Diplomarbeit, 2012
73 Seiten
0. EINLEITUNG
1. URSACHEN, BEDEUTUNGEN UND SINN VON STRAFE
1.1 VERHALTENSFORSCHUNG UND STRAFE
1.2 PSYCHOLOGIE DER STRAFE
1.2.1 VERGELTUNG, ABSCHRECKUNG, SOZIALISATION
1.2.2 TÄTER UND TAT
1.2.3 DAS STRAFVERSTÄNDNIS ALS BESTANDTEIL MORALISCHER ENTWICKLUNG
1.3 BESCHREIBUNG UND METHODE VON STRAFE
1.3.1 DIE STAATLICHE STRAFE
1.3.2 STRAFE AUS SICHT DER SOZIALETHIK
1.4 THEORIEN ZUR BEGRÜNDUNG ABWEICHENDEN VERHALTENS – „STRAFTHEORIEN“
1.4.1 KÖRPERLICHE KONSTITUTION
1.4.2 PSYCHOANALYTISCHE ANSÄTZE
1.4.3 HALT- UND BINDUNGSTHEORIE
1.4.4 LERNTHEORIE
1.4.5 SUBKULTURTHEORIE
1.4.6 SOZIALSTRUKTUR
1.4.7 ETIKETTIERUNGSANSÄTZE
1.4.8 „RATIONAL-CHOICE“-ANSÄTZE
1.5 ÜBERLEGUNGEN ZUM SINN VON STRAFE
2. ÜBERLEGUNGEN ZUR STRAFE AUS THEOLOGISCHER SICHT
2.1 EXEGETISCHE ANNÄHERUNG AN DEN BEGRIFF „STRAFE“
2.2 RELIGIONSGESCHICHTLICHE ANNÄHERUNG
2.3 STRAFE IM ALTEN/ ERSTEN TESTAMENT
2.3.1 ALLGEMEINE AUSSAGEN ZUR STRAFE IM ALTEN/ ERSTEN TESTAMENT
2.3.2 ANLEHNUNG AN DIE VORSTELLUNG EINES „STRAFENDEN GOTTES“
2.3.3 BEFÜRWORTUNG DES STRAFVERSTÄNDNISSES
2.3.4 BEISPIELE THEOLOGISCH ANGEWANDTER, KRIMINOLOGISCHER STRAFTHEORIEN
2.4 STRAFE IM NEUEN/ ZWEITEN TESTAMENT
2.5 EIN BEISPIEL PÄDAGOGISCHEN HANDELNS IN DER KIRCHENGESCHICHTE
2.6 STRAFE IN DER MODERNEN THEOLOGIE UND SYSTEMATIK
2.7 ÜBERLEGUNGEN ZUM GOTTESBILD DES „STRAFENDEN GOTTES“
2.8 ANTHROPOLOGISCH-CHRISTLICHE ANNÄHERUNGEN IM WECHSELSPIEL VON GOTTESBILD UND ERZIEHUNG
3. ÜBERLEGUNGEN ZUR STRAFE AUS PÄDAGOGISCHER SICHT
3.1 GESELLSCHAFTLICHE ENTWICKLUNGEN UND DIE STAATLICHE STRAFE
3.2 ÜBERLEGUNGEN ZU DEN ERSCHEINUNGSFORMEN VON STRAFE
3.2.1 LOHN UND STRAFE
3.2.2 DISZIPLIN UND GEHORSAM
3.2.3 AUTORITÄT
3.2.4 GESTALTUNG ERZIEHERISCHER MAßNAHMEN
3.3 POSITIONIERUNG ZUR BEDEUTUNG DER STRAFE FÜR DIE ERZIEHUNG/ MEIN CHRISTLICHES MENSCHENBILD
3.4 GEDANKEN ZUR STRAFE IM KONTEXT VON SCHULE
3.5 GEDANKEN ZUR STRAFE IM KONTEXT VON KIRCHGEMEINDE
4. PÄDAGOGISCH-THEOLOGISCHE SCHLUSSFOLGERUNGEN
Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Phänomen der „Strafe“ unter Einbeziehung psychologischer, soziologischer, theologischer und pädagogischer Perspektiven. Ziel ist es, durch die Reflexion von Straftheorien sowie der Auseinandersetzung mit dem Gottesbild des „strafenden Gottes“ einen fundierten Beitrag zum pädagogischen Handeln in Familie, Schule und Gemeinde zu leisten, um einen verantwortungsvollen Umgang mit Strafe jenseits bloßer Sanktionierung zu ermöglichen.
1.2.1 Vergeltung, Abschreckung, Sozialisation
Im Gegensatz zur Rache ist das Ziel der Sanktion der Abbau bereits geschehenen Unrechts. Strafen helfen zur Solidarisierung zwischen Rechtsbrecher und Gesellschaft. Der Rechtsbrecher soll nach dem Maß seiner Schuld bestraft werden. Mit der Strafe wird dem Rechtsbrecher die Möglichkeit gegeben, seine Schuld zu tilgen und weiter Teil der Gesellschaft zu sein. Der Straftäter ist in seiner Person durch das Ableisten der Strafe von seiner Schuld frei. Die Abgleichung der Schuld ist vergleichbar mit einer Absolution. Dabei können Strafen in folgende Kategorien unterschieden werden:
Der Vergeltungsgedanke
Rache ist individualistische Vergeltung und unterliegt damit der Gefahr der Verhältnislosigkeit. Deshalb kann sie von Strafe unterschieden werden. Vergeltung als Reaktion der Gemeinschaft auf eine von der Person zu verschuldende Tat wird als Sanktion im Sinne einer Strafe verstanden. Der Vergeltungsgedanke hat die Grundidee des Ausgleiches. Die Vergeltung spiegelt den Willen der Gesellschaft wieder, denn es ist das kollektive Bedürfnis, welches durch Vergeltung gestillt werden soll. Das Strafmaß wird allerdings durch einen Richter festgelegt. Vergeltung ist ein Ausgleich zwischen verschuldeter Rechtsverletzung und zu schützendem Recht und zu schützender Norm. „Die Wurzeln dieses Vergeltungsgedankens kommen der staatlich institutionalisierten Rache nahe.“
Abschreckungsgedanke
Die Androhung der Strafe soll im potentiellen Täter eine Abwägung herbeiführen, welche ihn dazu bewegt, die Tat aufgrund von Strafandrohungen zu unterlassen. Allerdings sind diese Wirkungen nicht empirisch bewiesen. Im Gegenteil: „Grausame Androhungen von Strafen können die Brutalität der Gesellschaft verstärken.“ Wahrscheinlich ist nicht die Abschreckung vor der Strafe maßgeblich für die Entscheidung des Täters, sondern die Wahrscheinlichkeit darüber, ob die Strafe eintreten wird.
0. EINLEITUNG: Definiert das Ziel der Arbeit, ein reflektiertes Verständnis für Strafe in Theologie und Pädagogik zu entwickeln, ohne dabei einfache Erziehungsratgeber anzubieten.
1. URSACHEN, BEDEUTUNGEN UND SINN VON STRAFE: Beleuchtet die psychologischen und rechtlichen Grundlagen des Strafens sowie verschiedene Straftheorien und deren gesellschaftliche Relevanz.
2. ÜBERLEGUNGEN ZUR STRAFE AUS THEOLOGISCHER SICHT: Analysiert die alttestamentarischen und neutestamentarischen Wurzeln des „strafenden Gottes“ und diskutiert, wie moderne Theologie dieses Gottesbild kritisch hinterfragt.
3. ÜBERLEGUNGEN ZUR STRAFE AUS PÄDAGOGISCHER SICHT: Untersucht die praktische Anwendung von Strafe in der Erziehung, in der Schule und im Gemeindekontext, wobei das Augenmerk auf einem beziehungsorientierten, reflektierten Handeln liegt.
4. PÄDAGOGISCH-THEOLOGISCHE SCHLUSSFOLGERUNGEN: Führt die Erkenntnisse zusammen und plädiert für ein Strafverständnis, das sich legitimieren muss und stets die Beziehung zum Kind respektiert.
Strafe, Vergeltung, Sozialisation, Straftheorie, Gottesbild, Theologie, Pädagogik, Erziehung, Moralentwicklung, Schuld, Sühne, Autorität, Rechtsstaat, Abschreckung, Menschsein
Die Arbeit untersucht das vielschichtige Thema der Strafe und stellt die Frage, wie ein reflektierter Umgang mit diesem Phänomen in Theologie und Pädagogik aussehen kann.
Die zentralen Felder sind die psychologische und rechtswissenschaftliche Analyse von Strafe, die biblisch-theologische Auseinandersetzung mit dem Gottesbild sowie die praktische Umsetzung im pädagogischen Handeln.
Das Ziel ist es, den Leser zur Reflexion über sein eigenes pädagogisches und theologisches Handeln anzuregen, um in Erziehungssituationen auskunftsfähig und verantwortungsbewusst zu agieren.
Die Arbeit nutzt eine interdisziplinäre Herangehensweise, indem sie psychologische, rechtliche und theologisch-exegetische Ansätze verknüpft und kritisch diskutiert.
Der Hauptteil gliedert sich in drei große Bereiche: Ursachen und Sinn von Strafe, das Verständnis von Strafe in der theologischen Sicht (inkl. biblischer Analysen) sowie die Anwendung pädagogischer Strafformen.
Die Untersuchung wird maßgeblich durch Begriffe wie Strafe, Vergeltung, Sozialisation, Sühne, Erziehung, Gottesbild und Moralentwicklung charakterisiert.
Während im Alten Testament oft Zorn und kollektive Bestrafung als Ausdruck der göttlichen Ordnung dominieren, rückt im Neuen Testament die Vergebung und die beziehungsorientierte Interaktion durch Jesus Christus in den Vordergrund.
Der Autor befürwortet Strafe als notwendige Form des emotionalen Lernens, betont jedoch, dass sie niemals als reines Machtmittel eingesetzt werden darf, sondern immer auf gegenseitiger Achtung und Plausibilität basieren muss.
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