Diplomarbeit, 2012
61 Seiten, Note: 1,85
1 Alter(n) in Zahlen und Fakten
1.1 Was ist Alter(n)?
1.2 Warum altern wir?
1.3 Wie altern wir?
2 Alter(n) und Vorurteile
2.1 Altersbilder und Stereotype
2.2 Alter und Sexualität
3 Alter als Chance vs. Alter als Risiko
3.1 Gesundheit & Leben vs. Krankheit & Tod
3.2 Einkommen und Vermögen vs. Altersarmut
3.3 Soziale Netzwerke und Beziehungen vs. Isolation
4 Alter und (neuer) Lebenssinn
4.1 Großelternschaft
4.2 Lebenslanges Lernen und Bildung
4.3 Ehrenamt und Produktivität
Die Diplomarbeit untersucht die Bedeutung des Alters in einer Gesellschaft des langen Lebens, analysiert gesellschaftliche Altersbilder und hinterfragt das Paradoxon zwischen steigender Lebenserwartung und der verbreiteten Ablehnung des Altseins.
Jugend- und Schönheitswahn
Jung ist schön, alt ist hässlich?! Mit Jugend verbinden wir im allgemeinen Schönheit und Frische. „Ein junger Mensch hat eine glatte, straffe, elastische Haut. Falten werden durch eine gute Fettauspolsterung der Unterhaut vermieden. Altersflecke und sonstige Hauterscheinungen sind selten. Der Busen der Frau ist jugendlich straff und wohl geformt. Übermäßige Fettanlagerungen fehlen normalerweise. Die Haare sind geschmeidig und füllig vorhanden. Die körperliche Leistungsfähigkeit, was z.B. Laufen, Gehen usw. anbelangt, ist voll vorhanden“ (Prinzinger 1996, S. 361). Und im Alter? – Da wenden sich diese Eigenschaften ins Gegenteil: Die Haut wird schlaff und runzelig, Altersflecken werden sichtbar, der Busen hängt, die Haare werden grau und/oder fallen aus und auch die körperliche Leistungsfähigkeit lässt zu wünschen übrig. Diesen Verschleiß will der moderne Mensch nicht länger hinnehmen und begibt sich unters Messer, genauer: unter das Skalpell des Schönheitschirurgen.
„Schlappe Augenpartien werden ebenso wie die Faltenstirn geliftet, ganze Gesichter gestrafft und neu gepolstert, Nasen verformt, Fett an der einen Seite abgesaugt und zur Unterpolsterung von zum Beispiel Mundwinkeln oder Lippen an diesen Stellen wieder eingespritzt. Auf’s kahle Körperhaupt werden neue Haare gepflanzt; an den Beinen, den Armen und unter der Achsel werden sie entfernt. Weibliche Busen werden auf der Welt hundertausendfach mit Silikonbeuteln vergrößert, wieder gehoben und in bessere Form gebracht“ (ebd.) und so weiter und so fort. All diese Maßnahmen sind natürlich nicht medizinisch erforderlich, sondern dienen nur dazu, das Erscheinungsbild, die äußere Fassade der Person, zu erneuern. Doch was treibt die wachsende Zahl an PatientInnen der Anti-aging Chirurgie dazu sich operieren zu lassen? Versucht man damit scheinbar das Leben zu verlängern, indem man die Augen verschließt vor dem eigenen Alter mit all seinen Erscheinungen? Ist es die Angst vor dem Tod oder sind es die negativen Altersbilder, denen man nicht angehören möchte? Oder ist es der Druck und der hohe Anspruch an sich selbst in dieser schnelllebigen Zeit stets mithalten zu müssen? Die meisten Menschen erhoffen sich ein gesteigertes Selbstwertgefühl nach solch einem Eingriff, doch wenn man bedenkt, dass jede fünfte Schönheits-OP Komplikationen nach sich zieht (vgl. www.augsburger-allgemeine.de, 2008)3, sei die Frage erlaubt, ob es das wirklich wert ist.
1 Alter(n) in Zahlen und Fakten: Dieses Kapitel liefert eine demografische Bestandsaufnahme, beleuchtet biologische sowie soziologische Definitionen des Alterns und thematisiert den Wandel der Bevölkerungsstruktur.
2 Alter(n) und Vorurteile: Hier werden gesellschaftliche Altersbilder, Stereotype sowie das Tabuthema Sexualität im Alter kritisch hinterfragt und mit dem heutigen Jugendwahn kontrastiert.
3 Alter als Chance vs. Alter als Risiko: Dieser Abschnitt behandelt die Ambivalenz des Alterns hinsichtlich Gesundheit, Altersarmut und sozialer Isolation sowie das Verhältnis zwischen Leben und Tod.
4 Alter und (neuer) Lebenssinn: Das Kapitel zeigt auf, wie durch Großelternschaft, lebenslanges Lernen und bürgerschaftliches Engagement der nachberuflichen Lebensphase ein neuer Sinn verliehen werden kann.
Demografischer Wandel, Altern, Altersbilder, Lebenslanges Lernen, Großelternschaft, Ehrenamt, Altersarmut, Soziale Netzwerke, Ruhestand, Sozialisation, Lebenserwartung, Generationenvertrag, Produktivität, Psychologie des Alterns.
Die Arbeit befasst sich mit der gesellschaftlichen Stellung und Bedeutung des Alters in einer Zeit des demografischen Wandels und einer steigenden Lebenserwartung.
Zentrale Themen sind der demografische Strukturwandel, die Analyse von Altersbildern und Vorurteilen, finanzielle und soziale Risiken im Alter sowie Möglichkeiten zur Gestaltung eines sinnerfüllten Alterns.
Das Ziel ist es, den Blick auf das Alter als vielschichtige Lebensphase zu schärfen und die Ressource Alter durch Aufklärung und neue gesellschaftliche Strukturen hervorzuheben.
Die Diplomarbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse bestehender sozialwissenschaftlicher, gerontologischer und demografischer Studien.
Der Hauptteil analysiert die Fakten zur Bevölkerungsentwicklung, die Psychologie von Altersstereotypen, ökonomische Herausforderungen wie Altersarmut und Strategien zur sozialen und persönlichen Gestaltung des Alters.
Wichtige Begriffe sind Demografischer Wandel, Altersbilder, Lebenslanges Lernen, Ehrenamt, Altersarmut, Soziale Netzwerke und die Neudefinition des Ruhestands.
Die Autorin betrachtet diesen Trend kritisch als einen oft vergeblichen Versuch, den gesellschaftlichen Erwartungen an Jugendlichkeit zu entsprechen, anstatt sich mit der natürlichen Endlichkeit auseinanderzusetzen.
Sie wird als bereichernde intergenerationale Beziehung dargestellt, die jedoch durch Mobilität und veränderte familiäre Strukturen vor neue Herausforderungen gestellt wird.
Das Ehrenamt wird als ein wesentlicher Baustein gesehen, um der nachberuflichen Lebensphase Aktivität, gesellschaftliche Teilhabe und einen tieferen Sinn zu verleihen.
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