Masterarbeit, 2010
64 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Relevanz des Themas
1.2 Stand der Forschung
1.3 Zielsetzung und Gang der Arbeit
2 Stellenwert und Ambivalenz der Kurzarbeit
2.1 Grundlagen
2.1.1 Abgrenzung der unterschiedlichen Formen von Kurzarbeit
2.1.2 Regelungen der konjunkturellen Kurzarbeit während der Weltwirtschaftskrise
2.2 Ökonomische Bedeutung während der Weltwirtschaftskrise
2.2.1 Gesamtwirtschaftliche und arbeitsmarktpolitische Bedeutung
2.2.2 Arbeitgeberseitige Motive zum Einsatz von Kurzarbeit
2.3 Ambivalenz der konjunkturellen Kurzarbeit
2.3.1 Anreiz zu Mitnahmeeffekten
2.3.2 Anreiz zum Missbrauch
3 Das dreidimensionale Konstrukt organisationalen Commitments
3.1 Begriffsentstehung und Abgrenzung
3.2 Die Theorie des Sozialtauschs
3.3 Einflussfaktoren des affektiven und normativen Commitments
3.4 Auswirkungen hoher Mitarbeiterbindung für Unternehmen
4 Die zwei Wahrnehmungspfade der Kurzarbeit
4.1 Spieltheoretische Motivation
4.2 Kurzarbeit als Beschäftigungssicherung
4.2.1 Einführungsphase
4.2.2 Durchführungsphase
4.2.3 Rückführungsphase
4.3 Kurzarbeit als Ausnahmezustand
4.3.1 Einführungsphase
4.3.2 Durchführungsphase
4.3.3 Rückführungsphase
4.4 Kurzarbeit als Sozialtausch
4.5 Bewertung der affektiven und normativen Bindungswirkung von Kurzarbeit
4.5.1 Kurzarbeit als Einflussfaktor organisationalen Commitments
4.5.2 Handlungsempfehlungen für Arbeitgeber
5 Schlussbetrachtungen
Die vorliegende Masterarbeit untersucht theoretisch die Auswirkungen von Kurzarbeit auf das affektive und normative Commitment von Mitarbeitern. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie Kurzarbeit als arbeitsmarktpolitisches Instrument die psychologische Beziehung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer beeinflusst und welche Wahrnehmungsfaktoren über Erfolg oder Misserfolg dieser Bindungswirkung entscheiden.
4.1 Spieltheoretische Motivation
Die nachfolgenden Überlegungen folgen der Darstellung von Baron/Kreps (1999: 548-565), die den Effekt von Wahrnehmungsverzerrungen bei der Kooperation zweier Transaktionspartner aus spieltheoretischer Sicht darstellen. Die Spieltheorie untersucht die Verhaltensweisen interagierender Akteure und gibt Strategieempfehlungen darüber, wie sich ein rational handelnder Akteur mit einer bestimmten Erwartungshaltung verhalten sollte. In Bezug auf das Arbeitsverhältnis können Arbeitnehmer und Arbeitgeber aus spieltheoretischer Sicht verschiedene Strategien wählen, die die Strategiewahl der anderen Partei und den beiderseitigen Nutzen beeinflussen. Dies soll im Folgenden weniger formal als mehr intuitiv dargestellt werden, um die Bedeutung von Vertrauen, Erwartungen und Wahrnehmungen in der Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehung hervorzuheben (Baron/Kreps 1999: 548f.).
Das Arbeitsverhältnis beschreibt eine Transaktion zwischen der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite, deren Dauer langfristiger Natur und auf unbestimmte Zeit ist. Der Gegenstand eines solchen Austauschs kann, wie in Abschnitt 3.2 unterschieden, ökonomischer oder sozialer Natur sein. Arbeitnehmer und Arbeitgeber interagieren dabei gemäß dem zwischen ihnen geschlossenen Arbeitsvertrag über mehrere Perioden, etwa mehrere Jahre, miteinander. Das Strategieportfolio beider Parteien besteht während dieser Zeit daraus, zu kooperieren oder die andere Seite auszunutzen. So können Arbeitnehmer beispielsweise entscheiden, ob sie ihr volles Leistungspotential abrufen oder Leistung zurückhalten („shirking“). Der Arbeitgeber kooperiert etwa dann, wenn er bei einer Erhöhung des Arbeitsvolumens neue Stellen schafft und nutzt die Arbeitnehmer aus, wenn er versucht, das höhere Volumen auf die bestehenden Mitarbeiter abzuwälzen und diesen dementsprechend mehr Arbeit aufbürdet.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Kurzarbeit während der Finanzkrise ein, skizziert den aktuellen Stand der Forschung und erläutert das Ziel sowie den Aufbau der Arbeit.
2 Stellenwert und Ambivalenz der Kurzarbeit: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen und ökonomische Bedeutung der Kurzarbeit sowie die Ambivalenzen, die durch Mitnahmeeffekte und Missbrauchsmöglichkeiten entstehen.
3 Das dreidimensionale Konstrukt organisationalen Commitments: Hier werden das Commitment-Modell nach Meyer/Allen, die Sozialtauschtheorie und die Einflussfaktoren auf die Mitarbeiterbindung theoretisch fundiert.
4 Die zwei Wahrnehmungspfade der Kurzarbeit: Dieser Hauptteil analysiert mittels Spieltheorie, wie Kurzarbeit als Beschäftigungssicherung oder Ausnahmezustand wahrgenommen wird und gibt Empfehlungen für den Arbeitgeber.
5 Schlussbetrachtungen: Das letzte Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert die Grenzen der theoretischen Analyse und gibt Ausblicke für zukünftige Forschungsfelder.
Kurzarbeit, Organisationale Commitments, Sozialtauschtheorie, Mitarbeiterbindung, Finanzkrise, Beschäftigungssicherung, Arbeitgeberattraktivität, Vertrauen, Spieltheorie, Organisationskultur, Personalflexibilität, Arbeitszufriedenheit, Wissensmanagement, Arbeitsmarktpolitik, Führung.
Die Arbeit untersucht die psychologischen Auswirkungen von Kurzarbeit auf die Bindung von Mitarbeitern an ihr Unternehmen, anstatt den Fokus nur auf ökonomische Faktoren zu legen.
Die zentralen Themen sind das organisationale Commitment, die Theorie des sozialen Tauschs sowie die spieltheoretische Analyse der wechselseitigen Beziehung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer während Krisenzeiten.
Das Ziel ist es, zu analysieren, welche Faktoren die Wahrnehmung von Kurzarbeit beeinflussen und wie Arbeitgeber das Instrument einsetzen können, um die Mitarbeiterbindung zu erhalten oder zu stärken.
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die bestehende Literatur, psychologische Konzepte (Drei-Komponenten-Modell) und spieltheoretische Ansätze miteinander verknüpft, um die Wirkungszusammenhänge von Kurzarbeit aufzuzeigen.
Im Hauptteil werden zwei gegensätzliche Wahrnehmungspfade – Kurzarbeit als "Beschäftigungssicherung" versus "Ausnahmezustand" – über die Phasen der Einführung, Durchführung und Rückführung hinweg detailliert analysiert.
Schlüsselbegriffe sind vor allem Kurzarbeit, Commitment, Sozialtauschtheorie, Vertrauen und Mitarbeiterbindung.
Wenn Mitarbeiter das Gefühl haben, das Instrument werde zur Ausnutzung (z.B. durch vermeidbare Arbeitspressur oder Missbrauch) eingesetzt, entsteht Misstrauen, was die emotionale Bindung zum Unternehmen schwächt.
Durch transparente Kommunikation, Einbindung der Belegschaft, Wahrung von Gerechtigkeit bei der Lastenverteilung und Unterstützung bei der Koordination von Berufs- und Privatleben kann Kurzarbeit als ein Zeichen der Verantwortung wahrgenommen werden.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

