Bachelorarbeit, 2012
25 Seiten, Note: 2
3. Einleitung
4. Forschungsleitende Fragen
5. Historischer Verlauf
5.1 Migrationsgesellschaftliche Differenz als interkulturelle Differenz
6. Der Kompetenzbegriff
7. Kultur
7.1 Unterschiedliche kulturelle Ansätze
7.2 Kohärenz- versus kohäsionsorientierte Ansätze zum Kulturbegriff
7.3 Kritik am Kulturbegriff
8. Interkulturelle Handlungskompetenz
8.1 Ein Beispiel (Kompetenzmodell)
9. Interkulturelle Kompetenz
9.1 Kritik an interkultureller Kompetenz
9.2 Aktueller Diskurs
10. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch den pädagogischen Modebegriff der "Interkulturellen Kompetenz", beleuchtet dessen historischen Wandel sowie die zugrunde liegenden Konzepte von Kultur und Kompetenz und prüft, inwiefern diese Ansätze tatsächlich das pädagogische Ziel der Selbstbestimmung des Menschen fördern oder eher zu Stigmatisierung und Bevormundung beitragen.
8.1 Ein Beispiel (Kompetenzmodell)
Hier wird die Interkulturelle Handlungskompetenz aus Teilkompetenzen abstrahiert. Die Selbstkompetenz ist die Fähigkeit zum Erkennen der eigenen Stärken, Schwächen, sozialen und kulturellen Bedingtheit und der Fertigkeit zum Aufbau von Selbstvertrauen. Die Sozialkompetenz ist die Bereitschaft mit anderen gemeinsam zu arbeiten. Die Kulturkompetenz ist die Fähigkeit ein Wissen über die eine und andere Kultur zu erwerben. (Vgl.: Eß, 2010, S.27) Hier ist eine Kritik angebracht. Mecheril bringt hier die Verschränkung von Wissen und Nicht-Wissen ein. Es gibt eine Vorstellung im Rahmen interkulturellen Handelns, dass Handeln gelinge, wenn die handelnde Person spezifisches Wissen über das Gegenüber hat und damit zum Einsatz bringen kann.
„Das Wissen um den und die Andere, so könnte hier typisiert formuliert werden, ist eine Praktik der Nicht-Erkennung des Anderen durch das Erkennen.“ (Mecheril, 2010a, S.28) Hier könnte das Nicht-Wissen, als bedrohende und Unsicherheiten auslösendem Faktoren aufgezeigt werden. Es bleibt immer ein Rest, der nicht ist und nicht Wissen werden kann und dessen Verhältnis zum Wissen unklar ist. (Vgl.: Wimmer, 1996, S.425). Der Rest ist die Unsicherheit im professionellen Handeln, die nicht überwindbar ist. „Sie stellt vielmehr ein Konstitut professionellen Handelns dar – auch und insbesondere in interkulturellen Situationen.“ (Mecheril, 2010a, S.29) Des Weiteren schriebt Wulf (1999, S.61), dass „Nicht der Anspruch den Anderen zu verstehen, sondern die Erkenntnis, dass der Andere different und nicht verstehbar ist, muss zum Ausgangspunkt interkultureller Bildung werden.“ Es ist der Kontext des Nicht-Wissens und die Erkennbarkeit des Anderen in seiner Unerkennbarkeit. Es sollte somit zu einer Verschränkung von Wissen und Nicht-Wissen kommen.
3. Einleitung: Die Einleitung stellt die Motivation der Autorin dar, den Begriff der interkulturellen Kompetenz im Kontext der pädagogischen Arbeit mit Menschen unterschiedlicher Herkunft kritisch zu hinterfragen und seine begriffliche Unschärfe zu beleuchten.
4. Forschungsleitende Fragen: Es werden die zentralen Forschungsfragen definiert, die sich mit den Grundlagen, Konsequenzen und blinden Flecken interkultureller Kompetenzansätze befassen.
5. Historischer Verlauf: Dieses Kapitel zeichnet die Entwicklung von der Ausländerpädagogik der 60er Jahre bis zur heutigen interkulturellen Pädagogik nach.
5.1 Migrationsgesellschaftliche Differenz als interkulturelle Differenz: Hier werden die Paradigmenwechsel zwischen Ausländerpädagogik und interkultureller Pädagogik anhand der unterschiedlichen Sichtweisen auf Herkunft, Kultur und Identität kontrastiert.
6. Der Kompetenzbegriff: Eine komplexe Analyse der verschiedenen Kompetenzdefinitionen, die den Fokus auf Fähigkeiten und Handlungsvermögen im Laufe des Lebens legt.
7. Kultur: Dieses Kapitel exploriert das Verständnis von Kultur als dynamisches Geflecht von Bedeutungen und Orientierungsmatrix.
7.1 Unterschiedliche kulturelle Ansätze: Diskussion transkultureller Ansätze und des normativen Anspruchs der Pädagogik, Begegnungen zum Nutzen aller Mitglieder der Gesellschaft zu gestalten.
7.2 Kohärenz- versus kohäsionsorientierte Ansätze zum Kulturbegriff: Untersuchung der Entstehung kultureller Stabilität durch Normalität anstelle von gemeinsamen Werten.
7.3 Kritik am Kulturbegriff: Eine kritische Betrachtung der Gefahr, durch den Kulturbegriff menschliche Verhaltensweisen fälschlicherweise als festlegbar und materialisiert darzustellen.
8. Interkulturelle Handlungskompetenz: Untersuchung der professionellen Anforderungen und der Gefahr der Kulturalisierung durch einseitige Kompetenzverständnisse.
8.1 Ein Beispiel (Kompetenzmodell): Präsentation und Kritik eines Kompetenzmodells, das die Verschränkung von Wissen und Nicht-Wissen in interkulturellen Situationen thematisiert.
9. Interkulturelle Kompetenz: Historischer Rückblick auf die Ursprünge des Begriffs in der Sozialpsychologie und seine heutige Anwendung im deutschen Sprachraum.
9.1 Kritik an interkultureller Kompetenz: Diskussion der Problematik, interkulturelle Kompetenz als rein zweckrationales oder instrumentelles Konzept zu verwenden.
9.2 Aktueller Diskurs: Reflexion über neue Begriffe wie Diversity und die disziplinierende Wirkung pädagogischer Institutionen.
10. Fazit: Zusammenfassende Antwort auf die Forschungsfragen, die vor der Bevormundung durch scheinbares Verstehen warnt und zum Anerkennen des Anderen aufruft.
Interkulturelle Kompetenz, Pädagogik, Kultur, Migration, Identität, Differenz, Kompetenzmodell, Ausländerpädagogik, Selbstbestimmung, Machtasymmetrie, Wissenssoziologie, Diskurs, Professionelles Handeln, Diversität, Transkulturalität
Die Arbeit setzt sich kritisch mit dem pädagogischen Konzept der "interkulturellen Kompetenz" auseinander und hinterfragt, ob dieses Konzept seinen pädagogischen Zielen gerecht wird.
Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung der interkulturellen Pädagogik, die Definition von Kultur und Kompetenz sowie die Auseinandersetzung mit Machtasymmetrien in der Kommunikation.
Das Ziel ist es, die Unschärfe des Begriffs "Interkulturelle Kompetenz" aufzuzeigen und zu prüfen, inwieweit er zur Förderung der Selbstbestimmung von Menschen beiträgt oder diese behindert.
Die Arbeit nutzt die Literaturrecherche sowie die hermeneutische Methode und komparative Interpretation, um verschiedene Forschungsansätze zu analysieren.
Im Hauptteil wird der Wandel von der Ausländerpädagogik zur interkulturellen Pädagogik analysiert, theoretische Konzepte von Kultur diskutiert und die Kritik an einer instrumentellen Nutzung interkultureller Kompetenz erörtert.
Wichtige Begriffe sind Interkulturelle Kompetenz, Kultur, Migration, Identität, Differenz und pädagogisches Handeln.
Der interkulturelle Ansatz betont stärker die Unterschiede zwischen Kulturen, während der transkulturelle Ansatz das Gemeinsame und die Möglichkeiten der Entwicklung im Eigenen in den Vordergrund stellt.
Dies bezeichnet die Erkenntnis, dass professionelles Handeln nicht nur auf dem Wissen über andere Kulturen basieren darf, sondern auch die Anerkennung einer nicht überwindbaren Unsicherheit und der Einzigartigkeit des Gegenübers voraussetzt.
Die Kritik richtet sich unter anderem gegen die Gefahr der Kulturalisierung, die Bevormundung der Interaktionspartner und die Tendenz, den Begriff für rein zweckrationale Effizienzziele zu instrumentalisieren.
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