Bachelorarbeit, 2003
38 Seiten, Note: Sehr gut
Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
1 EINLEITUNG
2 BESCHREIBUNG DER SOZIALEN PHOBIE
2.1 Diagnose
2.1.1 Die diagnostischen Kriterien nach DSM-VI
2.1.2 Subtypen
2.2 Epidemiologie
2.2.1 Prävalenz
2.2.2 Soziodemorgaphische Risikofaktoren
2.2.3 Erstauftrittsalter
2.2.4 Komorbidität
2.3 Ätiologie
2.3.1 Zwei ältere kognitive Modelle der achtziger Jahre
2.3.2 Das kognitive Modell von Clark & Wells (1995)
2.3.3 Das kognitiv-behaviorale Modell nach Heimberg et al. (1995)
2.3.3 Neurobiologische Modelle
3 BESCHREIBUNG DER SEXUELLEN FUNKTIONSSTÖRUNGEN
3.1 Verschiedene Formen der sexuellen Funktionsstörungen
3.1.1 Störungen der Appetenzphase
3.1.2 Störungen der Erregungssphase
3.1.3 Störungen der Orgasmusphase
3.1.4 Störungen ausserhalb des Reaktionszyklus
3.2 Epidemiologie
3.3 Ätiologie
3.3.1 Ätiologie der sexuellen Appetenz
3.3.2 Ätiologie der Erektionsstörung
3.3.3 Ätiologie der Orgasmusstörungen
4 STÖRUNG SEXUELLER FUNKTIONEN BEI SOZIALER PHOBIE
4.1 Epidemiologische und deskriptive Befunde
4.2 Ätiologische Modelle
4.2.1 Das kognitive Modell nach Barlow
4.2.2 Neurobiologische Modelle
4.3 Einfluss der Medikation sozialer Phobie auf sexuelle Funktionen
4.3.1 Alprazolam
4.3.2 Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SRI)
4.3.3 Schlussfolgerung
5 PARTNERSCHAFTLICHE PROBLEME BEI SOZIALER PHOBIE
5.1 Partnersuche und Heirat bei sozialer Phobie
5.2 Soziale Phobie und interpersonelle Kommunikationsstile
6 SCHLUSSFOLGERUNG
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der sozialen Phobie und ihren Auswirkungen auf die menschliche Sexualität sowie die allgemeine Partnerschaft. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, wie phobische Ängste in sozialen Leistungssituationen sexuelle Funktionsstörungen auslösen oder verstärken können und welche Mechanismen hierbei eine Rolle spielen.
2.3.2 Das kognitive Modell von Clark & Wells (1995)
Das kognitive Modell der sozialen Phobie nach Clark & Wells (1995) lehnt sich stark an die früheren Modelle von Leary & Emery (1985, Kapitel 3.2.1) und Barlow (1988, second edition 2002, Kapitel 4.2.1) an. Abbildung 1 illustriert die Prozesse, die nach Clark & Wells ablaufen, wenn eine Person mit sozialer Phobie eine gefürchtete Situation betritt.
Zu Beginn sind es negative Annahmen bezüglich der eigenen Person und der sozialen Umwelt, die die gefürchtete Situation gefährlich erscheinen lassen und die Angst erhöhen. Eine solche Annahme wäre zum Beispiel, immer intelligent und fliessend reden zu müssen, weil die anderen sonst denken könnten, man sei dumm und inkompetent und deshalb nicht liebenswert. Die dadurch wahrgenommene Gefährlichkeit der Situation führt zur Aufmerksamkeitsverschiebung von der sozialen Situation weg, hin zu internalen Empfindungen (Self-Focus). Diese internalen, angstbehafteten Informationen führen bei der sozial ängstlichen Person zu Fehlschlüssen bezüglich ihrer Wirkung auf die anwesenden Personen. Ausserdem wendet die verängstigte Person kognitive und Verhaltensstrategien an, um der gefürchteten Katastrophe zu entgehen. Diese Sicherheitsstrategien jedoch erhalten die Ängste bezüglich der Situation aufrecht, da die korrektive Erfahrung, dass die Katastrophe auch ohne die Sicherheitsstrategien auslebist, nicht gemacht werden kann.
1 EINLEITUNG: Einführung in die Problematik der sozialen Phobie und deren einschränkende Wirkung auf soziale Kontakte und intime Partnerschaften.
2 BESCHREIBUNG DER SOZIALEN PHOBIE: Detaillierte Darstellung der Diagnosekriterien, epidemiologischen Daten sowie kognitiver und neurobiologischer Erklärungsmodelle zur Entstehung der Störung.
3 BESCHREIBUNG DER SEXUELLEN FUNKTIONSSTÖRUNGEN: Übersicht über verschiedene Störungsbilder im sexuellen Reaktionszyklus sowie deren physiologische und psychologische Ursachen.
4 STÖRUNG SEXUELLER FUNKTIONEN BEI SOZIALER PHOBIE: Untersuchung des direkten Zusammenhangs zwischen sozialer Angst, sexueller Leistung und dem Einfluss medikamentöser Therapien.
5 PARTNERSCHAFTLICHE PROBLEME BEI SOZIALER PHOBIE: Analyse der Schwierigkeiten bei der Partnersuche und der Auswirkungen spezifischer Kommunikationsstile auf die Beziehungsqualität.
6 SCHLUSSFOLGERUNG: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Forderung nach weiteren Studien zur Differentialdiagnostik und spezifischen Therapieansätzen.
Soziale Phobie, Sozialphobie, sexuelle Funktionsstörungen, Angststörung, Partnerschaft, Leistungsangst, kognitive Modelle, Appetenzstörung, Erektionsstörung, Orgasmusstörung, Vermeidungsverhalten, Komorbidität, Kommunikation, Selbstaufmerksamkeit, klinische Psychologie.
Die Arbeit analysiert die Zusammenhänge zwischen einer sozialen Phobie und verschiedenen Beeinträchtigungen im Bereich der menschlichen Sexualität und Partnerschaft.
Die zentralen Themen umfassen die Ätiologie der sozialen Phobie, die Beschreibung sexueller Funktionsstörungen, die Auswirkungen von Angst auf sexuelle Leistungen sowie die Dynamik in partnerschaftlichen Beziehungen bei Betroffenen.
Das primäre Ziel ist es zu ergründen, wie soziale Angst als Störungsbild sexuelle Funktionsstörungen induzieren kann und inwiefern diese Beeinträchtigungen die Lebensqualität in einer Partnerschaft nachhaltig belasten.
Es handelt sich um eine theoretische Übersichtsarbeit, die auf der Analyse klinischer Studien, epidemiologischer Befunde und bestehender psychologischer Erklärungsmodelle (z.B. nach Clark & Wells oder Barlow) basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der beiden Störungsbilder, die Erläuterung des direkten Zusammenhangs zwischen sozialer Angst und sexuellen Problemen, die Problematik der Medikamentennebenwirkungen sowie den Einfluss auf die partnerschaftliche Interaktion.
Soziale Phobie, sexuelle Funktionsstörungen, Leistungsangst, Partnerschaft, kognitive Modelle und Vermeidungsverhalten.
Die Arbeit zeigt, dass sowohl Benzodiazepine als auch Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SRI) bei vielen Patienten reversible, aber signifikante negative Auswirkungen auf Libido, Erektionsfähigkeit und Orgasmusfähigkeit haben können.
Während Panikpatienten sexuelle Aktivitäten oft aus Angst vor einer Panikattacke während des Akts meiden, ist die Vermeidung bei Sozialphobikern deutlich generalisierter und umfasst ein breiteres Spektrum an sozialen und sexuellen Interaktionssituationen aufgrund der Angst vor negativer Bewertung.
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