Bachelorarbeit, 2011
28 Seiten, Note: 1,0
A) Einleitung: Die Fotografie als gesellschaftlich-historisches Gemeinschaftsprodukt
B) Dialektische Analyse der Glaubwürdigkeit der Fotografie
I. Pro Glaubwürdigkeit
1. Ein neuer Abbildemechanismus
a) Der Mensch bleibt außen vor
b) Magie im Herstellungsprozess
c) Keine Magie, reine Mechanik
2. Kulturelle Verständigung des Fotos als Abbild der Realität
II. Kontra Glaubwürdigkeit
1. Die Uneindeutigkeit des fotografischen Bildes
2. Die Bilderflut – eine neue Wirklichkeit
3. Inszenierte Fotografie
a) „Objektivierende Fotografie“
b) „Subjektivierende Fotografie“
4. Erklärungsbedarf - die Botschaft ohne Code
5. Die Digitalfotografie als Ende der Referenz
6. Retusche und Bildmanipulation
C) Abschließend: Der Glaube schafft Glaubwürdigkeit
Die Arbeit untersucht die dialektische Spannung zwischen dem realitätsbezogenen Wahrheitsanspruch der Fotografie und ihrer manipulativen Inszenierbarkeit im Kontext von der analogen bis zur digitalen Ära.
Inszenierung: „Objektivierende Fotografie“
Schon der Amateurfotograf rückt sein Motiv ins richtige Licht, er nimmt sich Zeit, sein Model versucht verschiedene Posen und spielt mit Gesichtszügen. Es geht um einen repräsentativen Ausschnitt der Wirklichkeit, der (vorerst) unwiderruflich festgehalten wird. Doch was auf der Oberfläche scheint, wie die banale Suche dem „richtigen“ Moment, kann bereits als Ansatz einer Inszenierung gewertet werden. Das Festhalten eines Moments, seine Dokumentation unterliegt also bereits in vielen Fällen einer Ausrichtung des Objekts für das Foto, wodurch auf den Moment der Aufnahme ein leichter Schatten von Fiktion schlägt. Medienkritiker Vilém Flusser formulierte dieses Phänomen wie folgt: „Der Fotograf verändert die Welt, um sie zu fotografieren, also um sie zu <
Die Welt ist im Umkehrschluss einfach abfotografiert nicht selbsterklärend. Vilém Flusser stellt es in dieser Äußerung als beinahe natürlich dar, dass der Fotograf, um die Welt zu erklären, diese auch kreativ verändern muss. Ein ähnliches Phänomen auf der anderen Seite des Objektivs: Das Model setzt, sobald es sich des Fotografiert-Werdens bewusst wird, umgangssprachlich genannten „Fotoblick“ auf, eben auch als Versuch eines repräsentativen Blicks auf das Selbst. Wird man in ungewohnter Pose erwischt, so wird diese mit einem „ungünstigen“ Moment erklärt. Der günstige Moment ist, der in die Fotografie das festhält, was vorher antizipiert wurde; das Prinzip der Inszenierung. „Er fordert seine Frau auf zu lächeln, den Arm zu heben“, schreibt Flusser und referiert auf ebendiese Problematik: Die Wirklichkeit wird für die Kamera mit Selbstverständlichkeit in Szene gesetzt.
A) Einleitung: Die Fotografie als gesellschaftlich-historisches Gemeinschaftsprodukt: Diese Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung der Fotografie als Novum der Abbildungstechnik und ihre Etablierung als Realitätsabbild.
I. Pro Glaubwürdigkeit: Dieses Kapitel analysiert die technischen und ontologischen Voraussetzungen, die dem Foto seinen dokumentarischen Charakter und Status als Abbild der Realität verleihen.
II. Kontra Glaubwürdigkeit: Hier werden die Faktoren untersucht, die das Vertrauen in die Fotografie untergraben, wie die Bilderflut, Inszenierungstechniken und die technologische Manipulation durch digitale Prozesse.
C) Abschließend: Der Glaube schafft Glaubwürdigkeit: Das Fazit stellt fest, dass die Glaubwürdigkeit der Fotografie weniger auf technischer Beweislast als vielmehr auf einem hartnäckigen Glauben des Betrachters an die ursprüngliche Realitätsreferenz beruht.
Fotografie, Glaubwürdigkeit, Realität, Inszenierung, Ontologie, Referenzialität, Digitalfotografie, Retusche, Bildmanipulation, Analoge Fotografie, André Bazin, Roland Barthes, Fototheorie, Objektivierung, Subjektivierung
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie und warum wir Fotografien als glaubwürdige Abbilder der Realität akzeptieren, obwohl das Medium konzeptionell und technisch anfällig für Inszenierungen und Manipulationen ist.
Die Schwerpunkte liegen auf der Ontologie des fotografischen Bildes, der Trennung zwischen Aufnahme und technischer Mechanik sowie der Problematik der digitalen Bearbeitung und der Inszenierung.
Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen dem dokumentarischen Anspruch des Mediums und der tatsächlichen, durch den Fotografen gesteuerten oder digital veränderten Wirklichkeit theoretisch aufzuarbeiten.
Die Arbeit nutzt eine dialektische Analyse, bei der Argumente für die Glaubwürdigkeit den Argumenten gegen die Glaubwürdigkeit (wie der Inszenierung) gegenübergestellt werden, gestützt durch medientheoretische Positionen.
Der Hauptteil behandelt die Abwesenheit des Menschen im Prozess, die Akzeptanz des Bildes als Realitätsabbild, die Auswirkungen der Bilderflut und die spezifischen Unterschiede zwischen analoger und digitaler Fotografie.
Zentrale Begriffe sind Fotografie, Inszenierung, Referenzialität, Glaubwürdigkeit, Ontologie sowie die medientheoretischen Ansätze von Bazin und Barthes.
Das Dokument hinterfragt die Annahme, dass eine Fotografie durch das Ausschließen menschlicher Eingriffe („außen vor bleiben“) an Objektivität gewinnt und so „magisch“ oder „mechanisch“ wahrhaftig wird.
Die Digitalisierung markiert laut der Arbeit das Ende der klassischen Referenz, da durch RAW-Daten und Bildbearbeitung die feste Bindung zwischen dem fotografierten Objekt und dem Endbild im Vergleich zur analogen Spur des Lichts aufgelöst wird.
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