Diplomarbeit, 2010
94 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Aufbau und Konzept der Arbeit
2. Kleine und mittelständische Unternehmen
2.1. Definition kleiner und mittelständischer Unternehmen
2.1.1. Qualitative Abgrenzung
2.1.2. Quantitative Abgrenzung
2.2. Volkswirtschaftliche Bedeutung der KMU für Deutschland
2.3 Internationalisierung von KMU
3. Risiken
3.1. Wirtschaftswissenschaftlicher Risikobegriff
3.1.1. Erklärungsansatz aus Sicht der Ökonomie
3.1.2. Erklärungsansatz aus Sicht des Informationsstands
3.1.3. Umfassender Erklärungsansatz des Risikobegriffs
3.2. Unternehmerische Risikobegriff
3.2.1. Interne Unternehmensrisiken
3.2.2. Sonstige Unternehmensrisiken
3.2.3. Externe Unternehmensrisiken
3.2.3.1. Unternehmerische Währungsrisiken
3.2.3.2. Unternehmerische Zinsrisiken
3.2.3.3. Unternehmerische Rohstoffrisiken
3.2.4 Einzelrisiken und Gruppenrisiken
4. Risikomanagement
4.1 Grundlagen des Risikomanagements
4.2 Gesetzliche Regelungen
4.3 Aufgaben unternehmerischen Risikomanagements
4.3.1 Risikoidentifikation
4.3.2 Risikobewertung
4.3.3 Risikosteuerung
4.3.3.1 Risikovorsorge
4.3.3.2 Risikovermeidung/ -begrenzung
4.3.3.4 Risikoüberwälzung/-kompensation
4.3.4 Risikokontrolle
4.3.5 Schadens- und Verlustbewältigung
4.4 Unternehmensintegration des Risikomanagements
5. Einflussfaktoren auf die Einführung von Risikomanagement
5.1 Möglichkeiten der Risikosteuerung mittels Termingeschäften
5.1.1 Termingeschäfte bei Zinsrisiken
5.1.2 Termingeschäfte bei Währungsrisiken
5.1.3 Termingeschäfte bei Rohstoffrisiken
5.2 Unternehmenspolitik
5.2.1 Unternehmensexterne Voraussetzungen für Risikomanagement
5.2.2 Kosten und Zusatznutzen eines Risikomanagements
5.3 Konsequenzen fehlenden Risikomanagements bei KMU
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit analysiert die Notwendigkeit und Umsetzung eines effektiven Risikomanagements für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) im Hinblick auf externe, marktpreisbedingte Risiken wie Zins-, Währungs- und Rohstoffschwankungen.
3.2.3.1. Unternehmerische Währungsrisiken
International operierende Unternehmen tragen, bedingt durch den Umgang mit fremden Währungen, unterschiedliche Arten von Wechselkursrisiken. Sie werden unterteilt in translation risk, economic risk und transaction risc.
Das translation risk ist ein ausschließlich bilanzielles Risiko. Im Fall der Erstellung einer Bilanz mit integrierten Tochtergesellschaften bzw. ausländischen Unternehmenseinheiten, die in einer Fremdwährung operieren und bilanzieren, entstehen bei Konsolidierung u.U. unrealisierte Wechselkursverluste. Dieser Umstand kann zulasten des Periodengewinns führen. Gleichzeitig können Wechselkursgewinne durch Erhöhung der Unternehmensgewinne einen höheren steuerlichen Aufwand und eine daraus resultierende Belastung des Cash Flows bedeuten.
Economic risks, auch Operationsrisiken oder ökonomische Risiken genannt, stehen als Oberbegriff für zukünftige allgemeine wirtschaftliche Risiken bei Wechselkursveränderungen. Absatz- und Zuliefermärkte in fremder Währung können zu niedrigeren Einnahmen bzw. höheren Kosten führen. Währungsschwankungen haben großen Einfluss auf den internationalen Handel. Wertet der US-Dollar (USD) beispielsweise gegenüber dem Euro ab, können europäische Unternehmen mit einem geringeren Absatz in den Vereinigten Staaten rechnen, weil Produkte aus dem europäischen Handelsraum schon der Währung wegen für amerikanische Bürger teurer werden. Zugleich wird der Import aus den Vereinigten Staaten für europäische Bürger günstiger. Umgekehrt werden die Importe aus Europa für die Vereinigten Staaten bei einem steigenden USD zum Euro günstiger und der Absatz in Europa wird deshalb fallen. Diese Risiken haben einen ganzheitlichen Ansatz, werden nicht auf einzelne Transaktionen beschränkt. Daher sind sie latent vorhanden und schwer quantifizierbar.
Das transaction risk bezieht sich auf einzelne Transaktionen (Transaktionsrisiko, Konvertierungsrisiko). Es betrifft einen geplanten, vertraglich vereinbarten oder bereits gebuchten Cash Flow. Es entsteht bei Forderungen gegenüber Kunden und Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten in fremder Währung. Wechselkursschwankungen werten die eigenen Aktiva ab bzw. die Passiva auf. Die Folge sind negative Auswirkungen auf die Ertragslage bzw. den Ertragsausweis. Je weiter die Fristigkeit der ungesicherten Zahlung in der Zukunft liegt, desto schwerer fällt eine Einschätzung künftiger Kursbewegungen. Folglich erhöht sich das Risiko im Zeitablauf.
1. Einleitung: Stellt die Relevanz von Risikomanagement aufgrund globaler Krisen und Marktunsicherheiten dar und definiert das Ziel sowie den Aufbau der Arbeit.
2. Kleine und mittelständische Unternehmen: Charakterisiert KMU anhand qualitativer und quantitativer Merkmale, beleuchtet deren volkswirtschaftliche Bedeutung und den Trend zur Internationalisierung.
3. Risiken: Systematisiert den wissenschaftlichen Risikobegriff und unterteilt unternehmerische Risiken in interne, externe und sonstige Kategorien, mit besonderem Fokus auf Marktpreisrisiken.
4. Risikomanagement: Erläutert die Grundlagen, gesetzlichen Rahmenbedingungen (KonTraG, Basel II) und den Prozess des Risikomanagements inklusive Identifikation, Bewertung und Steuerung.
5. Einflussfaktoren auf die Einführung von Risikomanagement: Analysiert Steuerungsmöglichkeiten mittels Termingeschäften (Zinsen, Währungen, Rohstoffe), die Rolle der Unternehmenspolitik sowie Kosten und Zusatznutzen.
6. Fazit: Fasst die Notwendigkeit eines risikobewussten Handelns für KMU zusammen und betont die Bedeutung adäquater Instrumente für die Krisenfestigkeit.
Risikomanagement, KMU, Marktpreisrisiken, Währungsrisiken, Zinsrisiken, Rohstoffrisiken, Termingeschäfte, Absicherung, Risikobewertung, KonTraG, Basel II, Finanzinstrumente, Unternehmenspolitik, Liquiditätssicherung, Volatilität.
Die Arbeit befasst sich mit der Notwendigkeit und den Methoden eines professionellen Risikomanagements für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) in einem volatilen wirtschaftlichen Umfeld.
Die zentralen Felder sind die Definition und Bedeutung von KMU, die Systematisierung betriebswirtschaftlicher Risiken, der Prozess des Risikomanagements sowie der Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten zur Absicherung.
Das Ziel ist es, die Notwendigkeit von Risikomanagement bei KMU gegenüber externen Marktpreisrisiken aufzuzeigen und Strategien zur operativen Steuerung dieser Risiken vorzustellen.
Die Arbeit nutzt eine fundierte Literaturanalyse zur Definition von Risikobegriffen sowie die detaillierte Darstellung von Analyse- und Steuerungsinstrumenten (wie Value-at-Risk, Szenarioanalysen und Termingeschäften).
Der Hauptteil analysiert den Risikomanagementprozess, die rechtlichen Anforderungen (KonTraG, Basel II) sowie spezifische Möglichkeiten der Risikosteuerung mittels Termingeschäften für Zins-, Währungs- und Rohstoffrisiken.
Wichtige Begriffe sind Risikomanagement, KMU, Marktpreisrisiken, Termingeschäfte und Absicherung.
Ein fehlendes oder ungenügendes Risikomanagement führt zu mangelnder Transparenz und erhöhtem Unsicherheitsfaktor für Kreditgeber, was in schlechteren Ratings und somit teureren oder erschwerten Finanzierungsmöglichkeiten resultiert.
Sie bieten ein adäquates Mittel, um sich gegen unvorhersehbare Schwankungen bei Rohstoffpreisen, Zinsen und Wechselkursen abzusichern und somit eine verlässliche Kalkulationsgrundlage zu schaffen.
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