Bachelorarbeit, 2012
35 Seiten, Note: 1,0
1 EINLEITUNG
2 WELLENREITEN IM KULTURELLEN FELD DES SPORTS
2.1 DIE RELATIONALE BEDEUTUNG VON SPORTARTEN
2.2 VERÄNDERUNGEN IM RAUM DES SPORTS
2.3 DAS PRÄSENTATORISCH-INSZENATORISCHE SPORTMODELL
3 DIE GEMEINSCHAFT DER WELLENREITER
3.1 DER GEMEINSAM GETEILTE GLAUBE
3.2 DER SURFERISCHE BLICK
3.3 SZENESPEZIFISCHE STILISIERUNGSRAHMEN
3.3.1 Surfstile und Gerätschaften
3.3.2 Kleidung
3.4 DAS STILISTISCHE MOSAIK DER SURFSZENE
3.5 STILARISTOKRATIE
3.6 SYMBOLISCHE MACHTKÄMPFE
4 ZUSAMMENFASSUNG
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des Wellenreitens aus einer kultursoziologischen Perspektive, um zu analysieren, in welchem Verhältnis Lebensstile innerhalb der Surfer-Gemeinschaft zu Prozessen der Vergemeinschaftung stehen und welche Bedeutung der Begriff "Stil" für die Identitätsbildung der Akteure hat.
3.3.1 Surfstile und Gerätschaften
Das am nachhaltigsten wirksame Prestige sichert sich der Akteur in der Wellenreitszene mittels seines performance-capital-Vermögens an Virtuosität in der körperlichen Haltung und der Art und Weise des Kombinierens von Manövern beim Surfen in kleinen wie großen Wellen (vgl. Ford/Brown 2006, 77). Ebenso markiert BOOTH diese Bühne als „basic sources of prestige among surfers: dancing style[...]“ (Booth 2003, 322). Er unterscheidet hierzu drei Stile, deren Auftreten mit je eigenen historisch-kulturellen und technologischen Aspekten einhergeht: „Polynesien rhythm, California hot dogging, and Australian shredding“ (Booth 2003, 323). Die Entwicklung dieser Stile beschreibt er in enger Zusammenschau und Abhängigkeit mit der technologischen Entwicklungsgeschichte des Surfboards.
Weil eine einfache Lenkbarkeit von Surfbrettern erst mit der Einführung von Finnen im Jahr 1935 möglich wurde, vermochten zuvor nur wenige Akteure, das aktuell medienübliche Bild des Wellenreitens hervorzubringen, seitwärts auf dem ungebrochenen Teil der Welle zu surfen und dies auch nur auf flachen und sachte brechenden Wellen, da die Kantenführung der finnenlosen Bretter hierzu nicht ausreichte.
„This limited technology produced a rigid, statue-like style; proficient surfers demonstrated their superior balance rather than graceful movements.“ (Booth 2003, 324)
1 EINLEITUNG: Der Autor führt in seine persönliche Faszination für das Wellenreiten ein und stellt die Forschungsfrage, ob Surfen als Sportart oder als Ausdruck eines spezifischen Lebensstils zu verstehen ist.
2 WELLENREITEN IM KULTURELLEN FELD DES SPORTS: Dieses Kapitel verortet das Wellenreiten kultursoziologisch im Raum des Sports und führt das präsentatorisch-inszenatorische Sportmodell ein.
3 DIE GEMEINSCHAFT DER WELLENREITER: Der Hauptteil beleuchtet die Bedeutung von Stil, geteilten Glaubenssätzen, Ausrüstung und Kleidung für die soziale Identität und Hierarchisierung innerhalb der Surfszene.
4 ZUSAMMENFASSUNG: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und bestätigt, dass Wellenreiten eine komplexe Symbiose aus sportlicher Praxis und Lebensstilistik darstellt.
Wellenreiten, Lebensstil, Kultursoziologie, Habitus, Surfszene, Performance Capital, Vergemeinschaftung, Stilisierung, Körperästhetik, Distinktion, Surferidentität, Feldtheorie, Pierre Bourdieu, Authentizität, Symbole.
Die Bachelorarbeit untersucht das Surfen als soziales Phänomen und hinterfragt, inwiefern Wellenreiten als Lebensstil und nicht nur als Sportart innerhalb einer Gemeinschaft fungiert.
Die Arbeit fokussiert sich auf die kultursoziologische Betrachtung der Surfer-Gemeinschaft, insbesondere auf die Bedeutung von Stil, Identität, Artefakten und sozialen Anerkennungsprozessen.
Ziel ist es, die Funktionen und Bedeutungen von "Stil" und "Stilisierung" für die Formierung und den Zusammenhalt der Wellenreiter-Gemeinschaft wissenschaftlich aufzuarbeiten.
Die Arbeit nutzt einen kultursoziologischen Ansatz, primär basierend auf den Theorien von Pierre Bourdieu zu Habitus, Feld und Kapital sowie ergänzender sportsoziologischer Fachliteratur.
Der Hauptteil analysiert das "Stil-Mosaik" der Szene, die symbolische Bedeutung von Surfbrettern und Kleidung sowie die internen Mechanismen der Stilaristokratie und Machtkämpfe um Prestige.
Zentrale Begriffe sind Habitus, Performance Capital, Lebensstil, Distinktion, Surfszene, Authentizität und Vergemeinschaftung.
Das Surfbrett wird als "leibnahe Technik" und "charismatisches Produkt" verstanden, das nicht nur sportliche Funktion bietet, sondern als symbolisches Distinktionsmedium den Status und die Identität des Akteurs in der Gemeinschaft markiert.
Der Begriff beschreibt eine spezifische, im Verlauf der Surfkarriere erworbene Form des Wissens, die es Surfern ermöglicht, Virtuosität und Stilnuancen bei anderen Akteuren wahrzunehmen und zu bewerten.
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