Bachelorarbeit, 2010
60 Seiten, Note: 1,7
0. Einleitung
1. Der Holocaust in der Kinder- und Jugendliteratur
1.1 Der Holocaust – eine Begriffsbestimmung
1.2 Historische Phasierung von 1945 bis in die Gegenwart
1.3 Die Problematiken in der Kinder- und Jugendliteratur: Ein wissenschaftlicher Diskurs
1.4 Literaturwissenschaftliche Kriterien
1.4.1 Das ‚Was‘ in der Erzähltextanalyse
1.4.2 Das ‚Wie‘ in der Erzähltextanalyse
1.4.3 Adaptionsmerkmale
1.4.4 Die autobiographische Erzählform
2. Analyse eine ausgewählten Beispiels: Ich bin ein Stern
2.1 Inhaltliche Einordnung
2.2 Analytischer Teil
2.2.1 Analyse des ‚Was‘
2.2.2 Analyse des ‚Wie‘
2.2.3 Adaptionsmerkmale
3. Didaktische Aufbereitung in der Grundschule
3.1 Rahmenbedingungen
3.1.1 Vorerfahrungen der Grundschüler
3.1.2 Eine altersgerechte Abgrenzung
3.1.3 Curriculare Grundlagen
3.2 Die didaktische Vermittlung
3.2.1 Aufbereitungspotentiale und Verwendungsmöglichkeiten
3.2.1.1 Holocaust Education vs. Konfrontationsdidaktik
3.2.1.2 Grenzen
3.2.2 Der (fächerübergreifende) Literaturunterricht zum Thema Holocaust
3.2.2.1 Lernen an Biografien
3.2.2.2 Literaturdidaktische und methodische Hinweise zu ‚Ich bin ein Stern‘
4. Diskussion: Ist eine Thematisierung des Holocaust in der Grundschule sinnvoll?
Diese Bachelorarbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen einer didaktisch angemessenen Thematisierung des Holocausts im Grundschulunterricht, wobei der Fokus insbesondere auf der Analyse autobiographischer Kinder- und Jugendliteratur liegt. Die Forschungsfrage zielt darauf ab, wie Lehrkräfte durch ein fundiertes Verständnis historischer Lernprozesse sowie einer geeigneten Auswahl literarischer Texte ein Geschichtsbewusstsein fördern können, ohne die Zielgruppe kognitiv oder emotional zu überfordern.
1.3 Die Problematiken in der Kinder- und Jugendliteratur: Ein wissenschaftlicher Diskurs
Der Holocaust in der KJL muss sich mehreren Problematiken stellen, die in einer kindgerechten literarischen Vermittlung zu diesem Thema auftreten. Zwangsläufig entsteht hier der Konflikt, die Historie zu verfälschen oder den Kindern eine zu wahrheitsgetreue Abbildung der damaligen Schrecken zu liefern. Dabei muss jedoch zwischen den literarischen Arbeiten und der darauf basierenden wissenschaftlichen Sekundärliteratur differenziert werden. Die Primärliteratur zu diesem Thema soll im Folgenden nicht diskutiert werden, da deren Thematisierung den Umfang dieser Arbeit erheblich übersteigen würde. Dieses Kapitel dient vielmehr dazu, die wissenschaftlichen Kontroversen aufzuzeigen, die es allgemein zu dem Thema Holocaust in der KJL gibt, dabei beziehen sich einige Verfasser auf Studien, die sich auch mit den konkreten Werken beschäftigt haben. Im Anschluss hierzu wird dann eine explizite Beispielanalyse eines ausgewählten Werkes aufgegriffen und näher vertieft.
Die historische KJL bewegt sich häufig zwischen zwei Angelpunkten: Zum einen wird versucht, den Kindern einen umfangreichen Einblick in die damals bestehenden Lebensverhältnisse zu gewähren und dabei ein altersadäquates Denk- und Sprachniveau beizubehalten. Zum anderen kann aber auch die erzieherische Intention vom Autor in der Geschichte Überhand nehmen, so wird häufig wörtlich nach falschem und richtigem Verhalten unterschieden, um damit die moralische Botschaft der Erzählung auszurichten. Angrenzend dazu wird vielfach die Vorstellung vermittelt, dass trotz aller historischer Lasten, welche die zentralen Gestalten zu tragen haben, kein Anlass bestehe, seine optimistische Hoffnung aufzugeben (vgl. Henke-Bockschatz 2008, 206).
0. Einleitung: Die Arbeit erläutert die Relevanz der Holocaust-Thematisierung im Grundschulalter und steckt den Rahmen der Untersuchung ab.
1. Der Holocaust in der Kinder- und Jugendliteratur: Dieses Kapitel definiert den Begriff Holocaust historisch und analysiert die Entwicklung der entsprechenden Kinder- und Jugendliteratur seit 1945.
2. Analyse eine ausgewählten Beispiels: Ich bin ein Stern: Hier wird das Werk von Inge Auerbacher als Fallbeispiel einer inhaltlichen und literaturwissenschaftlichen Untersuchung unterzogen.
3. Didaktische Aufbereitung in der Grundschule: Es werden die Rahmenbedingungen, curricularen Grundlagen sowie verschiedene didaktische Ansätze zur Holocaust-Vermittlung kritisch beleuchtet.
4. Diskussion: Ist eine Thematisierung des Holocaust in der Grundschule sinnvoll?: Das abschließende Kapitel synthetisiert die Ergebnisse und diskutiert die pädagogische Vertretbarkeit und methodische Umsetzung.
Holocaust, Kinder- und Jugendliteratur, Grundschule, Holocaust Education, Konfrontationsdidaktik, historische Bildung, Autobiographie, Literaturdidaktik, Inge Auerbacher, Nationalsozialismus, Erinnerungskultur, Identitätsbildung, Didaktisierung, Geschichtsbewusstsein, Vermittlungsdilemma
Die Arbeit untersucht, ob und wie der Holocaust als Thema in den Grundschulunterricht integriert werden kann, wobei die fachdidaktischen Kontroversen und Möglichkeiten der literarischen Vermittlung im Mittelpunkt stehen.
Die zentralen Felder sind die historische Aufarbeitung des Nationalsozialismus in der Literatur, die kindgerechte Didaktisierung, das Spannungsfeld zwischen Schutz der Kinder und notwendiger Aufklärung sowie die Bedeutung biographischen Lernens.
Das Ziel ist die Erarbeitung eines didaktischen Profils, das aufzeigt, unter welchen Voraussetzungen eine kindgerechte und reflektierte Auseinandersetzung mit dem Holocaust in der Primarstufe stattfinden kann.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, der Konzeption von erzähltheoretischen Kriterien (nach Wenzel) sowie der Untersuchung didaktischer Ansätze und Expertenmeinungen zur Holocaust-Vermittlung.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Analyse der Kinder- und Jugendliteratur, eine praxisnahe Untersuchung am Beispiel von Inge Auerbachers ‚Ich bin ein Stern‘ und eine didaktische Bewertung für den Grundschulkontext.
Die wichtigsten Begriffe sind Holocaust, Grundschule, Holocaust Education, Literaturdidaktik, Autobiographie und Geschichtsbewusstsein.
Es dient als primäres Fallbeispiel, anhand dessen die theoretisch entwickelten literaturwissenschaftlichen und adaptiven Kriterien konkret angewendet und validiert werden.
Die Lehrkraft muss eine Balance zwischen fachlicher Genauigkeit und psychologischer Sensibilität finden, um einerseits keine Stereotype zu reproduzieren und andererseits eine Traumatisierung der Kinder durch zu explizite Gewaltdarstellungen zu verhindern.
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