Tiefseetaucher oder Straßenbauer. Alle diese unerwünschten Risiken verfälschen das Bild für eine objektive Wahrnehmung. Wie viele (bei Vertragsabschluss) gesunde Versicherungsnehmer in normalen Berufen tatsächlich berufsunfähig werden, konnte leider nicht verlässlich ermittelt werden.
Die private Versicherungswirtschaft hingegen versichert nur solche Kunden, die bei Vertragsabschluss noch völlig gesund sind und in keinem gefährlichen Beruf arbeiten. Hier muss bezweifelt werden, ob es beim Kollektiv der Kunden der privaten Berufsunfähigkeitsversicherungen jemals zu diesen hohen Quoten von Leistungsempfängern kommen wird. Dazu kommt, dass die Realität nicht viel mit den Hochglanzprospekten der Produktanbieter zu tun hat.
1 Einleitung: Die Arbeit hinterfragt kritisch, ob die Berufsunfähigkeitsversicherung tatsächlich das "Allheilmittel" zur Absicherung der Arbeitskraft darstellt und zeigt die Intention des Verfassers auf, Mängel in Bedingungswerken und der Praxis der Leistungsprüfung aufzudecken.
2 Absicherung der Arbeitskraft: Dieses Kapitel erläutert den Wert der Arbeitskraft und bewertet die Unterschiede zwischen gesetzlicher und privater Absicherung sowie die verschiedenen am Markt verfügbaren Produktkategorien.
3 Begriffsabgrenzung von Invaliditätsbezeichnungen: Hier werden die irreführenden und komplexen Unterschiede zwischen verschiedenen Begriffen wie Arbeitsunfähigkeit, Erwerbsminderung und Berufsunfähigkeit analysiert.
4 Die Berufsunfähigkeitsversicherung – eine überschätzte Sicherheit?: Es wird belegt, dass das Produkt oft weniger hält als versprochen und dass die private Versicherungswirtschaft durch eine positive Risikoauslese ein verzerrtes Bild vermittelt.
5 Ursachen für eine Berufsunfähigkeit: Dieses Kapitel betrachtet die verschiedenen Ursachen für eine Berufsunfähigkeit aus der Perspektive der gesetzlichen Rentenversicherung und der privaten Versicherungswirtschaft.
6 Die Probleme fangen erst beim Leistungsfall an: Eine detaillierte Untersuchung der Hürden im Leistungsfall, insbesondere bezüglich der Leistungsprüfung, der Begutachtung und der Strategien von Versicherern zur Leistungsverweigerung.
7 Worauf ist beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung zu achten?: Das Kapitel liefert Orientierungshilfe, indem es die Bedeutung der Versicherungsbedingungen sowie Kriterien für die Ermittlung der individuellen Versorgungslücke hervorhebt.
8 Ausgestaltung einer Berufsunfähigkeitsversicherung: Hier wird aufgezeigt, wie eine Versicherung durch Rentenhöhe, Laufzeit, Nachversicherungsgarantien und Dynamiken passend auf die jeweilige Lebenssituation zugeschnitten werden muss.
9 Zusammenfassung und Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung nur ein Teilbaustein ist und eine optimale Absicherung einen Mix verschiedener Vorsorgeformen erfordert.
Berufsunfähigkeitsversicherung, Arbeitskraft, Erwerbsminderung, Versicherungsbedingungen, Leistungsprüfung, Invalidität, Risikoauslese, Versicherungsantrag, Leistungsverweigerung, Versorgungsbedarf, Bedingungswettbewerb, Rechtsschutz, Gesundheitsprüfung, Berufsgruppen, Vorsorgekonzept
Die Arbeit analysiert die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) als zentrales, aber oft überschätztes Instrument zur Absicherung der Arbeitskraft und beleuchtet die Diskrepanz zwischen Werbeversprechen und der Realität im Leistungsfall.
Zu den Schwerpunkten zählen der Vergleich zwischen privater und gesetzlicher Absicherung, die Problematik bei der Definition von Invalidität, die Hürden bei der Leistungsregulierung sowie die Kriterien für eine sinnvolle Produktauswahl.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die BU-Versicherung lediglich eine Teillösung darstellt und Kunden durch eine differenzierte Absicherung – etwa durch Kombination mit anderen Produkten – Versorgungslücken besser schließen sollten.
Der Verfasser stützt seine Argumentation auf eine Analyse einschlägiger Gesetze, Versicherungsbedingungen, aktueller Fachliteratur, Statistiken der Deutschen Rentenversicherung und eigene Beratungserfahrungen.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Abgrenzung von Begriffen, den tatsächlichen Ursachen für eine Berufsunfähigkeit, den komplexen Hürden im Leistungsfall sowie den kritischen Entscheidungskriterien für den Abschluss einer Versicherung.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie "Absicherungslücke", "Leistungsverweigerungsstrategien", "Positive Risikoauslese", "Bedingungsqualität" und "Versicherungsmathematik" beschreiben.
Der Autor betont, dass die gesetzliche Rente bei Erwerbsminderung bei weitem nicht ausreicht, um den Lebensstandard zu sichern, während die private BU zwar höhere Renten bietet, aber mit strengen, für den Kunden riskanten vertraglichen Hürden verbunden ist.
Die Warnung begründet sich in den oft mangelhaften Gestaltung der Versicherungsbedingungen und der Tatsache, dass Versicherer im Leistungsfall komplexe Strategien nutzen, um Zahlungen zu vermeiden, was zu einer erheblichen Kluft zwischen Erwartung und tatsächlicher Leistung führt.
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