Bachelorarbeit, 2011
50 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Solidarität
2.1. Annäherung an Begriff und Bedeutung
2.2. Perspektiven und Denkmodelle
3. 20 Jahre Wiedervereinigung – Unterschiede und Gemeinsamkeiten in Ost und West
3.1. Aufbau Ost – ein nie endender Aufholprozess?
3.2. Zufriedenheit und Wohlbefinden der Deutschen
4. Krise des Sozialstaats? Suche nach Gründen
4.1. Bevölkerungsveränderungen
4.2. Wohlstandsveränderungen
5. Solidarität in Deutschland
5.1. Das Rentensystem
5.2. Die gesetzliche Krankenversicherung
5.3. Der Solidaritätszuschlag und der Solidarpakt
5.4. Freiwilliges soziales Engagement in der Zivilgesellschaft
5.5. Die Jugend – eine pragmatische Generation
6. Solidaritätsschwund oder nur ein Strukturwandel? Was muss getan werden, um Solidarität in Deutschland zu fördern?
7. Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht 20 Jahre nach der Wiedervereinigung den Status quo der Solidarität in Deutschland, analysiert die fiskalischen sowie sozialen Herausforderungen des Einigungsprozesses und hinterfragt, ob die deutsche Gesellschaft trotz struktureller Unterschiede und materieller Differenzen weiterhin einen solidarischen Zusammenhalt aufweist.
2.1. Annäherung an Begriff und Bedeutung
Solidarität ist ein normativer Begriff innerhalb gesellschaftlicher Ordnungsmodelle, der viele verschiedene Lebensbereiche tangiert. Doch zunächst soll die Genese des Solidaritätsbegriffs, der sich im Laufe der Zeit von einem juristischen, zu einem sozialen und schließlich zu einem Klassenbegriff transformiert hat, im Vordergrund stehen. Der Begriffskern entstammt dem Rechtsbereich und findet seinen Ursprung in der römisch-rechtlichen Kategorie der Solidarobligation. Seine etymologische Herleitung dürfte von den Begriffen solidare (fest zusammenführen), solidum (fester Grund) und solidus (fest, dicht) herrühren. Im Verständnis der Römer bezeichnete Solidarität das Rechtsverhältnis mehrerer Mitschuldner, wobei entweder die Gruppe für ihre Mitglieder haftete oder ein Mitglied für die Gruppe. Besonders im 19. und frühen 20. Jahrhundert besaß der Solidaritätsbegriff eine herausragende Relevanz innerhalb gesellschaftlicher Ordnungsmodelle. Er bezeichnete genau wie bei den Römern einen Zustand der Verbundenheit zu Mitmenschen, mit denen man sich in einer ähnlichen sozialen Lage befand, aber auch eine Art „Wir-Gefühl“ trotz Differenzen.
Grundsätzlich ermöglicht solidarisches Handeln freiwillige Kooperation ohne größere Transaktionskosten. Es ist die Fähigkeit des Menschen sich für das Gemeinwohl und für eine gerechtere Verteilung von Lebenschancen einzusetzen und wird so zu einer aktiven Facette des toleranten Handelns. Solidarität geht aber viel weiter als Toleranz, denn sie kann sowohl materielle als auch symbolische Unterstützung sein und ist damit eine Verbundenheit durch latente Reziprozität. Auch für Karl Otto Hondrich stellt die Gegenseitigkeit das Grundprinzip des menschlichen Handelns dar, wobei er folgende Eingrenzung vornimmt:
„Solidarität bildet sich nur unter Menschen, die sich, zumindest in einer Beziehung, als Gleiche verstehen. Ich tue etwas für den anderen und damit zugleich etwas für mich. Das ist der Urakt aller Solidarität. Der andere handelt genauso oder würde es tun […]. Daß diese Gegenseitigkeit eine nicht einklagbare, ja oft eine nicht ausgesprochene ist, macht ihre besondere moralische Qualität und Differenz zum Kontakt aus. Solidarität ist latente Reziprozität unter Gleichen.“
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Kontext der deutschen Wiedervereinigung und stellt die zentrale Frage nach dem Zustand der Solidarität im vereinten Deutschland nach zwei Jahrzehnten.
2. Solidarität: Dieses Kapitel definiert Solidarität als soziales Prinzip und untersucht verschiedene theoretische Modelle sowie die etymologische Herkunft des Begriffs.
3. 20 Jahre Wiedervereinigung – Unterschiede und Gemeinsamkeiten in Ost und West: Es wird analysiert, wie sich die Wahrnehmung der deutschen Einheit über zwei Jahrzehnte hinweg entwickelt hat und welche sozioökonomischen Faktoren die subjektive Zufriedenheit beeinflussen.
4. Krise des Sozialstaats? Suche nach Gründen: Hier werden demografische Veränderungen und Wohlstandsentwicklungen untersucht, die als Ursachen für die aktuelle Belastung des Sozialstaats und mögliche Legitimationsdefizite diskutiert werden.
5. Solidarität in Deutschland: Dieses Kapitel vertieft konkrete Solidaritätsbereiche wie das Rentensystem, die Krankenversicherung, den Solidaritätszuschlag sowie das freiwillige Engagement und die Einstellungen der Jugend.
6. Solidaritätsschwund oder nur ein Strukturwandel? Was muss getan werden, um Solidarität in Deutschland zu fördern?: Es werden Lösungsansätze gegen Politikverdrossenheit und zur Stärkung des gesellschaftlichen Vertrauens in Zeiten eines Strukturwandels diskutiert.
7. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Synthese, die verdeutlicht, dass der Solidaritätsbegriff trotz Herausforderungen ein notwendiges Fundament für die zukünftige gesamtdeutsche Entwicklung bleibt.
Solidarität, Wiedervereinigung, Sozialstaat, Ost-West-Unterschiede, Wohlstand, Rentensystem, Solidaritätszuschlag, Bürgerengagement, Zivilgesellschaft, Sozialvertrag, Demografischer Wandel, Generationengerechtigkeit, Systemtransformation, Deutschland, Einigungsprozess.
Die Arbeit untersucht 20 Jahre nach der Wiedervereinigung, inwieweit das Prinzip der Solidarität innerhalb der deutschen Gesellschaft Bestand hat und welche Faktoren das Zusammenwachsen von Ost- und Westdeutschland beeinflussen.
Zu den Schwerpunkten zählen die theoretische Einordnung von Solidarität, der Aufbau Ost, die ökonomischen Indikatoren wie Arbeitslosigkeit und Wohlstand sowie das zivilgesellschaftliche Engagement.
Das primäre Ziel ist es, die Frage „Wie solidarisch sind die Deutschen?“ zu beantworten, indem der Autor empirische Fakten mit soziologischen Theorien verknüpft, um Vorurteile abzubauen.
Der Autor nutzt eine systematische Analyse sozioökonomischer Daten und bestehender wissenschaftlicher Literatur, um den Strukturwandel und die Akzeptanz des Sozialstaates in Deutschland zu bewerten.
Der Hauptteil analysiert die Krise des Sozialstaates, das Rentensystem, die Krankenversicherung sowie die spezifische Rolle der Jugend und des freiwilligen Engagements als Indikatoren für gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Solidarität, deutsche Wiedervereinigung, Sozialstaat, Bürgerengagement, Wohlstandsgefälle und Generationengerechtigkeit charakterisiert.
Der Autor hinterfragt den Solidaritätszuschlag, da er nach Meinung vieler Bürger inzwischen als permanente Dauerabgabe wahrgenommen wird, deren heutige Legitimation und Höhe unter verfassungsrechtlichen Aspekten zunehmend umstritten ist.
Die Jugend wird als pragmatische Generation beschrieben, die zwar eine hohe Affinität zu Werten wie Generationengerechtigkeit zeigt, jedoch auch eine zunehmende soziale Differenzierung und Skepsis gegenüber etablierten Institutionen widerspiegelt.
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