Masterarbeit, 2011
90 Seiten, Note: 1,7
0. Einleitung
1. Jungen und Lesemotivation
1.1 Gesellschaftliche Rahmenbedingungen
1.2 Lesesozialisation
1.3. Lesekompetenz und Lesemotivation
1.4 Geschlechterspezifische Unterschiede in der Leseforschung
1.4.1 PISA und IGLU
1.4.2 Lesepräferenzen und Schulrealität
1.5 Verdrehte Geschlechtererwartungen?
1.6 Schlussfolgerungen
2. Medien und Didaktik
2.1 Neue Medien und Hypertexte
2.2 Medienkompetenz
2.3 Mediennutzung von Kindern
2.4 Technische Ausstattung der Schulen
2.5 Der Einsatz neuer Medien im Deutschunterricht
2.5.1 Vorteile
2.5.2 Nachteile
2.6 Geschlechterspezifische Mediennutzung
2.6.1 Mediensozialisation
2.6.2 Stand der Forschung
2.6.3 Mädchenförderung am Beispiel von ‚Lizzynet‘
3. Administrative Vorgaben - Gender Mainstreaming und Lehrplan Nordrhein-Westfalen
4. Die Rolle der Lehrkraft
4.1 Einstellung des Lehrkörpers gegenüber den neuen Medien
4.2 Geschlecht als Einflussfaktor?
5. Beispielanalyse
5.1 Das Projekt: Schwimmen lernen im Netz
5.1.1 Moduldarstellung
5.1.2 Bewertung
5.2 Das Leseprogramm: PISAKIDS
5.2.1 Moduldarstellung
5.2.2 Bewertung
6. Gendergerechte Mediennutzung im Deutschunterricht
6.1 Perspektiven der Leseförderung
6.2 Ergebnissicherung und Schlussfolgerung
Die Arbeit untersucht, ob ein gendergerechter Einsatz neuer Medien im Deutschunterricht der Primarstufe einen gewinnbringenden Beitrag zur Förderung der Lesemotivation von Jungen leisten kann.
1.4.2 Lesepräferenzen und Schulrealität
„Lesekompetenzen können wir jungen Menschen in der multimedialen Welt nur dann erfolgreich vermitteln, wenn wir ihnen Zugänge zu den Texten schaffen, die für sie attraktiv sind […]“ (Heidtmann 2000, 35). Doch welche Literatur schafft die notwendigen Leseanreize für Jungen und was genau muss die Lehrkraft bei der Auswahl berücksichtigen? „In der Kinder- und Jugendbuchforschung taucht der Begriff „Jungenbuch“ heute nur als historischer Begriff auf. Man kümmert sich mehr um die Emanzipation der Mädchen als um die der Jungen“ (Kliewer 2004a, 23). Die zentralen Jungenfiguren in der Kinder- und Jugendliteratur repräsentieren häufig das Rollenbild und damit auch das Klischee des Abenteuerhelden. Literarische Mädchenfiguren haben dagegen bereits das stereotypisierte Rollenbild durchbrochen und sind den Jungen in der Abgrenzung typischer Stigmatisierungen voraus. Verschiedene Jungenbücher „zeigen den starken Erwartungsdruck der Umwelt wie auch die Scham der Jungen, dem internalisierten Rollenbild nicht zu entsprechen“ (vgl. Schilcher 2004, 13). Interessant ist vor allem, dass Jungen (im Gegensatz zu den Mädchen) sich nicht aktiv gegen diese Rollenerwartungen wehren, sie nehmen sie sogar in ihr Selbstkonzept auf. Dies liegt insbesondere daran, dass die Konnotationen meist positiv besetzt sind und ein Aufbrechen hier irrelevant zu sein scheint (vgl. ebd., 11ff.).
Betrachtet man dazu die ‚Jungenbücher‘ aus den 90er Jahren, so fällt auf, dass die zentralen Themen sich häufig um die Beziehung zum Vater, Sport, Gewalt oder Sexualität drehen. Problematisch ist das dann, wenn Gewalt und Aggressionen als Normalität im männlichen Sozialisationsprozess dargestellt werden (vgl. Kliewer 2004a, 24f.). Diese Form von Jungenliteratur wollen viele Lehrkräfte zu Recht nicht in ihrer Unterrichtsplanung einsetzen. Dem gegenüber empfinden die Jungen jedoch auch die ‚emanzipativen‘ Jungenbücher als zu gefühlsbetont, aktionslos oder zu langwierig - zusätzlich bedrohen diese auch die männliche Selbstfindung (vgl. ebd., 30). Daraus entsteht ein Dilemma, dass sich durch das beständige Männerbild in der Literatur und der Forderung nach mehr Empathie und Gefühl herausbildet.
0. Einleitung: Die Einleitung thematisiert den PISA-Schock und das Defizit der Lesemotivation bei Jungen und formuliert die Forschungsfrage zum Einsatz neuer Medien.
1. Jungen und Lesemotivation: Dieses Kapitel analysiert gesellschaftliche Bedingungen, Lesesozialisation und geschlechterspezifische Unterschiede unter Einbeziehung von Schulleistungsstudien.
2. Medien und Didaktik: Hier werden theoretische Grundlagen zu neuen Medien, Medienkompetenz, Nutzungsverhalten und die Eignung für den Deutschunterricht diskutiert.
3. Administrative Vorgaben - Gender Mainstreaming und Lehrplan Nordrhein-Westfalen: Dieses Kapitel betrachtet die politische und administrative Verankerung von Gender Mainstreaming und dessen Vorgaben für den Unterricht.
4. Die Rolle der Lehrkraft: Es wird untersucht, inwieweit die Einstellung der Lehrkräfte und deren Geschlecht den Medieneinsatz und die Leseförderung beeinflussen.
5. Beispielanalyse: Das Kapitel bietet eine didaktische Beurteilung der Lernprogramme ‚Schwimmen lernen im Netz‘ und ‚PISAKIDS‘ anhand zuvor definierter Kriterien.
6. Gendergerechte Mediennutzung im Deutschunterricht: Den Abschluss bilden konkrete Perspektiven und Schlussfolgerungen für eine systematische Leseförderung von Jungen im Medienverbund.
Lesemotivation, Jungenförderung, Lesekompetenz, Grundschule, neue Medien, Deutschunterricht, Gender Mainstreaming, Lesesozialisation, Medienkompetenz, PISA, IGLU, Lektürepräferenzen, didaktische Analyse, Mediendidaktik, geschlechtersensible Pädagogik.
Die Arbeit befasst sich mit der Förderung der Lesemotivation von Jungen im Deutschunterricht der Primarstufe durch den gezielten Einsatz neuer Medien.
Die zentralen Themen sind geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Lesemotivation, die Bedeutung der Mediensozialisation, die Rolle von Lehrkräften sowie die mediendidaktische Gestaltung von Computerprogrammen zur Leseförderung.
Die Forschungsfrage lautet, ob ein gendergerechter Einsatz neuer Medien gewinnbringend zur Steigerung der Lesemotivation von Jungen in der Grundschule beitragen kann.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse sowie der Auswertung empirischer Schulleistungsstudien (PISA, IGLU, KIM-Studien) und einer didaktischen Beispielanalyse basiert.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Hintergründe zu Lesemotivation und Mediennutzung, die administrativen Vorgaben in NRW, die Rolle der Lehrkraft sowie die konkrete Analyse zweier computergestützter Lernprogramme.
Die Arbeit wird besonders durch die Begriffe Lesemotivation, Jungenförderung, neue Medien, Gender Mainstreaming und Lesesozialisation charakterisiert.
Die Lehrkraft ist entscheidend, da sie den Medieneinsatz plant und durch ihre Haltung sowie Vorbildfunktion die Lesemotivation der Kinder maßgeblich beeinflusst.
Studien zeigen, dass Jungen häufig Abenteuer- und Sachliteratur bevorzugen, während Mädchen eher emotional involviert lesen, wobei Jungen besonders stark auf motivierende Medienelemente reagieren.
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